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F�hrerschein-Spezial

Stopp-Start-System: Stillstands-Abkommen

Es muss nicht immer ein Vollhybrid sein. Dass man auch mit einem vergleichsweise einfachen Stopp-Start-System Sprit sparen kann, will Valeo beweisen. Ein Praxisvergleich.

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Foto: Hans-Dieter Seufert

Lange fassten viele Autohersteller den Hybridantrieb nur mit spitzen Fingern an. Bis ihn schließlich Toyota - beginnend mit dem Prius - beharrlich zum imageträchtigen Erfolg formte. Nachdem gerade deutsche Entwickler dem Vorwurf technischer Rückständigkeit ausgesetzt waren, tut sich nun einiges. Allenthalben stürzt man sich jetzt mit vereinten Kräften wie die Lemminge auf Hybridkonzepte.

Jüngstes Beispiel: Ein Konsortium aus BMW, Daimler-Chrysler und General Motors will einen "Two-Mode-Hybrid“ zur Serienreife entwickeln. Nicht kleckern, sondern klotzen heißt die Devise. Also muss ein aufwendiger Vollhybrid her, der einen Minderverbrauch bis zu 20 Prozent verspricht. Die Betonung liegt auf "bis zu“.

Denn allen Autoherstellern ist klar, dass das volle Sparpotenzial nur im exzessiven Stop-and-go-Verkehr urbaner Ballungsräume zum Tragen kommt. Dort, wo der Anteil reiner Standphasen denen der echten Fahrzeit auffällig nahe kommt, lässt sich der Löwenanteil an Spritersparnis holen. Gemischter Überland-Verkehr dagegen reduziert den Verbrauchsbonus der Hybridmodelle.

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Zulieferer Valeo sucht deshalb nach anderen Lösungen

"Für die Gesamtheit des üblichen Einsatzspektrums halten wir den Vollhybrid nicht gerade für optimal“, sagt Marketing-Expertin Ulrike Després vom französischen Zulieferer Valeo, der daher sein System StARS favorisiert. Elektrische Leistung und auch der Kostenaufwand rangieren hier weit unter denen von Vollhybriden.

In einfachster Ausführung ist StARS ein Stopp-Start-System mit modifiziertem, riemengetriebenem Elektroaggregat. Es übernimmt sowohl die Rolle des Starters als auch die des Generators. Mit regenerativer Bremsfunktion und/ oder zusätzlicher Drehmoment-Assistenz beim Anfahren, so Valeo, lässt sich das 25-kW-Aggregat sogar zu einem "echten“ Mikrohybrid erweitern.

Um das wirkliche Sparpotenzial des Konzepts auszuloten, orderte auto motor und sport einen mit diesem System ausgerüsteten Prototyp, einen Renault Modus 1.2 16 V (75 PS). Zum Vergleich lief ein identisch motorisierter Serien-Modus mit, auch er mit Fünfgang-Schaltgetriebe. Das blendet den Einfluss der automatisierten Schaltung aus, die zum Beispiel Citroën beim C3 Stop & Start mit einem ähnlichen System kombiniert.

Die gewählte Strategie des Valeo-Prototyps sieht den Motorstopp beim Auskuppeln oder in Neutralstellung des Schaltgetriebes vor, sobald er acht km/h unterschreitet. Erneutes Einlegen des Gangs oder Betätigen der Kupplung sind für den Starter-Generator der Befehl, den Motor wieder zu starten.

Das Erstaunliche dabei: Alles läuft spontan und nahezu lautlos ab. Für die Urangst des Fahrers vor einem Start- Blackout bleibt gar kein Raum. Und wie sehen die Praxis-Ergebnisse aus? Der zehnstündige Härtetest über 200 Kilometer durch den Stuttgarter Innenstadt- und Vorortverkehr brachte überraschende, so nicht erwartete Ergebnisse. Das betrifft zunächst die durchschnittliche Standzeit von 36,6 Prozent, die mit Spitzenwerten morgens und abends quasi ein Abbild des täglichen Verkehrsgeschehens ist.

StARS-Prototyp verbraucht rund elf Prozent weniger

Spannend dann die Bilanz: Gegenüber dem Serienauto verbuchte der StARS-Prototyp unterm Strich einen um 11,1 Prozent geringeren Verbrauch. Natürlich ist der Stadtverkehr genau jene Domäne, die die Vorteile eines solchen Systems herauskehrt. Dennoch verblüfft die ermittelte Größenordnung, zumal der Valeo-Modus weiteres Sparpotenzial durch Eingriff in die Motorsteuerung, Rekuperation oder eine Boost- Unterstützung noch gar nicht nutzt.

"Damit“, so Josef Guertler, Manager der StARS-Produktlinie, "lassen sich mit Sicherheit wenigstens drei weitere Prozentpunkte einsparen.“ Immerhin fuhr der StARS-Modus selbst auf der auto motor und sport-Normrunde einen Minderverbrauch von 3,6 Prozent ein. Dass er deutlich geringer ausfiel, liegt in der Natur der Technik. 535 Start-und-Stopp-Zyklen registrierte der Zähler am Ende des städtischen Härtetests. Das wirft natürlich die Frage nach der Dauerbeanspruchung von Riemen und Generator auf. Valeo sieht hier kein Problem.

600.000 Stopp-Start-Spiele, so hätten Dauertests ergeben, könne man im Minimum garantieren. Geringer Aufwand mit spürbarem Spareffekt, lautet das Fazit des Verbrauchsvergleichs: Für Autofahrer, die sich überwiegend im Stadtverkehr bewegen, kann sich ein Stopp-Start-System also durchaus lohnen. Zumal die Systemkosten von 300 bis 400 Euro weit unter denen aufwendigerer Vollhybriden liegen.

Autor: Klaus-Ulrich Blumenstock
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