SUV-Sommerreifentest 2008: 255/55 R18

Wenn der SUV auf der Straße fährt, dann am besten mit klassischen Sommerreifen. Sieben renommierte Marken müssen sich im Test auf dem Mercedes ML beweisen.

Ein Geländewagen fährt auf Geländereifen - im Sommer, im Winter, auf der Straße und abseits davon. So war es einmal. Aber heute ist das ein Märchen. Denn Geländewagen sind keine mehr, sondern modische SUV. Und mit dem Allzweck-Automobil hat sich der Allzweck-Reifen erledigt. Weil die Allradmobile dem gleichen Zweck dienen wie jedes andere Auto auch, braucht man in der kalten Jahreszeit Winterreifen und im Sommer Sommerreifen.

Wer ins Gelände will, findet dafür wieder spezielle Reifen. Die können zwar als Allround-Sommerpneus gefahren werden, aber sie sind laut, bieten wenig Seitenführung und bremsen schlecht. Echte Straßenreifen, wie sie hier zum Test antreten, sind da weit überlegen. Für Exkursionen in Wald und Flur eignen sie sich allerdings kaum. Feine, sich in Matsch und Schlamm schnell zusetzende Profile sind das Letzte, was man da brauchen kann.

Beim Reifentest von auto motor und sport sind deshalb keine Gelände-Übungen vorgesehen. Es bleibt beim klassischen Reifentest-Schema mit Prüfungen auf trockener und nasser Straße. Wobei sich wieder einmal zeigt, dass vor allem eine nasse Fahrbahn geeignet ist, die Spreu vom Weizen zu trennen. Relativ gering sind dabei die Unterschiede in den Fahreigenschaften. Alle Testreifen verleihen dem Mercedes auf dem kurvenreichen Handling-Parcours ein sehr sicheres, problemloses Fahrverhalten.

Goodyear mit starker Neigung zum Untersteuern

Allein der Goodyear fällt durch seine verstärkte Neigung zum Untersteuern auf. Das beeinträchtigt nicht die Sicherheit, erfordert aber viel Lenkarbeit und sorgt dafür, dass er mit einer Rundenzeit von 72 Sekunden das Schlusslicht bildet. Die besten Reifen, Bridgestone, Vredestein und Continental, nehmen ihm bei deutlich geringerem fahrerischem Aufwand zwei Sekunden ab. Stärker ins Gewicht fällt das Bremsvermögen auf Nässe. Bei einer Vollbremsung aus 100 km/h steht der Mercedes mit den Continental-Reifen schon nach 50,9 Metern.

Mit dem Goodyear, der auch in dieser Übung hinten liegt, ergibt sich ein Bremsweg von 57,5 Metern. Das sind weniger als zwei Fahrzeuglängen, die aber bedeuten, dass der Mercedes noch mit 33,8 km/h an der Stelle vorbeifährt, an der er mit dem Conti zum Stillstand kommt. Die übrigen Reifen bilden ein eng zusammenliegendes Mittelfeld mit Bremswegen zwischen 52 und 54 Metern.

Michelin und Vredestein mit Top-Ergebnis bei Aquaplaning

Beim Aquaplaning-Test, in dem die Aufschwimmgeschwindigkeit (Schlupf 15 Prozent) auf acht Millimeter Wassertiefe ermittelt wird, erzielen die Reifen von Michelin (90,8 km/h) und Vredestein (90,4 km/h) die besten Resultate, knapp gefolgt von Continental und Bridgestone (90 km/h). Ganz hinten rangiert bei diesem Test der Pirelli, bei dem schon ab 83,3 km/h die Bodenhaftung teilweise verloren geht. Klare Nässe-Sieger insgesamt: der Continental und der Michelin. Auf trockener Straße schrumpfen die Unterschiede zwischen den Reifen zusammen.

Im Handling sind alle gut

Im Handling erzielen alle gute Noten, die minimalen Differenzen im Lenkungsverhalten spielen für die Praxis keine Rolle. Nur beim ISO-Spurwechsel gibt es einen klaren Sieger: den Dunlop. Er ist mit 119 km/h am schnellsten und dabei betont gutmütig. Am Ende rangiert der Pirelli mit nur 115 km/h. Den entscheidenden Einfluss auf das Ergebnis hat wiederum der Bremstest. Der Michelin erzielt sehr gute 36,3 Meter Bremsweg, der Goodyear landet bei 39,9 Metern. Damit steht der Gesamtsieger fest. Mit dem neu entwickelten Latitude setzt Michelin den Maßstab.

Besonders empfehlenswert:
Michelin Latitude Sport

Empfehlenswert:
Dunlop SP Sport Maxx GT
Continental Cross Contact UHP
Bridgestone Dueler H/P Sport
Vredestein Ultrac SUV Sessenta
Pirelli Scorpion Zero

Nicht empfehlenswert:
Goodyear Wrangler F1

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Götz Leyrer

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