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Lenkungs-Technik

Elektromechanische Servolenkung

Technik Lexikon elektromechanische Servolenkung Foto: Hersteller 3 Bilder

Die Servolenkung zählt längst zur Grundausstattung jedes Automobils. Stand der Technik ist die elektrische Lenkhilfe.

03.08.2009 Joachim Deleker 1 Kommentar

Die Evolution der Lenkung geschieht im Verborgenen. Galt die hydraulische Servolenkung vor 20 Jahren noch als Ausstattungsmerkmal der oberen Fahrzeugklasse, ist die Lenkhilfe inzwischen selbst bei Kleinwagen zum Standard geworden.

Elektrifizierung der Lenkung

Gründe dafür sind vor allem die höheren Komfortansprüche der Kunden und die gestiegenen Fahrzeuggewichte. Dabei sind die Tage der einfachen hydraulischen Lenkunterstützung gezählt. Die Elektrifizierung des Autos macht auch vor der Lenkung nicht Halt. Die ersten elektromechanischen Exemplare konnten wegen ihres synthetischen Lenkgefühls zwar nicht überzeugen, aber diese Zeiten sind bei den allermeisten Autos vorbei.

Die Zukunft gehört der elektromechanischen Lenkung

Heute werden zumeist elektrohydraulische oder elektromechanische Systeme verwendet. Erstere benötigen nach wie vor ein spezielles Servoöl zur Lenkunterstützung. Ein programmgesteuerter E-Motor übernimmt dabei die Funktion des Pumpenantriebs und fördert das Öl in ein Lenkgetriebe, wie es auch in rein hydraulischen Systemen üblich ist. Die Zukunft gehört allerdings den elektromechanischen Lenkungen, die in immer mehr Fahrzeugen eingesetzt werden. Die Vorteile: Der nur beim Lenken bestehende Energiebedarf wirkt sich positiv auf den Kraftstoffverbrauch des Autos aus; es wird kein Öl benötigt; die geschwindigkeitsabhängige Lenkkraft-Unterstützung ist leicht zu realisieren.

Elektronische Lenksysteme tragen zur passiven Sicherheit bei

Dazu kommen vielfältige Möglichkeiten, die Lenkung in elektronische Systeme wie den Parkassistenten oder zur Verbesserung der passiven Sicherheit und zur Unfallfrüherkennung und -vermeidung einzubinden. Die Lenkkraft, die der Fahrer übers Lenkrad vorgibt, wird in einen Torsionsstab geleitet, der sich kraftabhängig verdreht. Dieses Drehmoment misst ein Sensor, der seine Infos ans elektronische Steuergerät weiterreicht. Das wiederum gibt dem elektrischen Servomotor präzise Befehle, welches Zusatzdrehmoment er in die Lenkung einleiten soll. Diese unterstützende Kraft wird über eine Kupplung auf das Schnecken- oder Kugelumlaufgetriebe und von dort auf die Lenksäule der Zahnstangenlenkung übertragen.

Hilfskraft beim Einparken maximal

Bei der Berechnung der Unterstützung berücksichtigt das Steuergerät neben der Lenkgeschwindigkeit auch die aktuelle Fahrzeuggeschwindigkeit. Bei hohem Tempo wird die Hilfskraft gegen Null reduziert, beim Einparken wird sie maximal verstärkt. Die elektromechanische Lenkung gibt es in Versionen für unterschiedliche Fahrzeuggewichte. Im Kleinwagen befindet sich die Servoeinheit meist an der Lenksäule, im Kompaktwagen am Lenkritzel. Schwergewichtige Autos verfügen sogar über eine Doppelritzel-Ausführung oder die achsparallele Lenkung, wie sie VW beispielsweise beim neuen VW Golf (der VW Golf im Einzeltest) sowie im VW Tiguan (der VW Tiguan im Einzeltest) verwendet.

Neuester Kommentar

Bin vergangene Woche einen Porsche Carrera probegefahren, der eine elektromechanische Lenkung
hat. Diese fühlte sich sehr schwammig an, vor allem in engen, langsamen Kurven. Die Lenkkräfte sind zu
gering und der Kontakt zu den Vorderrädern ist zu indirekt. Diese Lenkung war schlechter als die
hydraulische Servolenkung in meinem 23 Jahre alten BMW M3. Vielleicht ist es nur eine Frage
der Programmierung der Steuereinheit. Man möchte meinen, Porsche hätte das im Griff - aber:
Fehlanzeige! Das Auto fährt sich mit dieser elektromechanischen Lenkung wie ein amerikanischer
Leihwagen. Das kann ja dann doch nicht sein. Das Prinzip mit der Elektromechanik wäre zu
begrüßen, allerdings nur, wenn es im Betrieb auch an die Qualitäten der alten hydraulischen Servos
herankommt.

Rambolarve 5. Februar 2017, 17:05 Uhr
Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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