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Technik VW 1.6 TDI-Motor: So funktioniert der neue VW-Einstiegsmotor

Kleiner ist feiner: Nach dieser Devise durchforstet Volkswagen die Motorenpalette. Jüngster Akt ist ein neuer 1.6 TDI, der den betagten 1.9 TDI ablöst.

Fast sieht es aus wie eine Rückkehr zu den Wurzeln. Denn schon kurz nachdem der VW Golf I erstmals einen Diesel bekam - was Ende der siebziger Jahre in der Kompaktklasse noch ziemlich exotisch war, agierte unter der Motorhaube ab 1980 bereits ein 1,6-Liter-Aggregat.

Neue Einstiegsmotorisierung für VW Polo und VW Golf

Doch seit den Tagen jenes Wirbelkammer-Saugdiesels hat sich die Motorenwelt gänzlich gewandelt. Dieselmotoren sind heute Vierventiler mit geometrisch variablem Turbolader, arbeiten mit Direkteinspritzung, sind durchzugs- und leistungsstärker und dabei auch noch sparsamer. Und neuerdings schlägt das Pendel vermehrt zu kleineren Hubräumen aus. Downsizing heißt denn auch die von den ökologischen, ökonomischen und gesetzlichen Bedingungen diktierte Generallinie, nach der VW-Ingenieure den neuen 1,6-Liter-TDI entwickelten, der demnächst in drei Leistungsklassen die Einstiegsmotorisierung für VW Polo und Golf sein wird.

Doch weil er mit über 200 Applikationen in insgesamt 30 Fahrzeugen von fünf Konzernmarken zum Einsatz kommt, soll ihn sein modulares Baukastenprinzip zum Allrounder und zur Grundlage aller künftigen Vierzylinder-Dieselmotoren von Volkswagen machen. Zwar wurden wesentliche Prinzipien des Neuen wie die Common-Rail-Einspritzung oder der Steuertrieb vom 2.0 TDI übernommen, der vor anderthalb Jahren debütierte. Doch wurde "nahezu jede einzelne Motorkomponente neu ausgelegt", betont Falko Rudolph, Leiter der VW-Dieselmotorenentwicklung.

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Common-Rail-Einspritzung im neuen VW-Motor

Ganz entscheidend dabei ist neben der Effizienz-Steigerung dank der Hubraum-Schrumpfkur und im Gegenzug dem Leistungsausgleich durch Aufladung der Effekt zahlreicher Detailverbesserungen. So konnte zum Beispiel die Reibleistung im Vergleich zum leistungsgleichen 1.9 PD-TDI um insgesamt 28,5 Prozent reduziert werden. Was in der Summe tatsächlich beeindruckend klingt, ist ein Puzzle verschiedenster Einzelmaßnahmen an Kolbenringen, Pleuel, Ölpumpe und vielem mehr. Aus fertigungstechnischen Gründen wurde der Zylinderabstand von 88 Millimetern, im VW-Konzern nahezu Grundgesetz, auch beim 1.6 TDI beibehalten.

Ebenso verzichtete man zugunsten des bewährten Lamellengraphitgusses auf Material-Experimente. Die Kraftstoffversorgung obliegt einem Common-Rail-Einspritzsystem mit schnellen, präzisen Piezo-Injektoren. Deren breit aufgefächerter Einspritzstrahl sorgt für eine sehr gleichmäßige Gemischverteilung, was für Leistung und Emissionen von Vorteil ist. Auch das Saugrohrkonzept, ebenfalls Bestandteil des Modulgedankens, trägt dazu bei. Es hat einen Tangentialkanal für den Grund-Drall sowie einen Spiralkanal, welcher der Füllung dient. Eine stufenlos verstellbare Drallklappe dosiert die Ansaugmenge in Abhängigkeit von Last und Drehzahl.

1.600 bar Einspritzdruck und Euro 5-Norm

Wegen des reduzierten Brennraumvolumens kommt der 1.6 TDI mit einem Einspritzdruck von "nur" 1.600 bar zurecht. Auch so werden die Euro 5-Abgaslimits erreicht, was beweist, dass Druck allein nicht alles ist. Vielmehr wird so der Leistungsaufwand zur Druckerzeugung gemindert, wie auch die auf 16,5 reduzierte Verdichtung unnötigen Aufwand und damit Verbrauch minimiert.

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7. Juni 2009
Dieser Artikel stammt aus Heft auto motor und sport 12/2009.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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