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VW Golf VII 2.0 TDI Variant im Dauertest

Wie hat er den 100.000-km-Test überstanden?

VW Golf Golf 2.0 TDI Variant, Frontansicht Foto: Jens Katemann 14 Bilder

Seine Vorgänger Golf V und VI waren zu ihrer Zeit jeweils die zuverlässigsten Kompaktautos im Dauertest. 2015 ging der Golf VII Variant auf die 100.000-km-Distanz, doch inzwischen reicht es nur noch mit einem fehlerlosen Auftritt zu Rang eins. Gelang das dem Golf?

26.10.2016 Sebastian Renz 6 Kommentare

So viel Zeit: 1.408 Stunden. Das sind fast 59 Tage am Stück, lang genug, um sich 21-mal „Krieg und Frieden“ in der ungekürzten Hörbuchversion vorlesen zu lassen. So lange war der Golf unterwegs, um 100.000 Kilometer zu sammeln. Wobei das die reine Fahrzeit war, die sich aus dem Durchschnittstempo von 71 km/h errechnet, das der Bordcomputer angibt. Aber natürlich fuhren wir den weißen Variant nicht pausenlos, nachdem er am 19. Januar 2015 zum Dauertest startete. Doch dass er die Distanz in 20 Monaten abspulte, bedeutet, dass er an jedem Tag durchschnittlich 167 km unterwegs war – rund vier Mal so viel wie ein typisches deutsches Auto.

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Dauertest VW Golf 2.0 TDI Variant
auto motor und sport 21/2016
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VW Golf Golf 2.0 TDI Variant, Seitenansicht Foto: Peter Wolkenstein
Auch ohne Allradantrieb (kostet 1875, nicht mit DSG) kommt der Golf gripstark durch alle Jahreszeiten.

Wobei der Golf noch immer das typischste deutsche Auto ist – von ihm allein verkauft VW mehr Exemplare als Opel oder Ford von all ihren Modellen zusammen. Auf die ganz große Testdistanz ging der Golf mit dem 150 PS starken Zweiliter-Turbodiesel und Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe als Variant in Highline-Ausstattung. Schon die ist reichlich und teuer, wobei 24 Extras – von Adaptivdämpfern und Anhängerkupplung über die hervorragende Frontscheibenheizung und 18-Zoll- Räder bis zu Seitenairbags im Fond – den Gesamtpreis von knapp 32.000 auf über 45.000 Euro heben. Viel erheblicher im Alltag als die in ihrem Nutzen durchaus unterschiedlich wertvollen Extras ist aber das, worum es eigentlich geht: das Auto an sich.

Wenn sich nämlich in den gelben Karten, unserer Art des Fahrtenbuchs, häufig der Eintrag findet, man brauche eigentlich nicht mehr Auto, ist damit nicht der Luxus gemeint, den die Ausstattung bietet. Sondern vor allem das Raumangebot und die Funktionalität, die jedem Golf eigen sind. Selbst fünf Personen bringt er auf 4,56 Metern Länge erstaunlich ordentlich unter, vier reisen selbst in einem Mittelklasse-Kombi nicht ungedrängter. Dazu packt der Kofferraum schon minimal 605 Liter Gepäck. Klappt die Rücksitzlehne fernentriegelt und federvorgespannt um, entsteht zwar keine ganz ebene, aber eine mit 1.620 Litern üppige und häufig genutzte Ladefläche.

Dass auf den Dienstfahrten reichlich Koffer, Kamerataschen, Stative, Lampen und Objektivkästen eingeräumt wurden, zeigt sich an angeschrabbten Seitenverkleidungen und abgeriebenem Filzteppich. Ist aber alles nur oberflächlich, wie das leicht abgegrabbelte Lederlenkrad. Die kleinen Striemen im Hartplastik? Nur Unachtsamkeiten der vielen Fahrer. In seinem Fundament dagegen wirkt der Variant solide und verwindungsfest wie beim Start. Die langstreckenbequemen Sitze haben nichts von ihrem Halt verloren, einzig die zu tief positionierte, schwach ausgeprägte Lordosenstütze störte immer.

Es geht ein Ruck durch den Golf

Zum ausgeprägten Reisetalent des Golf trägt neben dem üppigen Raumangebot und dem feinen Komfort der kräftige Zweiliter-Turbodiesel bei – nicht der skandalumwitterte EA 189, sondern das Nachfolgetriebwerk. Die Abgasnorm Euro 6 erreicht dieser TDI mit NOX-Speicherkat und ohne Harnstoffeinspritzung. Während des Dauertests prüften wir mit den Spezialisten von Emissions Analytics, wie sauber er wirklich ist. Dabei lagen die Abgaswerte im realen Straßenverkehr niedriger als bei den anderen getesteten Dieseln.

Zudem überzeugte der Selbstzünder, der mit den Kilometern an Kraft zulegte (aber auch etwas im Ton), mit strammem Durchzug und angemessenem Verbrauch. Der lag über die ganze, eher zügig angegangene Distanz bei 6,9 l/100 km. Zurückhaltend gefahren genügen 5 l/100 km. Zur Effizienz trägt das Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe bei. Im Eco-Modus schaltet es im Schiebebetrieb in den Leerlauf, nutzt so den Schwung. Pressestellen nennen das „segeln“, was nicht auf übermäßige maritime Kenntnisse schließen lässt. Wie wäre es mit – verrückte Idee – „rollen“?

VW Golf Golf 2.0 TDI Variant, Burg Foto: Peter Wolkenstein
100.000 km fuhr der Golf in 20 Monaten.

Allzu vergnüglich allerdings wurde es auf lange Sicht nicht mit dem Getriebe. Anfangs vermochte es noch das Anfahrzögern mit eiligen und fugenlosen Gangwechseln auszugleichen. Mit zunehmender Laufleistung – vor allem nördlich von 50.000 km – dagegen intensivierte sich die Anfahrschwäche. Damit der Golf etwa an Steigungen nicht zurückrollte, musste man immer mehr Gas geben als eigentlich nötig. Stellte das Getriebe dann den Kraftschluss her, ruckte der Wagen herb voran. Dass der Motor beim Restart durch das Start- Stopp-System nur träge auf Touren kommt, hilft da ebenfalls nicht.

Nicht nur beim Kauf ist das DSG mit 1.900 Euro eine teure Angelegenheit. Alle 60.000 km steht ein Getriebeöl- und -filterwechsel an, der für Garantieansprüche penibel eingehalten werden muss und 300 Euro kostet – davon 140 Euro für sechs Liter Öl. Auch diese Investition verhinderte nicht, dass das Rucken in den unteren Gängen weiter zunahm, im automatischen wie im manuellen Modus.

Die kleinen Missgeschicke

Wir gäben das Geld für das DSG nun eher für die im Winter feurige Standheizung (1.185 Euro, Preisangaben zum Teststart) oder die hervorragenden Adaptivdämpfer (1.015 Euro) aus. Auch das teure Navi/Infotainment (2.315 Euro) konnte die hohen Erwartungen nicht ganz erfüllen. Es brauchte teilweise lang, um Routen zu berechnen, fand sich im Ausland nicht gut zurecht. Zudem verursachte es bei 8.009 km den ersten ungeplanten Werkstattstopp – eine Steckverbindung hatte sich gelöst.

Dramatischer inszenierte der Variant dagegen den zweiten Boxenstopp: Bei 57.040 km verlor der Motor auf der Autobahn plötzlich an Leistung, schaltete ins Notprogramm und drehte nur noch bis 2.000/min. Später erholte sich das Triebwerk, zur Werkstatt musste der Golf dennoch. Beim Auslesen des Fehlerspeichers zeigte sich, dass es wegen eines zu niedrigen Kraftstoffdrucks zu diesem Fehler gekommen war.

Das sind nur kleine Makel im soliden Auftritt des Variant. Doch verhindern sie, dass er wie seine beiden Vorgänger die Dauertest-Rangliste anführt. Denn seither schafften Ford Focus, Mercedes A 180 CDI und Toyota Auris den Test ganz ohne Mangel; Volvo V40 und Opel Astra kamen zumindest ohne ungeplanten Werkstattstopp über die Distanz.

Der Golf punktet mit günstigen Unterhalts- und Wartungskosten. Er brauchte nur einen neuen Satz Bremsbeläge vorn, kam aber mit den hinteren Belägen und dem ersten Satz Bremsscheiben aus. Zwischen den Wartungsstopps mussten nur zwei Liter Öl nachgefüllt werden, abgesehen vom teuren 60.000er-Stopp lagen die Inspektionskosten niedrig, und trotz des kräftigen TDI behandelte der Golf seine Reifen sorgsam.

Weniger sorgsam geht der VW mit seinem Wert um. Wegen Extras für 13.472 Euro erreicht der Kombi nach 100.000 km einen Schätzwert von 20 450 Euro – nur 45 Prozent des Neupreises. Aber warum sollte man so einen Golf nach 10. 000 km schon verkaufen? So solide, wie der Variant nach der Distanz dasteht, rennt ihm die Zeit noch lange nicht davon.

VW Golf Golf 2.0 TDI Variant, Frontansicht Foto: Jens Katemann
Das reine Weiß kostete 141 Euro extra. Die Standheizung schlägt mit 1185 Euro zu Buche.

Stärken und Schwächen

Wenngleich der Dauertest-Variant als Highline mit festlicher Zusatzausstattung kam, überzeugte doch vor allem das, was schon der Basis-Variant für 19 800 Euro bietet: das üppige Raumangebot für Passagiere und Gepäck, bequeme Sitze, gute Rundumsicht, eingängige Bedienung und die hochwertige Material- und Verarbeitungsgüte. Beim Antrieb überzeugte der kultivierte, kräftige, effiziente Zweiliter-Diesel. Dagegen enttäuschte das teure DSG (1.900 Euro). Mit ihm fährt der Golf ruckelig und verzögert an.

So beurteilen Leser den VW Golf VII

Mein Golf 1.4 TSI ACT (Erstzulassung Dezember 2013, 17.000 km) bereitet mir viel Freude, er ist ein bequemer, geräumiger Reisewagen. Die Verarbeitung ist auch im Detail erstklassig und das große Navi sehr hilfreich. Die Bedienung gibt trotz vieler Extras keine Rätsel auf. Der Verbrauch liegt bei 5,5 l/100 km bis 7,0 l/100 km. Die Sitze aus dem R-Paket sind auch auf langen Strecken bequem, könnten aber mehr Verstellmöglichkeiten bieten, etwa eine verstellbare Sitzflächenlänge. Der Wagen ist unglaublich leise und mein erster VW überhaupt, der nicht knarzt und klappert. Probleme gab es bisher nur mit Fehlermeldungen, die mit einer Ausnahme aber wieder von selbst verschwanden. Die Ausnahme war die Meldung „Waschwasser nachfüllen“, die auf 20 km Strecke bis zu 30-mal erschien.

Rüdiger Sellin, Mühlethurnen/Schweiz

Mit meinem Golf 1.4 TSI Highline bin ich seit 25.000 km fast rundum zufrieden. Die Fahrleistungen sind ansprechend und der Verbrauch ist mit durchschnittlich 7,2 l/100 km okay. Dabei ist er mit seiner verstellbaren Dämpfung sehr komfortabel, und im Gegensatz zum Vorgänger spricht sogar die Heizung sehr spontan an. Obwohl der Wagen über elektrisch verstellbare Ledersitze verfügt, kann keine Memory-Funktion geordert werden. An Defekten gab es ein schadhaftes Steuergerät für Navi/Infotainment und eine Beleuchtungseinheit der adaptiven Scheinwerfer. Nach drei gescheiterten Einstellversuchen der Werksniederlassung habe ich den neuen Strahler in einer freien Werkstatt einstellen lassen, jetzt stimmt's.

Thomas Schmidt, Lüdenscheid

Seit April 2014 und 21.000 km fahre ich einen Golf VII GTD, den ich neu gekauft habe. Speziell die Qualität des Innenraumes und der Sitze ist top. Auch mit dem Dieselverbrauch bin ich sehr zufrieden. Bei Fahrten im österreichischen Tempolimitbereich liegt er etwas über 5 l/100 km. Bei flotterer Fahrweise geht der Verbrauch nicht über 6,5 l/100 km.

Gerhard Juhitzer, Horn/Österreich

Vor- und Nachteile

  • für die Klasse üppiges Platzangebot, auch fünf Erwachsene kommen ordentlich unter
  • großer, variabler Kofferraum
  • langstreckenbequeme Sitze
  • hoher Federungskomfort
  • sicheres, agiles Handling
  • dauersolide Verarbeitung
  • gute Rundumsicht
  • kultivierter und sparsamer Turbodiesel, abgasrein nach Euro 6
  • passend gestuftes Doppelkupplungsgetriebe
  • sehr gutes Xenon-Licht
  • viele Ablagen, auch für Laderollo
  • günstige und zuverlässig funktionierende Assistenzsysteme
  • praktische Isofix-Anker
  • trotz hohem Drehmoment geringer Reifenverschleiß
  • günstige Kosten
  • Doppelkupplungsgetriebe ruckt mit zunehmender Laufleistung
  • zögerliches Anfahren wegen Getriebe und trägem Start-Stopp-System
  • Heckklappe öffnet teils nicht ganz

Fazit

Sollte man mal wieder überlegen, wie viel Auto für so ziemlich alle Lebenslagen genügt, wäre der Golf 2.0 TDI Variant so ein Kandidat. Über 100.000 Kilometer überzeugte er mit hohem Komfort, dem sparsamen Motor, vor allem aber bemerkenswerter Alltagscleverness und dem üppigen Platzangebot. Auch der Motor konnte überzeugen – abgesehen von dem kurzen Aussetzer, den er sich leistete. Zwiespältig dagegen der Auftritt des Doppelkupplungsgetriebes: Zu Beginn beeindruckte es mit Schnelligkeit und Komfort, nach der Testhalbzeit störte es zunehmend mit Ruckeln.

Technische Daten
VW Golf Variant 2.0 TDI Highline
Grundpreis32.525 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4562 x 1799 x 1481 mm
KofferraumvolumenVDA605 bis 1620 l
Hubraum / Motor1968 cm³ / 4-Zylinder
Leistung110 kW / 150 PS bei 3500 U/min
Höchstgeschwindigkeit216 km/h
Verbrauch4,5 l/100 km
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    Ja. Ja... Warum sollte man einen Golf nach 100000 Km schon verkaufen???

    Das ist ganz klar aus dem Test ersichtlich... Das Getriebe fängt bei 50000 Km an zicken zu machen und spätestens nach Ablauf der Garantie ist das Ding im Arsch....

    das kostet dann mal richtig. Auf Kulanz kannst du bei VW lange warten....

    bedal 12. Dezember 2016, 18:14 Uhr
    Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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