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Autoradios

Wellenstreiter: Wie stehts um den Empfang

Foto: Hans-Dieter Seufert 11 Bilder

Empfangsprobleme sollten bei modernen Autoradios kein Thema mehr sein. Unser Test zeigt jedoch eklatante Schwächen: Störungen, lahme Frequenzwechsel, Rauschen. Positive Ausnahmen haben wir auch gefunden.

19.05.2008 Alexander Bloch

Im Vergleich zu früher scheint die moderne Autoradio-Welt ein Empfangsparadies zu sein: Vor zwei Modellgenerationen stach bei vielen Autos noch eine UKW-Antenne aus dem linken Kotflügel, und die Sendersuche war auch bei teuren Radios ein mühsames, ablenkendes Drück-das-Knöpfchen-Spiel, bis man endlich das komplette Frequenzband durchlaufen hatte. Zudem musste der Fahrer oftmals eine Liste mit Alternativfrequenzen im Kopf haben, falls die eingestellte nicht mehr gut zu empfangen war.

Komfort für horrende Aufpreise

Und heute? Bei den meisten Autos ist die Radio-Antenne aus Designgründen aus dem Sichtfeld verschwunden, der automatische Frequenzwechsel über RDS gehört selbst bei den günstigsten Radios zum guten Ton, und moderne Audiosysteme bieten ständig eine Liste aller derzeit gut empfangbaren Sender. Komfort, den der Kunde auch erwarten darf bei den zum Teil horrenden Aufpreisen.

Doch nicht alle sind dem Fortschritt in gleicher Weise gefolgt. Das große Multimediasystem des neuen Mitsubishi Outlander zum Beispiel trägt eine kurze, so genannte GTI-Antenne auf dem Dach, aber eine automatisch aktualisierte Liste der besten Sender fehlt. So verlangt die Stationssuche umfangreiche Drückarbeit auf dem großen Touchscreen.

Empfangsstörungen gehören zum Alltag

Trotz der sichtbaren UKW-Antenne überfordert den japanischen SUV das Radio-Angebot vor allem in bergigen und damit empfangskritischeren Gebieten. Während starke Sender mit kräftigem Bass und klaren Höhen im Outlander-Interieur ertönen, kneift sein Empfänger schon bei leichteren Schwierigkeiten. Liegen zwei Sender frequenzmäßig sehr eng beieinander, stören kräftiges Spratzeln und Rauschen den Hörgenuss. Auch der automatische RDS-Frequenzwechsel funktioniert nur langsam und leidlich. Empfangsstörungen gehören beim Outlander zum Alltag.

Probleme, die auch die Radio-Einheit des Lexus IS plagen. Sender mit hoher Feldstärke erklingen einerseits sehr basskräftig und ausgewogen, andererseits kommt das IS-System in Schwierigkeiten, sobald die UKW-Situation komplexer wird : Frequenzwechsel erfolgen dann zögerlich und oft zu spät, kritische Sender werden nicht sauber getrennt, die Stereowiedergabe schwankt spürbar, und so rauscht und stört es mehr als nötig. Eine automatische Liste der am besten zu empfangenden Sender fehlt ebenfalls.

Frequenzwechsel dauert lange

Die tritt erst mit den deutschen Autos auf den Plan. So verfügt der Ford S-Max inzwischen auch über das große Blaupunkt-Denso-Multimediasystem mit Touchscreen wie im Mondeo. Im Gegensatz zu den japanischen Konkurrenten nehmen bei ihm die Störungen spürbar ab. Nur in schwierigen Empfangssituationen rauscht und kratzt die S-Max-Einheit über Gebühr. Zudem braucht sie manchmal zu lange, um auf eine bessere Alternativfrequenz zu wechseln. Der ansonsten ausgewogene Radioklang leidet dann etwas unter den zur Rauschunterdrückung gedämpften Höhen.

Eines der wenigen Probleme, mit dem auch das von Harman/Becker hergestellte Infotainmentpaket im Porsche 911 zu kämpfen hat. Sobald erhöhtes Rauschen oder Störungen drohen, kappt das Radio spürbar die obersten Höhen. Weniger Spratzeln, aber etwas glanzloser Klang sind die Folge. Dafür jongliert das Doppeltuner-System in beeindruckender Schnelligkeit mit den vielen Alternativfrequenzen von SWR3. Auch bei der Sendertrennung überzeugt der 911 mit geringen Störungen.

Wie man es perfekt macht, zeigt das von Continental zugelieferte RNS 510- System im VW Passat. Dort, wo ein Outlander-Autoradio nur noch kracht, bleibt es im VW quasi störungsfrei. Die digitalen Filter seines Doppeltuners schneiden einzelne Sender messerscharf aus dem Frequenzband und wählen, meist schon bevor Störungen erklingen, einen besseren. Und das alles ohne große Klangeinbußen. Nur im Notfall dämpft das ebenfalls mit einer Bestsender- Liste dienende und spritzig tönende VW-System hörbar die Höhen. Eine Top-Leistung.

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