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Werkstättentest Skoda 2008

Skoda verbessert sich deutlich

Foto: Reinhard Schmid 11 Bilder

Im Land von VW, Audi und Co. kann Skoda einmal mehr punkten: Beim Werkstätten-Test von auto motor und sport beseitigen die Mechaniker drei Viertel der an einem Fabia präparierten Mängel und verbesserten sich damit deutlich. Doch kein Betrieb ist sehr empfehlenswert.

10.10.2008 Jörn Ebberg

Ein Skoda weckt längst keine ostalgischen Gefühle mehr. Die Zeiten sind ein für alle mal vorbei. Seit ihrem Neuanfang im Jahr 1994 mit den Modellen Favorit und Forman ging es mit der Marke steil bergauf. Heute erfreut sich Skoda dank Baureihen wie Octavia, Roomster und Fabia großer Beliebtheit - ganz einfach, weil die Autos gut gemacht sind. Zuverlässige Indizien dafür liefern Zulassungs- und Pannenstatistik. Der Fabia beispielsweise zählt inzwischen zu den meistverkauften und verlässlichsten Autos seiner Klasse. Und wenn es doch mal in die Werkstatt geht? Keine Sorge, auch die Mechaniker zeigen eine deutlich ansteigende Form.

Das Ergebnis des aktuellen Werkstätten-Tests kann sich sehen lassen. Von acht besuchten Betrieben fällt lediglich einer durch, ein weiterer ist nur "bedingt empfehlenswert", und immerhin sechs dürfen als "empfehlenswert" gelten. Bleibt als einziger Wermutstropfen, dass keine Werkstatt wirklich fehlerfrei arbeitete und sich das Prädikat "sehr empfehlenswert" verdiente. Was wird dafür verlangt? Nicht viel. An dem Testfahrzeug - einem Skoda Fabia der 2007 abgelösten Baureihe - sind sechs Mängel verbaut. Eine falsche Scheinwerfereinstellung gehört ebenso dazu wie zu wenig Wasser im Kühler oder Luft im Reifen. Außerdem eine ausgehängte ABS-Sensorleitung, ein nach Fett lechzender Motorhauben-Fanghaken sowie eine defekte Innenbeleuchtung. Allesamt Fehler also, die einer Werkstatt bei der in Auftrag gegebenen großen Inspektion auffallen müssen.
Grobe Schnitzer schleichen sich ein

Vorausgesetzt, sie hält sich an den vorgeschriebenen Wartungsplan. Der Kunde darf das zu Recht erwarten, denn dafür bezahlt er. Kommt ein Betrieb seiner Arbeit penibel nach, erhält er das Bestergebnis. So einfach ist das in der Theorie. Davon ist Auto-Technik König in Isernhagen bei Hannover jedoch am weitesten entfernt. Zwischen Fahrzeugabgabe und Rechnungserstellung schleichen sich einige grobe Schnitzer ein. Die größten: Eine Dialogannahme findet nicht statt, und die Scheinwerfer würdigt die Werkstatt ebenso wenig eines Blickes wie die Innenbeleuchtung. Auch der Hinweis an den Kunden, den korrigierten Kühlwasserstand zu beobachten, bleibt aus. Dabei sind auf der Wartungsliste alle Punkte mit "i.O./durchgeführt" abgehakt. Zu dem schlechtesten Resultat von nur 14 Punkten kommt ein lausiger Service hinzu, zu dem eine unsicher wirkende Empfangsdame beiträgt.

Rund vier Wochen nach dem Testende folgt der Höhepunkt: Am Telefon meldet sich eine Frauenstimme mit Auto-Technik König. Der Vorwurf: "Da ist noch eine Rechnung offen." Dabei hat sie der Meister am Tag der Abholung persönlich quittiert - offensichtlich ein Versäumnis der Buchhaltung. Dass die Rechnung übersichtlich und verständlich ist, der Inspektionslohn (102,72 Euro) zudem niedrig, reißt es nicht mehr raus. Dennoch bleibt das Unternehmen in einem Punkt sogar top: Der Ölfilter ist mit einem Preis von 7,79 Euro der günstigste im Test. Aber die von den übrigen Rechnungen abweichende Teilenummer lässt den Schluss zu, dass es sich nicht um ein Originalteil handelt.

Die abgelieferte Arbeit ist zum Verzweifeln

Das Autohaus Frankfurt Mitte ist diesbezüglich über jeden Zweifel erhaben - aber auch nur, was die Verwendung von Originalteilen anbelangt. Dafür ist die abgelieferte Arbeit zum Verzweifeln. Allein dass die Werkstatt nur das Hinterrad, nicht aber das Reserverad beachtet, ist schon ein starkes Stück. Schließlich hat der Meister bei der Abgabe des Wagens noch ausdrücklich gefragt hat, ob der Skoda über ein Reserverad oder ein Notrad verfüge. Doch mit der missglückten Reparatur der Scheinwerfer verspielt das Autohaus jeden Kredit.

Per Telefon hatte der Meister den Kunden informiert: "Wir müssen das Standlicht wechseln." Dazu haben die Mechaniker im - zugegebenermaßen - engen Motorraum des Fabia vorne links an den Leuchtmitteln herumgefingert, diese aber nicht wieder ordnungsgemäß eingebaut und dabei die Batterieabdeckung abgerissen. Kein Problem, die kann man ja ersetzen - hat die Werkstatt aber nicht. Stattdessen liegt die Abdeckung lose auf der Batterie. Nicht der einzige Lapsus der Hessen. Bei der Abholung befindet sich auf dem Beifahrersitz eine kleine Dose Fettspray als vermeintliches Dankeschön-Geschenk. Gleichzeitig taucht ein solches Spray mit über sechs Euro auf der Rechnung auf. Zufall? An Kassenfüllern liegt es letztlich nicht ausschließlich, dass der Betrieb in der Kostenbewertung am schlechtesten abschneidet. Vielmehr ist der mit Abstand höchste Inspektionslohn von 193,32 Euro dafür verantwortlich, den auch der perfekte Service nicht rechtfertigt.

Wie ein König durfte sich der Skoda-Kunde ansonsten nur noch in den Autohäusern Friedrich Sütterlin in Freiburg und Manfred Kaus in Gelmeroda fühlen. Die Belohnung: ebenfalls fünf Service-Sterne. Zusammen mit Welker in Darmstadt, der Fahrzeugvertrieb GmbH in Freiburg und Hornfeck in Leipzig bringen es Sütterlin und Kaus auf jeweils 19 von 25 Punkten bei der Bewertung der Arbeitsleistung. Diese fünf Autohäuser haben alles gleich richtig - und gleich falsch - gemacht, sind jeweils an der korrekten Scheinwerfereinstellung gescheitert und haben den Kunden unisono nicht auf den Kühlwasserverlust hingewiesen. Welker und Hornfeck bekommen darüber hinaus Abzüge in der Servicenote für eine nicht durchgeführte Dialogannahme, die Fahrzeugvertrieb GmbH, weil niemand die Rechnung erläutert hat.
Beim Inspektionslohn herrscht weitgehend Einigkeit

Erstaunlich ist, wie eng diese Unternehmen auch preislich zusammenliegen. Egal ob Süd, Ost oder West - zumindest bei der Höhe des Inspektionslohns herrscht weitgehend Einigkeit. Mit Ausnahme von Sütterlin differieren die Beträge innerhalb dieser Fünfergruppe um weniger als 15 Euro. Geradezu diffus ist bei genauer Betrachtung hingegen das Preisbild, das sich in den neuen Bundesländern abzeichnet. Während bei Hornfeck in Leipzig der Liter Öl mit 18,46 Euro und eine Glühlampe mit 2,44 Euro berechnet wird, kosten die gleichen Positionen etwa 130 Kilometer südwestlich im Autohaus Kaus in Gelmeroda nahe Weimar 10,33 Euro beziehungsweise 61 Cent. In der Summe also die Hälfte weniger.

An den Weimarer Ersatzteilpreisen beißt sich auch der Testsieger die Zähne aus. Dennoch weiß die Rindt & Gaida GmbH zu überraschen. Mit 95,87 Euro berechnet sie den niedrigsten Inspektionslohn aller getesteten Unternehmen. Verbunden mit der besten Werkstattleistung, die bis auf den fehlenden Hinweis auf den Kühlwasserverlust tadellos ist, bietet sie damit zudem ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis. Einziges Haar in der Suppe: Bei der Abholung wird der Kunde durch eine Service-Assistentin abfertigt, der Meister bequemt sich nicht hinzu. Schade, bei der Fahrzeugabgabe hatte er noch Maßstäbe gesetzt. Zusammen mit dem Kunden fährt er den Wagen auf die Hebebühne, inspiziert ihn mit der Gründlichkeit eines Mediziners, füllt dabei gleich das Serviceheft aus, notiert die anfallenden Arbeiten und checkt den Zustand der Batterie - vorbildlich. In dieser Ausführlichkeit aber leider eben nicht die Regel.

Erfüllungsquote von 74,5 Prozent


Dennoch haben die Skoda-Werkstätten insgesamt einen Schritt nach vorn gemacht. Wenn man sich die Erfüllungsquoten anschaut, auch zwei. Als auto motor und sport zuletzt in 2001 die Betriebe der Marke unter die Lupe nahm, blieben noch 32,1 Prozent der präparierten Mängel von den Schraubern unentdeckt. Heute sind es noch 25,5 Prozent. Nicht nur mit der Modellpalette geht es also bergauf.

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