Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Werkstättentest 2012 (Folge 4)

Hyundai auf dem Weg zur Besserung

Werkstatt-Test, Mängelliste Foto: Joerg Dotzek 17 Bilder

Bereits zum vierten Mal testet auto motor und sport Hyundai-Werkstätten. Das aktuelle Ergebnis ist uneinheitlich: Fünf Vertragshändler warten mit einer ordentlichen Arbeitsleistung auf, zwei Betriebe sind nicht empfehlenswert.

24.08.2012 Anna Matuschek

"Unser Ziel ist es, jeden Tag einen kleinen Schritt besser zu werden und unsere Kunden dauerhaft mit Servicequalität zu begeistern", äußerte Service-Direktor Karl Hell nach dem für Hyundai wenig ermutigenden Ergebnis im Jahr 2007. Das koreanische Unternehmen erreichte damals eine Fehlerbehebungsquote von 58 Prozent. Tatsächlich hat Hyundai 2012 einen deutlichen Schritt nach vorn gemacht, wenngleich das aktuelle Resultat von 71 Prozent keinen Anlass zu Begeisterungsstürmen liefert. Weiterhin besteht noch viel Luft nach oben, denn der Kunde kann für sein Geld eine hundertprozentige Arbeitsleistung bei der Inspektion, die er in Auftrag gegeben hat, verlangen.

2007 war das Ergebnis zweigeteilt. Die Hälfte der acht getesteten Hyundai-Vertragshändler lieferte ein gutes bis sehr gutes Ergebnis ab, in den übrigen vier Autohäusern fiel die Arbeitsleistung hingegen mangelhaft aus. An dem Glücksspiel, eine ordentlich arbeitende Vertragswerkstatt zu finden, hat sich in diesem Jahr nicht viel geändert. Insgesamt fünf Mal lautet die Beurteilung "empfehlenswert", drei Betriebe fallen als nur bedingt oder nicht empfehlenswert durch.

Es gilt sieben Mängel zu entdecken und zu beheben

Wie üblich wird der zur Inspektion angemeldete Hyundai so präpariert, dass jeder Mechaniker die Fehler finden sollte, bevor er ein Häkchen auf der Check-Liste macht. Im Test gilt es, sieben Mängel zu entdecken und zu beheben. Bis auf die verstellten Scheinwerfer und den zu niedrigen Reifenluftdruck lassen sie sich bereits bei einer ordentlichen Direktannahme finden. Eigentlich müsste einem gewissenhaften Mechaniker die defekte Hupe, der ausgefallene Seitenblinker oder die ausgeklipste Bremsleitung auffallen. Das Ölen des Motorhaubenfanghakens gehört ebenfalls zum Wartungsaufwand.

Ein trauriges Ergebnis landet das Autohaus Klaus Süßdorf in Homburg-Saar. Insgesamt vier Mängel werden weder erkannt noch instand gesetzt, mit elf von möglichen 30 Punkten fällt die Arbeitsleistung miserabel aus. Und all das zu einem Inspektionspreis von stattlichen 294,24 Euro. Teuer ist es auch im Autohaus Freydank in Leipzig. Dort muss der Fahrzeugbesitzer insgesamt 462,70 Euro abdrücken, obwohl er nur eine große Inspektion verlangt. Völlig selbstverständlich weist der Rechnungsbeleg Kostenpunkte wie "Bremse Vorderachse und Hinterachse konservieren" auf. Diese stehen aber weder auf dem Wartungsplan, noch sind sie mit dem Auftraggeber abgesprochen. Zudem versucht der Meister dem Kunden Systemreinigungsmittel anzudrehen, die angeblich den Kraftstoffverbrauch senken sollen.

293,98 Euro im Autohaus Claas Wehner in Hamburg

Teuer wird es auch im Autohaus Claas Wehner in Hamburg, das es dank guter Arbeitsleistung auf den zweiten Platz schafft. Allein für die Inspektion werden 293,98 Euro berechnet. Deutlich niedriger sind die Preise bei R&S in Köln-Fühlingen, wobei der Serviceberater allerdings ohne Rücksprache entscheidet, dass eine kleine Wartung ausreicht, obwohl der Kunde eine große Inspektion wünscht. Für eine Fehlersuche am Sicherungskasten bleibt dann keine Zeit mehr, bis zum nächsten Werkstatt-Termin muss der Kunde ohne Hupe fahren. In den übrigen sieben Betrieben wird der Fehler gefunden und behoben.

Ein anhaltendes Ärgernis bleibt das Thema Ölqualität. Keine Werkstatt fragt nach der gewünschten Sorte, obwohl der Kostenunterschied horrend ist. Freydank füllt Schmierstoff für 7,90 Euro pro Liter ein, bei R&S in Köln-Fühlingen sind stolze 20,24 Euro zu zahlen. Bei einer ordentlichen Direktannahme sollte dieser Punkt zumindest angesprochen werden. Immerhin führen sechs von acht Werkstätten einen Check auf der Hebebühne durch, und nur ein Betrieb schenkt sich die Probefahrt.

Erhebliche Defizite beim Thema Scheinwerfereinstellung

Erhebliche Defizite gibt es beim Thema Scheinwerfereinstellung. Nur dem Autohaus Emrich in Saarlouis gelingt es, die Scheinwerfer korrekt einzustellen. Fünf Werkstätten versuchen es zwar, scheitern aber kläglich. Die beiden Testverlierer belassen es beim Abhaken auf der Service-Checkliste.

Positiv: Das Strecken der Rechnung mit Kassenfüllern scheint aus der Mode gekommen zu sein. Lediglich das Autohaus Freydank halst dem Kunden vom Montagereiniger über den Unterbodenschutz bis hin zum Kleinmaterial Zusatzkosten von 19,22 Euro auf. Testsieger Maluche schreibt zwar keine unnötigen Mittelchen auf die Rechnung, kassiert aber für das Einklipsen der Bremsleitung stolze 6,50 Euro sowie weitere 12,40 Euro für den Tausch der defekten Hupensicherung. Hier verdient sich auch das Autohaus Süßdorf mit minimalem Aufwand 25,35 Euro dazu.

Wer bei der Abgabe des Fahrzeugs keinen Abholtermin genannt bekommt, sollte sich auf einen versprochenen Rückruf verlassen können. Ebenso zuverlässig muss der gewünschte Auftrag schriftlich festgehalten werden. Im Eilenburger Autohaus Damm können sich die Mitarbeiter selbst nicht daran erinnern, was der Kunde in Auftrag gegeben hat, da keine Auftragsbestätigung ausgehändigt wird.

Während Hyundai-Kunden vor 18 Jahren kaum Chancen auf einen guten Kundendienst hatten, ist es heute um die Arbeitsleistung besser bestellt. Bleibt zu wünschen, dass die Koreaner aus dem Service-Werbeslogan auf ihrer Homepage "Wir möchten ein zuverlässiger Partner sein, wir möchten fehlerlose Qualität bieten" in Zukunft ein "Wir sind ein guter Partner, wir bieten fehlerlose Qualität" machen.

Fünf Hyundai-Werkstätten empfehlenswert

Hyundai-Besitzer fahren zwar ein relativ wirtschaftliches Fahrzeug, müssen dafür aber beim Kundendienst den Geldbeutel weiter aufmachen als bei anderen Fabrikaten. Im Durchschnitt kostet eine große Inspektion rund 220 Euro. Peugeot bietet denselben Service für knapp 200 Euro an. Konkurrent Toyota liegt zwar mit 240 Euro über Hyundai, überzeugt allerdings auch mit einer sehr guten Werkstatt-Qualität.

Die Nadel im Heuhaufen müssen Kunden zwar nicht mehr suchen, aber völlig selbstverständlich ist guter Service und gewissenhafte Arbeit bei den Hyundai-Vertragshändlern immer noch nicht. Kein Betrieb erreicht das Prädikat "sehr empfehlenswert", fünf Werkstätten ein "empfehlenswert", die restlichen drei fallen deutlich ab. Zudem liegt der Rechnungsbetrag in zwei Betrieben über 450 Euro, nicht zuletzt, weil dem Kunden bisweilen anstelle von Kassenfüllern kleine Arbeiten mit hohem Lohn untergejubelt werden.

Im Vergleich zum letzten Test im Jahr 2007 kann Hyundai zwar die Erfüllungsquote bei der Arbeitsleistung um 13 Prozentpunkte steigern, doch den bisherigen Bestwert von 75 Prozent im Jahr 1998 erreicht die Marke diesmal nicht.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
Autokredit berechnen
Anzeige
Gebrauchtwagen Angebote
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden