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Werkstättentest Audi 2010

Vier Audi-Betriebe fallen durch

Audi Werkstättentest 2010, Audi A3 Foto: Reinhard Schmid 17 Bilder

Premiummarken müssen auch in den Werkstätten einen Premium-Job machen, ganz einfach. Vier der acht im Werkstättentest getesteten Audi-Betriebe haben das nicht geschafft. Und insgesamt wurden nur 75 Prozent aller Mängel behoben.  

29.07.2010 Klaus Wießmann

Ein Viertel der Mängel wurden nicht behoben

Bringen wir das Ganze auf den Punkt: Obwohl Audi im Werkstätten-Test von auto motor und sport um sieben Prozentpunkte gegenüber 2008 zulegt, wurde rund ein Viertel (24,6 Prozent) der Mängel nicht behoben. Das kann dem Premiumanspruch der VW-Tochter ebenso wenig genügen wie dem Kunden, der bei Inspektionskosten zwischen rund 205 und 310 Euro eine hundertprozentige Leistung bei jedem Werkstattbesuch erwarten darf. Nur in vier Betrieben fällt die Arbeitsleistung zufriedenstellend aus, bei dem Rest ist sie weniger überzeugend. Zwar kam es nicht wie 2008 zu Totalausfällen in drei Betrieben, doch lässt die Qualität bei den vier mit "bedingt empfehlenswert" benoteten Händlern Thönes in Blieskastel, Möbus in Berlin, dem Audi-Zentrum Saarbrücken und Rath in Herne zu wünschen übrig. Immerhin erarbeiteten sich drei Betriebe (Audi-Zentrum München, Kirschner in Moosburg und Zentrum Berlin-Charlottenburg) das Prädikat "empfehlenswert", und dass nichts Unmögliches verlangt wird, unterstreicht Bojahr in Heusweiler mit dem Maximum von 30 Punkten.

Rote Laterne geht ins Saarland

Eingebaut in den zu einer großen Inspektion angemeldeten Audi A3 waren insgesamt sieben Mängel, die der Monteur bei einer korrekten Durchführung der Wartung erkennen und instand setzen muss. Voraussetzung ist aber, dass sich der Mechaniker strikt an die Inspektionsanweisung hält. Die Realität sieht häufig anders aus. Vielfach werden die einzelnen Positionen auf der Wartungsliste schlicht abgehakt, ohne dass der Scheinwerfer korrekt eingestellt oder die ausgehängte Bremsleitung eingeclipst wird. Die rote Laterne trägt Auto Thönes im saarländischen Blieskastel. Am Ende der Inspektion stellt sich heraus, dass der Monteur der ausgehängten Bremsleitung und der losen Schraube für das Abdeckblech keine Aufmerksamkeit geschenkt hat, obwohl auf der Wartungsliste ein "in Ordnung/durchgeführt" abgehakt wird. Zudem strahlt der rechte Scheinwerfer weiterhin zu weit nach links, und es wird nur Kühlwasser nachgefüllt, ohne den Kunden hierüber zu informieren. Mit lediglich 17 Punkten liefert Thönes hier das schlechteste Resultat ab.

Beispielhaft verhält sich hingegen der Testsieger: Im Autohaus Bojahr wird der Kunde informiert, die "Kühlung bitte unter Beobachtung" zu halten. So sollte es generell sein, aber nur in drei Betrieben wird dem Autofahrer eine weitere Kontrolle des Kühlwasserpegels ans Herz gelegt. Überdurchschnittlich hoch ist auch die Fehlerquote bei der losen Abdeckblechschraube, die in fünf Autohäusern nicht befestigt wird. Besser sieht es bei der Korrektur des Luftdrucks sowie bei der Instandsetzung der defekten Kennzeichenbeleuchtung aus, in der sämtliche Betriebe einen Treffer landen.

Möbus und Thönes ohne Dialogannahme

Wie wichtig die Kommunikation zwischen Kunde und Serviceberater bei der Annahme ist, stellen die beiden am schlechtesten bewerteten Autohäuser nachdrücklich unter Beweis. Weder bei Thönes noch bei Möbus verschwendet man einen Gedanken an eine Dialogannahme. Die Daten werden kurz aufgenommen, der Kunde schnell verabschiedet. Gerade bei einer intensiven Besichtigung auf einer Hebebühne bekommt der Kunde aber das Gefühl vermittelt, dass sich sein Wagen in guten Händen befindet. Zudem fallen hierbei mitunter Mängel auf, die lästige Rücksprachen erübrigen. Wenn der Serviceberater den defekten Scheibenwischer bei der Annahme registriert, muss er später nicht nachfragen, ob der Kunde einen Austausch wünscht. Kompetenz zeigt sich auch dann, wenn der Meister am Ende der Inspektion nochmals mit dem Kunden spricht und die Erläuterung der Rechnung oder den Hinweis auf demnächst fällige Reparaturen nicht einer Kassiererin überlässt.

Kassenfüller gibt es weiter

Diesbezüglich korrekt geht es bei Kirschner und Bojahr sowie im Zentrum Berlin zu. Wen wundert es da, dass sich dieses Trio die besten Noten sichert? Eine Direktannahme nützt aber nur wenig, wenn der Serviceberater wie in Berlin beim Check der Scheibenwischer nicht bei der Sache ist und über das eingerissene Wischerblatt hinwegsieht. Im Vergleich zu den Vorjahren wurde zwar die Liste der Kassenfüller kleiner, doch es gibt sie weiter. Die Schrauber im Autohaus Rath füllen Scheibenreiniger für 5,30 Euro in den bei der Abgabe randvollen Wasserbehälter ein, im Zentrum München stehen 9,71 Euro für Waschzusatz auf der Rechnung. Unterschiedlich fallen auch die Kosten für die Reparatur der defekten Kennzeichenbeleuchtung aus. Kostenlos geschieht dies im Zentrum Saarbrücken sowie bei Rath, Kirschner und Bojahr. Berechnet wird nur eine Glühlampe für weniger als zwei Euro. Dagegen kassiert das Autohaus Möbus für den Ein- und Ausbau der Leuchte acht Euro, bei Thönes sind es 14,78 Euro, im Zentrum Berlin 17,85 und im Zentrum München 25,30 Euro.

Die Spanne bei den Ölpreisen erstreckt sich sogar von 17,25 Euro bei Thönes bis zu 29,04 Euro für einen Liter im Autohaus Möbus: Bei einer Füllmenge von 4,3 Litern macht das einen Unterschied von mehr als 50 Euro aus. Dass nicht einmal gefragt wird, welches Öl zu welchem Preis eingefüllt werden soll, ist in Zeiten der Mobilitätsgarantie anscheinend Normalität. Man muss mit dem vorlieb nehmen, was der Betrieb in großen Fässern eingekauft hat.

Die Hälfte wird dem Premiumanspruch nicht gerecht

Ansonsten ist es um die Servicequalität in sechs Betrieben gut bestellt. Der Kunde erhält eine Auftragsbestätigung, es erfolgt eine mehr oder weniger gründliche Direktannahme sowie eine mindestens drei Kilometer lange Probefahrt, die Rechnung wird erläutert, wenn auch nicht immer vom Meister, und die Freundlichkeit des Personals ist zufriedenstellend. Das sichert diesen Autohäusern fünf Sterne. Abstriche gibt es für Thönes und Möbus mangels Dialogannahme, zudem fällt die Probefahrt bei Thönes mit maximal einem Kilometer zu kurz aus.

"Wir versprechen Ihnen Professionalität, unsere Leistungen sind zu 100 Prozent premium", wirbt das Zentrum Berlin. Diesem Anspruch wird die Hälfte der in diesem Jahr getesteten Vertragshändler nicht gerecht. Audi-Serviceleiter Dietmar E. Schnepp betonte nach dem Werkstätten-Test 2008: "Wir legen Wert auf eine herausragende Behandlung unserer Kunden. Alle sollen den Service bekommen, den sie zu Recht von einem Premiumhersteller erwarten." Um dieses Ziel zu realisieren, besteht trotz der leichten Besserung weiterhin Handlungsbedarf.

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Reportage: Werkstätten-Test Teil 2 Mit dem Audi A3 in acht Werkstätten
auto motor und sport 15/2010
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