Werkstättentest: Die Bilanz 2008 - Berg- und Talfahrten

Mercedes fährt der Konkurrenz im Werkstätten-Test 2008 deutlich davon und wird dem Premiumanspruch der Marke gerecht. Für Skoda lief es passabel, Audi, Ford, Renault und Toyota liefern eine unbefriedigende Arbeitsqualität.

So sehen Sieger aus: Hans-Bahne Hansen, Service-Chef der Daimler AG, hat allen Grund zum Strahlen: Mit einer Fehlerbehebungsquote von 87 Prozent markieren die Mercedes-Händler im Werkstätten-Test 2008 ein Top-Resultat und polieren den Stern kräftig auf. Hansens Fazit: "Das Ergebnis bestätigt, was wir über Jahre aufgebaut haben."

Toyota: Organisatorische Mängel

Getreu dem Motto: "Vertrauen ist gut, Kontrolle besser" wird jeder der 1.200 Firmenstandorte jährlich mindestens einmal einem Test unterzogen. Zudem erfolgen täglich 500 Eigentests durch die Händler. In Betrieben, die den Standard nicht erfüllen, sorgen Mercedes-Mitarbeiter dafür, dass das Konzept "Service mit Stern" künftig durchgängig von der Dialogannahme bis zur Fahrzeugübergabe realisiert wird. Bei Bedarf sind die Teams zwischen 15 und 18 Arbeitstage vor Ort, um den Betriebsablauf zu optimieren.

"Wir haben", so Hansen, "Überzeugungsarbeit geleistet. Die Wettbewerber fragen inzwischen, was Mercedes besser macht." Mit einer durchschnittlichen Fehlerbehebungsquote von 70,1 Prozent fiel das Ergebnis 2008 erneut unbefriedigend aus Eine Frage, die man sich bei Toyota tatsächlich stellen muss. Die Erfüllungsquote sackt im Vergleich zu 2005 von 69 auf erschreckende 56 Prozent ab, gleich fünf von acht Autohäusern fallen mit "nicht empfehlenswert" durch das Raster. Für das "keineswegs akzeptable Ergebnis" sind nach Ansicht von Toyota-Serviceleiter Johannes Herrlich "überwiegend organisatorische Mängel" verantwortlich. Herrlich setzt neben verpflichtenden Werkstätten-Tests für die Händler jetzt auf einen höheren Schulungsaufwand und eine größere Motivation bei Monteuren und Technikern.

15 Autohäuser nicht empfehlenswert

Dass Kontrollen erforderlich sind, daran lässt das aktuelle Ergebnis keinen Zweifel aufkommen: In den von auto motor und sport aufgesuchten 48 Autohäusern in den Regionen Frankfurt, Freiburg, Hannover und Leipzig wurden im Schnitt nur 70,1 Prozent der Fehler korrekt beseitigt. Die Monteure behoben nur 182 der 288 präparierten Mängel zur vollen Zufriedenheit des Kunden. Insgesamt 15 Autohäuser schnitten mit "nicht empfehlenswert" ab, lediglich fünf Betriebe führten den Inspektionsauftrag fehlerlos durch und können sich mit dem Prädikat "sehr empfehlenswert" schmücken.

Toyota-Werkstatt: Nur einen Mangel entdeckt

Den Vogel schoss das Autohaus Nord in Freiburg ab: Der einzige Mangel, den die Monteure in dem Toyota-Betrieb ordnungsgemäß beseitigten, war der zu niedrige Luftdruck im Hinterrad und im Reserverad. Unentdeckt blieben fehlendes Kühlwasser, ausgehängte Bremsleitung, verstellte Scheinwerfer sowie die defekte Hupe und die nicht funktionierende Kofferraumbeleuchtung. Da stellt sich Frage, was an dem Corolla zum Inspektionspreis von 239,61 Euro inspiziert wurde.

Sprühpaste, Bremsenreiniger & Co: Kassenfüller

Eine miserable Arbeitsqualität ist das eine Ärgernis, ein anderes das Thema Kassenfüller. Sprühpaste, Kühlzusatz, Hydrauliköl, Bremsenreiniger oder Ähnliches haben nach Auffassung von Audi-Serviceleiter Dietmar E. Schnepp "nichts auf der Rechnung zu suchen". Gewiss genügend Baustellen, um angesichts des ernüchternden Resultats Händlern und Monteuren weiterhin auf die Finger zu sehen. auto motor und sport wird es wie Testsieger Hansen halten, der sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen will: "Nach dem Test ist vor dem Test."

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