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Werkstättentest Toyota 2005

Zwei Toyota-Betriebe fallen durch

„Nichts ist unmöglich“ – dieser Slogan gilt auch für die von auto motor und sport getesteten Toyota-Autohäuser. Zwei der acht Betriebe schneiden mit „nicht empfehlenswert“ ab, drei sind nur bedingt zu empfehlen.

01.10.2005

Toyota-Vice Chairman Fujio Cho erklärt den Erfolg der Marke mit dem ständigen Streben nach Verbesserung. Der Kunde soll Freude an einem guten Produkt haben. Bleibt die Frage, ob Toyota-Besitzer immer noch voller Freude sind, wenn sie zum ersten Mal mit ihrem Wagen bei einer Vertragswerkstatt waren. „Muda“ ist japanisch und bedeutet Verschwendung. Gerade das will man bei Toyota vermeiden. Im Autohaus Auto-Box in Bremerhaven halten sich die Damen bei Annahme und Abholung des Yaris daran. Sie vergeuden kein einziges überflüssiges Wort.

Die Kommunikation beschränkt sich auf die Frage nach dem Scheckheft und der Erreichbarkeit des Kunden. Eine Auftragsbestätigung gibt es nicht, von dem Angebot eines Ersatzwagens ganz zu schweigen, und ein Meister ist auch nicht in Sicht. Bei der Abholung des Yaris ist mit „Wie zahlen Sie?“ alles gesagt. Mit der Inspektion hat offensichtlich auch niemand seine Zeit verschwendet. Nur drei von sieben eingebauten Fehlern sind behoben.

Dafür fällt die Rechnung umso opulenter aus. 3,2 Liter 10W40- Motorenöl kosten hier 51,78 Euro, das sind rund 25 Euro mehr als für die exakt gleiche Menge des identischen Öls im Torgauer Autohaus. Ein ominöser Posten Kleinmaterial für 5,22 Euro, der nicht näher erklärt wird, und ein berechnetes, aber nicht getauschtes Birnchen setzen dem i das Tüpfelchen auf. Insgesamt 240,03 Euro für 13 von 31 möglichen Punkten. Hier wird der gute Ruf der Marke Toyota eindeutig aufs Spiel gesetzt.

Dass es auch anders geht, zeigt Auto Saxe in Leipzig. Auf die telefonische Anfrage, ob man den Wagen bereits am Vorabend vorbeibringen kann, erfolgt zunächst eine schulmeisterliche Belehrung über die Wahrung von ausgemachten Terminen. Vor Ort gibt es dann aber keine Probleme mehr. Obwohl das Autohaus sehr groß ist, findet man die Annahme leicht. Die Kunden des Tages sind auf einem Flipchart aufgeführt und auf mehrere Annahmemeister verteilt.

Nach Aufnahme der Daten erfolgt eine kurze Besichtigung des Yaris mit der Frage nach Auffälligkeiten und der Erreichbarkeit des Kunden. Dieser erhält auch eine Auftragsbestätigung. Leider kommt der Wagen in seiner Gegenwart aber nicht auf die Hebebühne. Bei der Abholung sind die mitgebrachten Sommerräder montiert, und der gleiche Meister übergibt das Fahrzeug. Die Rechnung sowie die durchgeführten Arbeiten werden erklärt und das Protokoll ausgehändigt.

Die Inspektionsrechnung ist mit 271,35 Euro die höchste im Test. Kassenfüller und Posten wie Systemreiniger-Benzin und Funktionssicherung für insgesamt knapp 14 Euro trüben das Bild. Dafür glänzt Auto Saxe mit 28 Endpunkten. Es fehlt jedoch der Hinweis für den Grund des Bremsflüssigkeitsverlusts. Dazu kommt das nicht aufgepumpte Reserverad. Diese beiden Punkte verhindern ein noch besseres Resultat. Auto Saxe in Leipzig ist damit sehr empfehlenswert und Testsieger im diesjährigen Toyota-Werkstättentest. Kontinuierliche Verbesserung heißt auf Japanisch „kaizen“.

Vermeintlich schlecht beginnt der Test im Autohaus Strobel in Augsburg. Zwar ist die junge Dame am Empfang ein optischer Glanzpunkt, ein Meister ist bei der Abgabe des Wagens jedoch nicht zugegen. Trotz der ausdrücklich in Auftrag gegebenen großen Inspektion erhält der Kunde bei der Abholung eine Rechnung für einen kleinen Kundendienst. Dementsprechend niedrig fällt der Inspektionspreis mit 118,30 Euro aus. Erwähnenswert ist hierbei, dass auf der Rechnung keinerlei Kassenfüller oder undurchsichtige Posten aufgeführt sind. Der Kunde kann die Rechnung gut nachvollziehen.

Die eigentliche Überraschung erfolgt bei der Mängelkontrolle. Das Wischerblatt ist immer noch eingerissen. Außerdem fehlt wie bei sechs anderen Werkstätten der Hinweis auf den Flüssigkeitsverlust. Der Betrieb sichert sich für den kleinen Kundendienst aber trotzdem das Prädikat „empfehlenswert“ mit 26 Punkten. An dieses Ergebnis reichen sechs weitere Werkstätten nicht heran. Sie schneiden bei wohlgemerkt großen Inspektionen und gleicher Mängelpräparierung deutlich schlechter ab.

Die Arbeitsleistung der getesteten Werkstätten ist in keinem der Betriebe hundertprozentig. Dieses beunruhigende Bild zeigt sich bei der technischen Nachkontrolle. Außerdem darf der Kunde in den wenigsten Fällen damit rechnen, einen perfekten Service zu bekommen. Nur drei von acht Autohäusern stellen bei der Annahme eine Auftragsbestätigung aus. Diese ist jedoch grundsätzlich vorgeschrieben.

Von freundlichen Mitarbeitern, die die Kundschaft zuvorkommend behandeln und vor allem kompetent beraten, ganz zu schweigen. In den Autohäusern Auto-Box, Torgauer, Schneider und Strobel nimmt das Büro-Personal die Wagen an. In keiner der getesteten Werkstätten fragt man den Kunden nach der gewünschten Motorölsorte, sondern füllt einfach etwas ein. In fünf Fällen findet sich auf FAZIT der Rechnung 10W40 wieder. Im Prinzip durchaus die richtige Ölsorte, doch die Preise pro Liter variieren zwischen 8,28 Euro in Torgau und 16,18 Euro bei Schneider und Auto-Box – ein Unterschied von fast 100 Prozent.

Besonders gut meint es das Autohaus Reiniger mit dem Yaris. Mit dem eingefüllten Synthetiköl 5W40 dürfte in Zukunft wirklich alles rund laufen. Zwar ist der Kompaktwagen nicht auf das hochwertige Öl angewiesen, aber mit 12,64 Euro pro Liter liegt Reiniger wenigstens im preislichen Mittelfeld. Immerhin fünf der Betriebe händigen bei der Abholung das Werkstattprotokoll aus. Nach dieser vom Hersteller vorgegebenen Liste arbeitet ein Mechaniker die große Inspektion ab – theoretisch.

In der Praxis sieht es leider anders aus. Testsieger Auto Saxe will die fehlende Luft im Reserverad korrigiert haben. Trotzdem stimmt der Luftdruck nicht. Strobel in Augsburg hat eine Überprüfung der Wischerblätter abgehakt, eingerissen sind sie aber immer noch. Der drittplatzierte Herges in St. Ingbert gibt eine Probefahrt vor, die auf dem Kilometerzähler aber nicht sichtbar ist. Ähnlich verhält es sich beim Autohaus Schneider. Probefahrt und Scheibenwischerkontrolle tragen zu Unrecht einen Haken.

In Torgau mangelt es trotz eindeutigen Vermerks an der Wischer- und Beleuchtungskontrolle. Sonst wäre das defekte Wischerblatt getauscht und die Scheinwerferstellung korrigiert worden. Bei Reiniger in Königsbrunn, Lambeng in Heusweiler und der Auto- Box in Bremerhaven spart man sich nicht nur das Protokoll, sondern auch die korrekte Mängelbeseitigung. Diese drei Betriebe sind nicht umsonst die Schlusslichter im Test.

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