Winterreifentest: 205/55 R 16

Zwölf klassische Winterreifen sowie zwei Ganzjahresreifen der Dimension 205/55 R 16 treten im Test auf Schnee, bei Nässe und bei Trockenheit gegeneinander an. Getetstet wurde im Norden Schwedens auf einer Mercedes C-Klasse.

Der vergangene Winter ließ viel zu viel Milde walten. Wie der nächste wird? Machen Sie es wie die Reifentester von auto motor und sport, ziehen Sie einfach in den Norden Schwedens. Da ist der Winter noch sicher. Schnee gibt’s reichlich und Kälte auch. So muss es sein, wenn die Bedingungen für einen vergleichenden Test stimmen sollen.

Die Schweden würden über jeden lachen, der glaubt, ohne Winterreifen durch das weiße Halbjahr zu kommen. Das zählt auch wahrhaftig nicht zu den Empfehlungen, die Sie von auto motor und sport bekommen werden. Aber der Gedanke hat etwas Verführerisches. Sollten die Winter in Mitteleuropa tatsächlich wärmer werden, könnten es ja auch so genannte Ganzjahresreifen tun.

Die sollen unter allen Bedingungen eine gute Figur machen, wenngleich kein Hersteller behaupten wird, das Ei des Kolumbus geknackt zu haben. Spezialisten sind besser auf ihrem Gebiet, doch kann der bei der Reifenkonstruktion erzielte Kompromiss ja durchaus akzeptabel sein.

Zusätzlich zum Zwölfer-Feld der reinen Winterreifen, die hier zum Test antreten, sind deshalb auch zwei Allrounder dabei: Der Goodyear Eagle Vector, jüngste Version eines seit vielen Jahren angebotenen Ganzjahresreifens, sowie der brandneue Quatrac 3 des niederländischen Herstellers Vredestein, der im Gegensatz zu den übrigen Konkurrenten den Speedindex V (bis 240 km/h) aufweist.

Er ist seit September in neun Dimensionen im Handel, zwei davon sind Runflat- Ausführungen mit Notlaufeigenschaften. Was können die sogenannten Alleskönner? Der Goodyear schiebt sich in der Gesamtwertung mitten hinein ins Feld der Winterreifen und erhält damit das Prädikat empfehlenswert.

Der Vredestein schneidet weniger überzeugend ab. Er kann zwar den Winterreifen von Falken noch hinter sich lassen, verdient sich aber mit seiner Gesamtpunktzahl nur „Bedingt empfehlenswert“. Den Knackpunkt bilden die Nässe- Eigenschaften.

Hier ist der Goodyear um Längen besser, wobei nicht nur das Aquaplaning-Verhalten, sondern vor allem das Bremsvermögen den Ausschlag geben. Auf trockener Straße sind die beiden Reifen annähernd gleichwertig – mit leichten Vorteilen für den Goodyear wiederum bei der Bremsprüfung. Beide bieten sehr sichere, problemlose Fahreigenschaften, wie sich vor allem beim neu ins Testprogramm aufgenommenen Spurwechsel nach ISO-Norm zeigt.

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Götz Leyrer

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