350 Z Roadster vs S 2000: Japan Flairlines

Zwei Konzepte, ein Ziel: Die zwei offenen Sportwagen aus Japan sollen die Cabrio-Fans mit Flair, Dynamik und günstigen Preisen begeistern. Der Nissan 350 Z tritt mit V6-Motor an, der Honda S 2000 mit einem Drehorgel-Vierzylinder.

Der Nissan 350 Z - mit 280 PS ein echter Porsche-Schreck, aber 15.000 Euro billiger als ein Boxster S: Wow! Der Honda S 2000 auf der Gegenseite ist ein agiler offener Zweisitzer mit aufwendiger Motorentechnik zum attraktiven Preis. 36.150 Euro werden dafür heute aufgerufen - 350 Euro weniger als beim Nissan und einige Tausender unter der deutschen Konkurrenz.

Drehzahl ist beim Honda alles, Drehmoment was für ältere Herren. Nur vier Zylinder, nur zwei Liter Hubraum, und erst bei 9.000 Umdrehungen stößt der Vierventiler an den roten Bereich. Der Nissan-V6, von Haus aus eher Allzweck- als Sportmotor, schöpft hingegen seine Kraft ganz traditionell aus einem großen Volumen. Dass hier 363 statt magere 208 Newtonmeter walten, wird bei jedem Gaswechsel spürbar. Untermalt vom frivol röhrenden Auspuff öffnet der 3,5-Liter seine Lungen und dreht so bereitwillig hoch, dass man mehr aus purer Lust als aus Not herunterschaltet. Denn zur guten Laufkultur kommt ein bulliger Durchzug, der erst im lang übersetzten sechsten Gang etwas nachlässt.

Beides hat der Honda ebenso wenig zu bieten wie jenen akustischen Genuss, den man von offenen Sportwagen erwartet. Sein ordinäres Vierzylinder-Geplärre steigert sich bei höheren Drehzahlen zu infernalischem Getöse, aber er braucht sie, um richtig in Fahrt zu kommen.
Auch bei flotter Kurvenhatz ist Einsatz gefordert. Mit seiner Agilität und der direkten Lenkung animiert der S 2000 förmlich dazu, den Hecktriebler in enge Kehren hineinzuwerfen. Doch der Grenzbereich ist schmal, und
wenn es zu viel wird, rettet kein ESP die Situation. Die kompromisslose Fahrwerksabstimmung macht den Honda vollends zum Fall für Hartgesottene, die sich selbst von kräftigen Stößen nicht in ihrer Zuneigung erschüttern lassen.

Dabei demonstriert der größere, deutlich schwerere Nissan, dass ein Sportwagen nicht vor den Anforderungen des Alltags kapitulieren muss. Er federt gut, bietet mehr Innenraum mit bequemeren Sitzen sowie ein neutrales Eigenlenkverhalten, das keine unliebsamen Überraschungen bereithält. Im Gegenzug sind kleine Abstriche bei Handling und Fahrdynamik
hinzunehmen. Das höhere Gewicht fordert hier ebenso seinen Tribut wie beim Benzinverbrauch, der rund zwei Liter über dem des Honda liegt.

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Bernd Stegemann

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