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6 getunte Mini im Vergleichstest, Teil 1

Schäfer-Mini Cooper S CS vs JCW

Schäfer-Mini Cooper S Clubsport, Schäfer-Mini John Cooper Works, AC Schnitzer-Mini Cooper S Cabrio, Arden-Mini AM1 Equipe, Schirra-Mini VLN, Mini JCW Challenge Foto: Rossen Gargolov 47 Bilder

Sechs getunte Mini aus dem Stall von Schäfer Clubsport, AC Schnitzer, Arden, Schirra Motoring und aus der Mini Challenge zeigen im Test, was auf Basis des kultigen Kleinwagens von 215 bis 300 PS alles möglich ist. Teil 1 des Vergleichstests.

06.12.2011 Christian Gebhardt Powered by

Es gibt viele verschiedene Arten, ihn zu begehen. Die einen speisen gepflegt mit den besten Freunden und laden anschließend zum Umtrunk ein. Andere stürmen das Oktoberfest oder fliegen mit ihren Engsten für ein Wochenende auf die Balearen. Der Bruder meines besten Kumpels biegt als nächster in den Hafen der Ehe ein. Wir von sport auto hätten da noch eine neue Idee für den perfekten Junggesellenabschied: Sechs heißgemachte Mini auf einer leeren Spielwiese namens Hockenheim ans Limit peitschen.

Sechs Mini feiern eine Party

Fernab von Familienplanung, Kofferraumvolumen und Isofix-Kindersitzdiskussionen zählen heute nur Fahrspaß, Querdynamik und Sportsgeist. Die Teilnehmer des ultimativen Junggesellenabschieds kommen aus renommierten Tuning-Schmieden und Rennställen. Heiß, heißer, Schäfer Clubsport. Die Schäfer Clubsport GmbH & Co. KG um Firmenchef Klaus-Peter "Kape" Becker rollt das Schärfste, was derzeit auf dem Tuning-Markt für Mini-Clubsport-Fans erhältlich ist, in die Boxengasse. Neben dem mehrfachen Siegerauto aus der sport auto-Leserwahl Schäfer-Mini Cooper S Clubsport feiert mit dem Schäfer-Mini John Cooper Works der erste getunte JCW seine Testpremiere.

Knurrend scharrt der gelb-schwarze Neuling mit den Vorderrädern und rauscht mit leichten Traktionsproblemen auf den Kurs. Kein Wunder - 243 PS treffen auf kalte Kumho-Sportschlappen. Oberste Pflicht: Reifen im Zick-Zack-Rennstil auf Temperatur bringen. Zeit, den getrimmten Mini JCW ein wenig vorzustellen. Optisch hat sich der Yellow Bird in der Rennabteilung der Mini Werks-Rennserie Challenge eingekleidet. Der Fahrzeugschein vermeldet artig Spoilerlippe, Diffusor und Dachflügel des Challenge-Boliden. Ein verschraubter Wiechers-Käfig sorgt im Interieur genauso für Renn-Ambiente wie Corbeau-Schalensitze mit Kopfprotektoren und Vier-Punkt-Gurte von Schroth.

Leistungsstufe kann beim Schäfer Mini JCW gewählt werden

Herzstück des schwarz-gelben Mini ist der fein dressierte Vierzylinder-Reihenmotor mit Twin-Scroll-Lader und Direkteinspritzung. Mittels speziell programmierbarem Unichip-Zusatzsteuergerät von RMS steigt unter anderem der maximale Ladedruck von 1,3 auf rund 1,5 bar. Im Schäfer-JCW können über einen Drehregler links neben dem Lenkrad fünf unterschiedliche Kennfeld-Sets von Serienleistung bis Maximalleistung einstellt werden. Über das elektronische Dampfrad kann der Pilot so perfekt entweder ein Setup für nasse Streckenverhältnisse oder heiße Runden im Trockenen anwählen.

Apropos heiß - Pneus und Fahrer sind auf Arbeitstemperatur. Ameisenkurve, Querspange, Sachskurve und Co. mutieren zum Epizentrum der Mini-Ekstase. Dank Drexler-Sperrdifferenzial schraubt sich der Schäfer-Mini mit deutlich besserer Traktion durch enge Biegungen als der Serien-Works mit elektronisch gesteuerter Vorderachssperre. Die Antriebseinflüsse in der Lenkung sind zwar minimal höher als beim JCW von der Stange, wer gut zupacken kann, den nervt so etwas aber nicht. Im Gegenteil, mit KW Clubsport-Gewindefahrwerk (Tieferlegung 40 mm rundum) und veränderter Achskinematik lenkt der Mini extrem zackig ein.

Geradeauspassagen sind hier noch mehr eine Beleidigung für den Fahrer als im ohnehin schon kurvengierigen Serienauto. Ich will Kurven, nichts als Kurven. Die Gedankengänge sind plötzlich extrem einfältig, einfach herrlich einfältig. Wasser auf die Mühlen der Fahrdynamikseele. Lediglich eine ganz leichte Tendenz zum Untersteuern unter Last gibt es zu bemängeln. Auf provozierte Lastwechsel reagiert der Schäfer-Mini JCW mit leichten Heckschwenks. Mit einer aggressiveren Luftdruckwahl und mehr Luft an der Hinterachse könnte der verspoilerte Mini-Hintern noch agiler gemacht werden. Doch das Ergebnis mit 2,0 bar an der Vorderachse und 2,1 bar hinten sorgt für Jubelstürme im Cockpit. Mit 1.15,1 Minuten ist der gelb-schwarze Mini genau 3,4 Sekunden schneller in Hockenheim als das bereits getestete Serienpendant (siehe sport auto 4/09).

Der Schäfer Mini Cooper S Clubsport will auch mal ran

Da kann der schwarz-grüne Teamkollege aus der Schäfer-Mannschaft seine 17-Zöller nicht lange still halten und will ebenfalls sein Kurventalent unter Beweis stellen. Dass der Schäfer-Mini Cooper S Clubsport fahrdynamisch einiges drauf hat, durfte er im sport auto-Test schon 2005 und 2007 zeigen. Aus den 220 PS beim Test in Heft 7/07 sind mittlerweile 235 PS geworden. Das Blow-Off-Zwitschern des nachgewürzten Turbo-Aggregats klingt nun eher nach einem 1.000-PS-Nissan Skyline auf der Umlaufbahn eines japanischen Highways bei Mitternacht als nach einem Mini. Für die Leistungssteigerung ist neben dem Unichip-Zusatzsteuergerät von RMS und einer Schäfer-Edelstahlabgasanlage mit Stahlkat auch eine Carbon-Airbox verantwortlich. Das maximale Drehmoment steigt von 240 auf 300 Newtonmeter.

Klack-Klack-Klack, mit Schaltwegverkürzung und hohem Schaltstock geht’s knackig in den dritten Gang. Sieht optisch wie ein sequenzielles Renngetriebe aus - die Krönung wäre eines. Egal, in 6,1 Sekunden beschleunigt der Clubsport-Mini auch mit manueller H-Schaltung und gut aufgewärmten Kumho-Semislicks auf 100 km/h. Serienzugelassene Längsdynamikfeinde aus dem Mini-Lager hat er mit diesem Antritt nicht mehr. Der Schäfer ist 1,3 Sekunden schneller als der Serien-Mini Cooper S (sport auto 1/08) und hat seine Schnauze mit der Challenge-Frontlippe eine halbe Sekunde vor dem Serien-JCW.

Renngefühl im Clubsport-Modell

Doch wir pfeifen auf Längsdynamik, wir spielen schließlich gerade im Mekka der Querbeschleunigung. Mit 40 Millimeter tieferem Schwerpunkt dank KW Clubsport-Gewindefahrwerk, drei Grad negativem Sturz an der Vorderachse und erhöhtem Nachlauf zeigt der Schäfer-Clubsport schon in der Ameisenkurve mit messerscharfem Einlenkverhalten, dass er es richtig ernst meint. Wild flammen die Leuchtdioden auf dem AIM-Dashboard auf und mahnen zum Hochschalten. Nicht nur die Schaltlampen, auch das Sparco-Velourlederlenkrad, die Recaro-Schalensitze und mehrere Meter Stahlrohr des quietschgrünen Wiechers-Käfigs lassen den Piloten die Nummernschilder mit Kaiserslauterer Zulassung sofort vergessen. Mehr Renngefühl ist definitiv nicht legal straßenzulassungsfähig.

Einlenken und schon vor dem Scheitelpunkt wieder brachial aufs Gas gehen: Der Schäfer-Clubsport-Mini giert fast nach digitaler Fahrweise, zu beeindruckend ist der Traktionszauber der Drexler-Sperre mit 40 Prozent Sperrgrad. Mit 1,9 bar Luftdruck an der Vorderachse und 2,3 bar in den Hinterreifen kann der äußerst neutral agierende Mini auch über bewusste Lastwechsel einfach vor der Kurve angestellt werden. Ein Mitlenken des Hecks auf Abruf, Untersteuern ein Fremdwort - dieser Wagen macht auch Hecktriebler-Fans den Mund wässrig. Die Rundenzeit von 1.14,6 Minuten ist, pardon Knigge, einfach nur geil! Doch Stillstand ist Rückschritt. Mit Türen und Motorhaube aus Kohlefaser hat Kape Becker die nächsten Entwicklungsschritte für den Schäfer-Mini Cooper S Clubsport schon fest im Visier. Mit unterschiedlichen Leichtbaumaßnahmen soll das Gewicht um weitere 80 Kilogramm sinken.

>>> Lesen Sie hier die Fortsetzung in Teil 2

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Technische Daten
Schäfer Cooper S Clubsport CSSchäfer Mini JCW
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe3729 x 1683 x 1367 mm3729 x 1683 x 1367 mm
Hubraum / Motor1598 cm³ / 4-Zylinder1598 cm³ / 4-Zylinder
Leistung173 kW / 235 PS (300 Nm)179 kW / 243 PS (338 Nm)
Höchstgeschwindigkeit235 km/h255 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h6,1 s6,3 s
Testverbrauch11,0 L/100 km11,6 L/100 km
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