Es wäre übertrieben, die drei Basismotorisierungen in der oberen Mittelklasse als Sparvarianten zu bezeichnen. Und doch sind sie die günstigste Möglichkeit, eine große deutsche Premium-Limousine zu pilotieren. Geiz auf hohem Niveau ist in.
Allen voran sprengt der Audi A6 mit seinem neuen 170 PS starken turbounterstützten Zweiliter-Vierzylinder die üblichen Preisdimensionen in diesem Segment. Mit 32 900 Euro in der Schaltvariante darf der Käufer das Fünf- Meter-Schiff sein eigen nennen. So mancher A3-Käufer gibt da mit Extras deutlich mehr aus.
Damit unterbietet die lange Limousine ihre Konkurrenten um den Gegenwert eines großen Flachbild-Fernsehers. Bei BMW fängt der Fünfer- Spaß erst mit dem 523i und seinem 177 PS starken 2,5-Liter- Reihensechszylinder ab 36 700 Euro an. Mercedes gibt sich so gar nicht schwäbisch zurückhaltend und verlangt für den E 200 Kompressor mit 163 PS satte 36 656 Euro. Etikettenschwindel inklusive, denn unter der Motorhaube tut nur ein 1,8-Liter-Vierzylinder seinen Dienst.
Trotz seines Preisvorteils von rund 3800 Euro ist der A6 ebenso gut ausgestattet wie seine Mitstreiter. Alle drei bieten das im automobilen Oberhaus notwendige Minimalprogramm mit den wichtigsten Dingen wie Klima-Automatik, CD-Radio und Nebelscheinwerfern. Wer größeren Luxus wünscht, wird ebenfalls bei Audi am günstigsten bedient. Auch innen spendet der A6 in luftiger Biergartenmanier großzügig Platz und Kofferraum.
Bei den beiden Konkurrenten müssen Insassen und Taschen etwas enger zusammenrücken. Trotzdem holt sich der Mercedes im Karosseriekapitel die meisten Sympathien: Einfache Bedienung, auswechselbare Stoßleisten, eine großzügige Kofferraumöffnung, bequemer Fondeinstieg und die beste Übersichtlichkeit erleichtern das automobile Leben erheblich.
Und der BMW? In der Bedienung gewöhnungsbedürftig, zeigt er im Karosseriekapitel weder große Schwächen noch Stärken, bietet von allem genug, aber nichts im Überfluss. Viel wichtiger ist aber, dass alle drei dieses gediegen-noble Interieur-Ambiente verströmen, wie man es sich als Fahrer einer deutschen Premium-Limousine eben wünscht.
Ob technokratisch kühl wie beim Fünfer, konservativ nobel wie bei der E-Klasse oder bombenfest modern wie beim A6 bleibt schlussendlich Geschmackssache. Drei deutsche Premiumautos, drei verschiedene Charaktere. Dieser Eindruck zieht sich auch durch die Fahrerlebnisse.






