Der Ausstieg aus dem Audi TT gestaltet sich bisweilen schwierig. Nicht wegen der sportwagentypisch tiefen Sitzposition. Sondern weil viele Neugierige ihren Kopf tief in den Innenraum stekken, sobald das Coupé stehen bleibt. „Ich wollte nur einmal sehen, ob Sie einen Schuhlöffel brauchen“, erklärt ein Schwabe im Sonntagsstaat, der vor Begeisterung vergißt zurückzutreten, als die Fahrerin das Auto verlassen will. Die Neugierde ist berechtigt. Schließlich verbirgt sich unter der schönen Hülle ein Cockpit, das wenig gemein hat mit der herkömmlichen Machart der Konkurrenz.
Matt schimmerndes Aluminium im aufwendig verarbeiteten Bereich von Lenkrad, Radio und Lüftungseinheiten sowie eine Pedalerie aus gelochten Edelstahlplatten sorgen in der deutschen Neuentwicklung für eine Atmosphäre wie im italienischen Nobelrestaurant. Ein Ambiente, das man eher im Alfa erwartet hätte. Doch hier spiegelt der Innenraum die aufregende äußere Form nicht im gleichen Maße wider, obwohl die Materialien nach einem Facelift im Sommer hochwertiger wirken, und die auch hier metallisch schimmernde Blende im Mittelbau mitsamt Heizungsreglern aus dem 156 für wesentlich mehr Stil als bislang sorgt. Das BMW Z3 Coupé verströmt ebenfalls eher das Flair einer gutbürgerlichen Traditionsstube, verfügt es doch über eine Interieurgestaltung nach Art des Hauses – übersichtlich, solide, allerdings für einen emotionsgeladenen Sportwagen eine Spur zu routiniert.
Die Gemüter erregt er trotzdem – mit einem Heckabschluß, der im Gegensatz zum bildschönen Audi-Rücken aber oft mehr Spottals Bewunderung über sich ergehen lassen muß. Technisch bringt der BMWZweisitzer allerdings die besten Voraussetzungen mit, um im Konzert der angetretenen Coupés die erste Geige zu spielen. Sechs in Reihe angeordnete Zylinder, 2,8 Liter Hubraum, 193 PS Leistung und eine Kraftübertragung auf die Hinterräder zählen zu jenen Stammdaten, die bereits auf dem Papier die wichtigste Eigenschaft eines Sportwagens versprechen: ein hohes Maß an Fahrspaß. Daß der Motor, der in allen BMW-Baureihen bis auf Compact und Achter zum Einsatz kommt, zu den Schokoladenseiten des Zweisitzers zählt, dürfte kaum überraschen.
Dabei setzt der Z3 sein Leistungspotential keinesfalls so brachial in Vortrieb um, daß sich der Fahrer in die Sitze gepreßt fühlt. Den 2,8-Liter kennzeichnet vielmehr souveräne Kraftentfaltung aus jedem Drehzahlbereich heraus. Gute Beschleunigungs- und hervorragende Elastizitätswerte belegen, daß der Motor im 1333 Kilogramm schweren BMW soviel Temperament entwickelt, daß niemand die 321 PS starke M-Version vermißt.






