Keine Frage, hier agiert ein Turbomotor, denn so abrupt stellt kein Sauger seine Leistung aus dem Drehzahlkeller zur Verfügung. An der Zapfsäule offenbart der vergleichsweise hohe Testverbrauch den eklatantesten Nachteil des Audi-Motors, der 51 PS schwächere Vorgänger war um einen ganzen Liter sparsamer.
Der BMW-Diesel ist allerdings noch etwas durstiger. Die turbotypische Verzögerung des Leistungseinsatzes, die der Audi-TDI ansatzweise erkennen lässt, ist dem 745d völlig fremd. Seine Leistung entfaltet sich gleichförmiger, was ihn weniger spektakulär, aber auch kultivierter wirken lässt.
Er fährt so sanft und unmerklich, aber auch so nachdrücklich wie ein Hochgeschwindigkeitszug an. Die exzellente Laufkultur, gepaart mit 700 Nm Drehmoment, erinnert dabei eher an einen Elektromotor als an eine Verbrennungsmaschine. Auch akustisch bleiben die Passagiere über die Art der Verbrennung weit gehend im Unklaren. Selbst bei Vollgas ist der 745d ein vorbildlich leises Auto, aber beim Sprint auf 200 km/h auch ein etwas schwächelndes.
Dafür verrichtet der A8 seine Arbeit nicht so kultiviert. Der TDI-Motor entwickelt unter Last ganz leichte Vibrationen, und der komplexe Antriebsstrang sendet mechanische Schwingungen aus. Richtig rangenommen, fühlt sich der Audi eher nach Sportals nach Luxus-Limousine an. Vor allem auch, weil seinem straffen Fahrwerk die Sämigkeit der BMW-Federung fehlt. Auf Autobahn-Querfugen bockt die Siebener-Hinterachse zwar leicht, was durch die großen Räder mit den flachen Reifen noch verstärkt wird.
Ansonsten schwebt der BMW fast wie ein fliegender Teppich über schlechte Straßen. Die weiche Abstimmung hat aber auch Nachteile, denn fahrdynamisch kann er dem Audi nicht das Wasser reichen.


