Audi A8 4.2 TDI gegen BMW 745d: Achtkampf

Wer auf eng gewundenen Landstraßen schnell fahren möchte, ist mit dem Allrad-Audi wesentlich leichtfüßiger unterwegs. Die Lenkung agiert mit wohl dosierter Rückmeldung so präzise wie in einem Sportwagen, und im Grenzbereich bleibt der Audi sehr neutral. Schlaglöcher auf der Ideallinie führen jedoch zu Stößen im Lenkrad. Die fühlt der BMW-Lenker zu keiner Zeit. Er dreht an einem extrem leichtgängigen Lenkrad, erhält aber weniger Informationen über den Straßenzustand.

Außerdem beginnt der BMW bei forcierter Gangart zu untersteuern und nimmt per ESP schon vergleichsweise früh die Motorleistung zurück – der 745d will reisen, nicht rasen. Dazu bettet er Fahrer und Beifahrer in ein großzügiges, sehr bequem bestuhltes Interieur. Wenn nur die Einstellung der Vordersitze nicht so eine langwierige Sache wäre. Denn bis man den aufpreispflichtigen Komfortsitzen tatsächlich maximalen Komfort entlockt hat, verstreicht einige Zeit.

Dass es anders geht, zeigen die Vordersitze des Audi. Ihr Langstreckenkomfort ist ebenfalls beeindruckend. Ihre straffere Polsterung und stärker ausgeformte Sitzwangen ändern daran nichts. Und die Bedienung? i-Drive bleibt ein schwieriges Thema, auch im aktuellen Siebener. Ja, man kann die Strukturen erlernen, aber die Menüs sind unnötig kompliziert. Warum gibt es beispielsweise keine Radiostationstasten?

Platz genug wäre allemal. Auch der Audi hat sie nicht, aber seine Bedienung gelingt auf Anhieb schneller und lenkt weniger ab. Am Ende gibt es in diesem Fight keinen Sieg durch technischen Knockout, sondern nur eine knappe Punkte- Entscheidung. Der BMW hat zwar weniger Zähler, ist aber die richtige Wahl, wenn es um maximalen Komfort geht. Der Audi dagegen hat das Herz eines Sportlers – und damit ist nicht nur der V8-TDI gemeint.

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Christian Bangemann

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