Der Audi-V6 agiert über den gesamten Geschwindigkeitsbereich wesentlich spritziger und dreht williger hoch. Dabei ist das Audi-Triebwerk in allen Drehzahlen akustisch stets präsenter als der im Innenraum kaum als Selbstzünder wahrnehmbare Mercedes-Sechszylinder.
Hinzu kommt beim GL der lange siebte Gang, der die Drehzahl bei Höchstgeschwindigkeit um knapp 500 Touren absenkt. In puncto Schaltkomfort gehören beide Automaten zu den Bes- ten. Trotzdem könnte das Audi-Getriebe mit seinen sechs Stufen beim Gasgeben etwas spontaner herunterschalten, während die Siebengang-Automatik des Mercedes beim Heranrollen an eine Ampel und leichtem Abbremsen mitunter ruckartig zurückschaltet. Dynamischer ist der Q7 auch beim Fahrverhalten. Mit seiner direkten Lenkung lässt sich der Audi nahezu spielerisch und präzise über verwinkelte, enge Schwarzwaldsträßchen dirigieren.
Bei heftigen Ausweichmanövern im niedrigen Geschwindigkeitsbereich macht sich das hohe Gewicht jedoch negativ bemerkbar. Zwar gelingt das Ausweichen nach links noch ohne Probleme, doch beim schnellen Zurücklenken nach rechts auf die ursprüngliche Fahrspur schiebt der Zweieinhalbtonner – wenn man nur wenig zu schnell war – geradeaus, bremst sich dabei aber ab. Der GL verhält sich hier prinzipiell gleich. Ansonsten ist das Kurvenverhalten des Mercedes zwar nicht so agil, aber für ein derart großes und schweres Gefährt überraschend handlich. Allerdings benötigt die indirektere Lenkung einen höheren Lenkaufwand. Die Stunde des Mercedes GL schlägt beim Komfort. Seine Luftfederung schluckt lange und kurze Bodenwellen gleichermaßen gut. Lediglich feinste Unebenheiten und Querfugen sowie Teerflicken dringen über die beim Siebensitzer obligatorischen 19-Zoll-Räder (928 Euro) auch akustisch in den Innenraum.
Der Audi Q7 mimt indes selbst beim Federungskomfort ganz den Sportsmann. Die Insassen sind stets über den Straßenzustand informiert und werden von einzelnen Bodenwellen mitunter heftig nach oben katapultiert.
Audi Q7 3.0 TDI gegen Mercedes GL 320 CDI: Dick Business
Autor: Hermann-Josef Stappen

