Die Sechsgang-Automatik hat spürbar leichtes Spiel mit dem hohen Drehmoment. Auf freien Autobahnen jagt der nur von den Fahrwiderständen abgeregelte Alpenvorländer mit 285 km/h an seinen elektronisch gedrosselten Kollegen vorbei. Sein Werksbruder M3 bietet weder phänomenales Drehmoment noch schiere Leistung. Dafür spricht sein High- Tech-V8 die Gourmets unter den rechten Füßen an, die spüren, wie acht Einzeldrosselklappen, variable Nockenwellenverstellung (Doppel-Vanos) und eine ionenstromkontrollierte Zündung das Vierliter-Aluminium-Aggregat auf Gas zubeißen lassen wie eine gereizte Kobra. Bis zu 8300 Touren brüllt der Sechsgang-Handschalter mit einem herrlich bassig-sirrenden Verbrennungs-Techno, wie man ihn so von keinem anderen V8 auf der Welt kennt. Doch die Drehzahlorgie verlangt ihren Obolus. Das Turbo-Konzept des Alpina mag verzögerter ansprechen, es verbraucht aber auch nur 12,9 Liter auf 100 Kilometer. Deutlich weniger als der M3 mit 14,9 oder gar der C 63 mit 15,7 Litern. Die geringere Tankstopp-Frequenz kürt den wahren Autobahnmeister. Doch auf verschlungenen Landstraßen wendet sich das Blatt. Durch die besten Slalomzeiten schon angekündigt, wedelt sich der M3 zum Kurvenprimus. Besonders im elektronisch angeschärften M-Modus (520 Euro Aufpreis) der Servotronic seziert der bayerische Heißsporn Ideallinien auf den Millimeter und bleibt allzeit kontrollierbar. Unfassbar fern für den Normalfahrer liegt der Grenzbereich. Ein kräftiger Gasstoß und das Heck schwenkt butterweich. Querdynamische Emotionen par excellence. Das Schönste daran: Der heißeste Dreier lässt auch schon im Bummeltempo sein geniales Handling spüren. Wer schneller unterwegs ist, darf sich zudem darauf verlassen, dass der M3 aus 190 km/h mindestens drei Meter früher steht als seine Konkurrenten. Nicht ganz so präzise und in der Lenkung nervöser hängt sein veredelter Bruder etwas hinterher. Der Alpina stanzt ebenfalls ein Fahrspaß-Grinsen ins Pilotengesicht, aber wenn er bei zackig eingelenkten Kurven auf welliger Fahrbahn mit dem Hinterteil bockt, spürt der Pilot, dass das M3-Fahrwerk sportlich feiner balanciert ist.


