Cayenne GTS vs Touareg R50: Schiffs-Wiesel

Außerdem rennt der Porsche mit 251 km Höchstgeschwindigkeit noch schneller als der mit 235 km/h ebenfalls nicht langsame VW. Akustisch untermalt wird das Rennen jedoch nicht vom Jubel der Fans auf den Rängen, sondern vom markigen Brüllen des Porsche-V8 – vor allem, wenn die serienmäßige Sporttaste gedrückt ist, die nicht nur das Ansprechen auf das Gaspedal verbessert, sondern auch eine Klappe im Hauptschalldämpfer öffnet. Dagegen kommt der sonor und gedämpft klingende V10- Diesel einfach nicht an. Der R50 besitzt jedoch mehr Ausdauer, denn während der GTS auf der Langstrecke bereits nach 546 Kilometern nach neuer Nahrung lechzt, muss der VW erst nach 685 Kilometern sein Energiedepot aufladen. Das entspricht einem Verbrauch von 14,6 Litern je 100 Kilometer – Diesel wohlgemerkt –, während der GTS unvorstellbare 18,3 Liter Superplus konsumiert. Aber nicht immer ist weiter auch besser. Im Gegensatz zum Weitsprung gewinnt beim Bremsen der Athlet mit der kürzesten Distanz. Unter normalen Bedingungen schlägt sich der Porsche etwas besser. Beide lassen zudem mit ihren Leistungen bei mehrfacher Wiederholung der Übungen nur wenig nach. Erst auf nasser Strecke, zumal wenn die rechte Seite so glatt ist wie die Bahn im Inzeller Eisstadion, offenbaren sich größere Unterschiede. Der Porsche benötigt zwar etwas mehr Führung durch den Fahrer, um in der Spur zu bleiben, ist aber immer noch gut beherrschbar und kommt 22 Meter früher zum Stillstand als der VW. Als Nächstes steht der Hindernislauf auf dem Programm. Orange-weiße Hütchen markieren die verschiedenen Parcours, die es so schnell wie möglich zu absolvieren gilt, ohne die Bahn zu verlassen. Der Porsche tänzelt leichtfüßig um die Pylonen wie einst Cassius Clay im Boxring um seine Gegner und meistert Slalom und Iso-Wedeltest deutlich flinker als der etwas schwerfälligere VW. Der hat nur im VDA-Ausweichtest mit voller Zuladung die Nase knapp vorn, weil dessen Luftfederung sich an das Zusatzgewicht anpasst und in dieser Situation für ein etwas besser beherrschbares Fahrverhalten sorgt. Aber auch abseits der Wettkampfbahn, ohne Stoppuhr und Maßband, ist der Cayenne das deutlich agilere Auto. Seine Lenkung ist spürbar direkter übersetzt, was in Kurven sowohl den Lenkaufwand reduziert als auch die Zielgenauigkeit verbessert.

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Hermann-Josef Stappen

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