Diesel, Benziner, Hybrid: Saft und Kraft

Und beim Anfahren braucht er seine Zeit. Ganz anders wiederum der V8 des Audi: Akustisch piano legt er an der Ampel schon bei geringsten Gaspedalbewegungen derart los, dass es die Passagiere nur so in die Polster haut. Auch nicht gerade die feine Art. Über Land beweist der Lexus sodann, dass die Kraft der zwei Herzen auch bei verschärfter Gangart hält, was sie verspricht.

Der 3,5-Liter-Motor allein vermag zwar nur 296 PS zu leisten, aber zusammen mit den Elektro- PS kann er dem Audi problemlos Paroli bieten – zumindest, solange die Batterie genügend Strom liefert, was bei längeren Vollgasetappen nicht immer der Fall ist. Andererseits genügen dem Generator schon wenige verhalten gefahrene Kilometer, um wieder genügend Saft abzuspeichern.

Dennoch: Um die Gleichung „V6 plus E-Power gleich V8“ wirklich aufgehen zu lassen, bedarf es mehr, vor allem, wenn man die Genusskomponente ins Kalkül zieht. Gemessen an den beeindruckenden Fahrleistungen fällt Letztere beim Hybrid-Lexus eher dürftig aus, wozu nicht zuletzt das stufenlose Getriebe beiträgt. Beim zügigen Beschleunigen lässt es den V6-Motor permanent auf hohem Drehzahlniveau schuften, wobei sich die sonst so ausgeprägte Laufkultur verflüchtigt und monotones Dröhnen Raum greift.

Da macht der V8 im Audi schon erheblich mehr Freude. Leiser ist er zwar auch nicht, aber was man hört, klingt nicht nach harter Arbeit sondern nach Vergnügen. Leistungswünsche werden prompt und willig erfüllt, der Vorstoß in hohe Drehzahlregionen ist diesem Motor ein Bedürfnis, keine Last. Vom Diesel-V8 im Mercedes indessen lässt sich das nicht behaupten, denn bei rund 4500 Touren hat es sich bei ihm bereits ausgedreht.

Mehr braucht es auch nicht, um dieses Drehmomentmonster zu entfesseln. Wie es den knapp zwei Tonnen EKlasse Druck macht, das muss man er- lebt haben, Zahlen geben da nur eine vage Vorahnung. Dennoch kann von Hektik keine Rede sein: Das niedrige Drehzahlniveau und die sanfte Siebengangautomatik bürgen für minimalen Stress bei maximaler Beschleunigung, wobei auch das Geräusch keinerlei Unruhe verbreitet. Geht es flott voran, ist der Diesel die leiseste der drei Antriebsvarianten.

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Wolfgang König

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