Diesel-Kombis: Mazda 6, Renault Laguna, VW Passat

Endlich jene Laufkultur, die man erwartet

Am gegenüberliegenden Ende - unter der Motorhaube - hat VW bereits nachgebessert. Seit diesem Frühjahr kommt nun auch der Passat in den Genuss des neuen Common-Rail-Diesels. Gegenüber seinem Vorgänger mit Pumpe-Düse-Einspritzung bietet das Aggregat endlich jene Laufkultur, die man von einem modernen Selbstzünder erwartet. Bei unveränderten Leistungsdaten entfaltet der Vierzylinder seine Kraft zudem harmonischer, und der Verbrauch liegt sowohl auf der Normrunde (4,6 L/100 km) als auch im Testmittel (7,4 L/100 km) etwas niedriger als bei Exemplaren mit dem alten Motor.

Knapp einen halben Liter Mehrverbrauch

Einen ganzen Liter mehr konsumiert das gleich starke Mazda-Triebwerk, das zudem deutlich kerniger läuft als die Motoren in Passat und Laguna. Besonders in den lang übersetzten oberen Gängen wirkt der in die Jahre gekommene Zweiliter zäh und zugeschnürt, während der kultivierte Renault-Diesel sehr spritzig und drehfreudig zu Werke geht. Allerdings verbraucht er mit 8,8 L/100 km nochmals knapp einen halben Liter mehr als der Mazda und ist trotz zehn PS Mehrleistung nicht temperamentvoller als der Passat.

Bittere Enttäuschung im Alltag

Dafür meistert der Grandtour die Fahrdynamik-Versuche der Testprofis als Schnellster - selbst ohne die neue Hinterradlenkung. Wer jetzt allerdings erwartet, dass er abseits des Testgeländes mit agilem, präzisem Handling ebenso glänzt, wird im Alltag bitter enttäuscht. Der Laguna lenkt zwar sehr zackig ein, aber in Kurven muss ständig nachkorrigiert werden, da die gefühllose, nervöse Lenkung keinerlei Rückmeldung bietet. Fahrbahnunebenheiten beeinflussen zudem nicht nur die Richtungsstabilität, sondern werden über die stößige Lenkung auch noch zum Fahrer durchgereicht.

Passat besser abgestimmt als der Grandtour

Den Passat hat man viel besser, gefühlvoller im Griff. Die komfortbetonte Fahrwerksauslegung geht jedoch ein wenig auf Kosten der Agilität. Sehr leichtfüßig lässt sich dagegen der Mazda 6 ums Eck zirkeln und beweist damit, dass er den Beinamen Sport wirklich verdient. Besonders erfreulich: Trotz straffer Federung ist er insgesamt viel harmonischer abgestimmt als der Grandtour.

Dessen Radaufhängungen sprechen auf sehr kurze Unebenheiten nur unwillig und mit vernehmbarem Poltern an. Das Überfahren langer Bodenwellen führt zu heftigen Vertikalbewegungen, die auf eine unausgewogene Kombination von harten Federn und weicher Dämpfung schließen lassen. Erst bei höherem Autobahntempo spricht das Fahrwerk etwas geschmeidiger an.

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Hermann-Josef Stappen

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