Doppeltest Aston Martin DB7 gegen Jaguar XK8 Coupé

Der Sitzkomfort ist jedoch auch im Aston Martin nicht schlecht, zumindest nicht für Menschen mittlerer Körpergröße. Die Bestuhlung rechtfertigt die Bewertung bequem, und die Schachtwände von Tür und Mitteltunnel halten Pilot und Beifahrer im Verein mit der recht umarmend ausgeformten Rückenlehne auch bei zügiger Kurvenfahrt noch senkrecht. Die Fondplätze zählen in beiden Coupés nicht zu Sitzen im erwachsenen Sinn. Es sind für längere Reisen im Grunde nur Gepäckablagen mit Sicherheitsgurten.


Das Fahrerlebnis beginnt mit einem Blick unter die Motorhaube. Im Jaguar arbeitet der neuentwickelte V8-Motor, der aus vier Liter Hubraum 284 PS mobilisiert. Der Vierventiler läuft unglaublich kulitiviert und ist durchaus geeignet, als Musterbeispiel seiner Art lobende Erwähnung zu finden. Mit dem typischen V8-Stakkato dreht er zugleich weich und äußerst vibrationsarm hoch und wirkt auch im Bereich der Nenndrehzahl von 6100/min weder zäh noch außer Atem. Von etwas derberer Art erweist sich der Reihensechszylinder im Aston Martin. Er kam als 3,2 Liter-Saugaggregat von Jaguar auf die Welt, wurde bei Aston Martin mit der Hand aufgezogen und läßt sich nun von einem kräftigen Roots- Gebläse füttern.

Das Resultat: Bei 5500/min liefert das Zylinder- Sixpack 335 PS an das Fünfgang-Getriebe. Mit diesem Marschgepäck im Tornister der Fahrleistungen stürmt der DB7 im Vergleich an die Spitze (siehe Tabelle). Der Zuschlag, den sein Fahrer als DZug- Pauschale drauflegen muß, ist dabei beträchtlich: Im Maximalverbrauch dieses Vergleichs gurgelten pro 100 Kilometer rund vier Liter mehr durch die Brennräume des Kompressor- Motors.

Und das Fahrgefühl? Obwohl der Jaguar mit dem als Sonderausstattung lieferbaren aktiven Fahrwerk ausgestattet war, das über eine elektronische Dämpferregelung verfügt und bei schneller Gangart mehr Härte ins Spiel bringt, wirkte er noch deutlich komfortabler als der DB7.

Das computerlose XK-Serienfahrwerk übertrifft aber in diesem Punkt das aktive System noch einmal und ist die bessere Empfehlung. Der Aston Martin stellt etwa die harten Schläge kurzer Querfugen fühlbar klar und viel weniger gefiltert durch. Neben seinem hohen Komfort bietet der XK8 eine tadellos arbeitende Fünfgang-Automatik, die den Spaß am sportlichen Fahren nicht etwa mindert, sondern mehrt.

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Malte Jürgens

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