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Der packend agile Ferrari setzt seinen Heckdampf per geregeltem Sperrdifferenzial (F1-trac) punktgenau, drängt aber vor allem in der Ameisen- und Birkenkurve einen zeitraubenden Hauch mehr zur Kurvenaußenseite, motiviert stemmen sich seine Magnetflüssigkeits-Dämpfer gegen das Wanken.
Doch es bleibt spürbar und knabbert zusammen mit der leichtgängigen, entkoppelt wirkenden Lenkung mehr am gefühlten Tempo als an der Zeit. Schlussendlich jagen beide höllenschnell um den nordbadischen Kurs. Auf die 1.13,7 des Murciélago fehlen dem 599 knappe drei Zehntel.
Den Test gegen den Erzrivalen verliert er deutlich
Radikal legt die weiße Macht ihr Tempo offen und spielt pulsierend mit den Gefühlen ihres Bändigers. Der rote Rivale scheut das Extrem, gibt sich eleganter. Geschwindigkeit wird nicht zelebriert, sondern angeboten. Er ist ein Gran Turismo für alle Tage. Keiner, den man bei schlechtem Wetter oder mieser Fahrbahn in die Garage sperrt. Komfortabel, bei Bedarf handzahm und sogar mit einem brauchbaren Kofferraum. Und sein knackiger Po wedelt auf einen kräftigen Gasstoß hin mit Heckantriebs-Leichtigkeit über den Asphalt. Beim LP 640 enden Driftversuche irgendwo zwischen Untersteuern und Dreher.
Überhaupt macht ihn seine bedingungslose Auslegung zum eher rauen Gesellen. Regen treibt auch den Puls von Profis in den roten Bereich. Der riesige Wendekreis zusammen mit dem breiten Heck machen jede Tiefgarage zur Höllentour. Von der Übersichtlichkeit einer sizilianischen Kanalfähre gar nicht zu reden. Immerhin kann das nicht mal so unkomfortable Fahrwerk bei allzu hohen Bordsteinen niveaureguliert werden. Den Test gegen den Erzrivalen verliert er deutlich.
Ob Enzo Ferrari darüber glücklich gewesen wäre sei dahingestellt. Seine Liebe galt Zwölfzylinder-Motoren und Rennen, aber nicht dem Auto-Alltag.
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