Sparen mit Spaß
Trotzdem lässt sich mit dem Focus Econetic Maß halten, ohne dass er gleich zur Spaßbremse wird: In der auto motor und sport-Verbrauchsrunde errang er mit 4,5 Liter sogar den Spitzenplatz. Es geht also, wenn der Fahrer will und die Diät aktiv betreibt. Das gilt natürlich auch beim Golf Bluemotion, der als Einziger dem Fahrer im Display aktiv die optimalen Schaltpunkte signalisiert. Mit einem Normverbrauch von 4,5 Liter unterschreitet er die 120 Gramm-CO2-Hürde denkbar knapp. Ein solcher Wert ist um so erfreulicher, als der Öko-Golf ein vollwertiges Familienauto bleibt. In der wertig anmutenden, jedoch keineswegs üppigen Comfortline-Ausstattung kostet das Sparpaket nur 200 Euro mehr, ist aber ähnlich umfangreich wie das von Ford: Um 15 Millimeter abgesenkte Karosserie, verkleideter Unterboden und Leichtlaufreifen gehören ebenso dazu wie eine geänderte Motorsteuerung.
Die abgesenkte Leerlaufdrehzahl zahlt sich besonders während der zahlreichen Stopps im Stadtverkehr aus. Noch mehr bringt aber die Modifikation des Fünfganggetriebes, das in den oberen drei Fahrstufen länger übersetzt ist und so das Drehzahlniveau senkt. Eine Maßnahme, die zudem die ruppige Akustik des 105 PS starken Pumpedüse-TDI mildert. Damit büßt der Golf spürbar an Elastizität ein und fordert vom Fahrer fleißigeres Schalten als bislang.
Doch die Nachteile gegenüber dem Focus halten sich im vertretbaren Rahmen. Zumal der Bluemotion seinen ökologischen Auftrag am besten erfüllt und mit 6,1 L/100 km im realen Leben rund einen halben Liter unter den Konkurrenten bleibt. Damit beweist der Golf, dass Sparen nicht nur Verzicht sein muss, sondern auch Spaß machen kann. Und wenn die Autoindustrie die Öko-Techniken vorantreibt, sie in die Serie einfließen lässt und nicht nur als kostensteigerndes Sonderpaket anbietet, könnte sich der Blues unter Deutschlands Autofahrern in einen freudigen Swing verwandeln.
Focus, Astra, Golf: Die Spar-Tarner
Autor: Klaus-Ulrich Blumenstock

