Ähnlich wie der Volvo, als Summum-Siebensitzer 45 100 Euro teuer und stahlgefedert. Für einen auf Discovery-Niveau aufgerüsteten Touareg verlangt VW über 50 000 Euro. Mit serienmäßiger Klimaanlage und CD-Radio plus optionaler Luftfederung – nur im Paket mit Tempomat und Xenon erhältlich – sind es 43 370 Euro. Dafür handelt man sich den talentiertesten Kurventänzer im Testfeld ein. Der Touareg kombiniert limousinenähnliches Handling mit oberklassigem Komfort. Die Luftfederung passt die Dämpferkräfte stets der Fahrweise an, was störendes Wanken etwa in Kurven unterbindet, ohne die Passagiere auf Holperpisten durchzuschütteln. Mit dem XC 90 kann man es ebenfalls laufen lassen, man reist angenehm, lediglich von kurzen Stößen behelligt. Der Discovery setzt klare Prioritäten: Geländetauglichkeit und Komfort vor Agilität. Sein Luftfahrwerk wiegt die Insassen selbst auf mangelhaften Fahrbahnoberflächen in Geschmeidigkeit. Schnelle Lenkmanöver arten allerdings in heftige Schaukelei aus, was vom elektronischen Stabilitätsprogramm mit rigorosem Bremseneingriff entschärft wird. Besonders deutlich zeigt sich dies im Fahrdynamik-Parcours. Als Entschädigung vermittelt der Land Rover Erhabenheit und die Bestätigung, viel für sein Geld bekommen zu haben. Etwa eine mächtige, wie mit dem Beil modellierte Karosserie, die dank ihrer Kastenform Übersichtlichkeit mit üppigem Raumgefühl verbindet. Sogar mit sieben Menschen an Bord droht keine Meuterei. Zudem schaffen die umleg- und teilweise versenkbaren Sitze hohe Variabilität bis hin zu einem riesigen glattflächigen Laderaum plus Staufächern. Vagabundenqualität besitzt auch der Volvo: Selbst wenn die dritte Sitzreihe eher knapp geschnitten ist, gleichen das die opulenten vorderen Plätze locker aus. Im VW logiert man auf fein gepolsterten, körpergerechten Sitzen. Lediglich das Gepäckabteil fällt trotz der Beschränkung auf fünf Plätze vergleichsweise knapp aus, außerdem fehlt die picknickfreundliche zweigeteilte Heckklappe.
Autor: Jörn Thomas


