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Audi A1, Mini Cooper, Opel Adam im Vergleich

Wie schlägt sich der Adam gegen A1 und Mini?

Audi A1 1.4 TFSI, Mini Cooper, Opel Adam 1.0 DI Turbo Foto: Achim Hartmann 32 Bilder

Den Opel Adam treibt nun ein neuer Dreizylinder-Turbobenziner an – und der Wille, es damit Audi und Mini endlich mal zu zeigen. Der Audi A1 kommt mit Vierzylinder-, der Mini Cooper mit Dreizylinder-Turbo. Dann mal los.

28.11.2014 Sebastian Renz

Heute darf man nicht mal mehr eine Krise haben. Weil gleich ein Hobbypsychologe schamant, man müsse die Krise als Chance begreifen. Klingt modern, war aber schon immer so. In diesem Sinne danke an die Suezkrise von 1956, ohne die wir nicht vor dem Mini stünden.

Das Urmodell entwickelte Sir Alec Issigonis als Reaktion auf die Krise von 1956: einen kleinen, sparsamen Viersitzer für das damalige Großbritannien, mit seinen paar Meilen Autobahn. Ansonsten gab es nur hoppelige Überlandpisten zwischen Hecken und Mauern. Manchmal kam einer entgegen. Auf der falschen Seite. Weil es nur eine Seite gab, war es immer die falsche. Das Auto aber war das richtige, blieb es für 41 Jahre und überlebt seit 2001 in drei neuen Generationen die selbstständige britische Automobilindustrie. Die hatte sich ja früh und sehr entschlossen für die Krise und gegen die Chance entschieden.

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Vergleichstest Audi A1 1.4 TFSI, Mini Cooper, Opel Adam 1.0
auto motor und sport 24/2014
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Der Adam ist für Opel ein Zeichen der Krisenüberwindung, der A1 bei Audi eher nicht. Da nutzen sie ihre Chance auch ohne Krise davor. Nun muss sich der Audi A1 mit Vierzylinder-TFSI dem Mini und Opel Adam mit ihren Dreizylindern stellen. Bonne chance!

Opel Adam mit 6,7 Liter der Sparsamste

Dreieinhalb Jahre haben 200 Ingenieure am neuen Einliter-Vollalu-Dreizylinder mit Turbolader, Hochdruck-Direkteinspritzung und variabler Ventilsteuerung entwickelt. Besser als mit ihm war der Opel Adam nie motorisiert. Nur im Leerlauf vermag die in der Ölwanne positionierte Ausgleichswelle den Dreizylinderlauf nicht ganz zu kultivieren.

Nach dem Start-Stopp-Restart muss sich das Maschinchen kurz berappeln, zieht ab 1.200 Touren ruckfrei, ab 1.800 energisch, dreht quirlig hoch bis über 6.000. Den Motor verkuppelt Opel mit dem neuen Sechsergetriebe M1X (Motor und Getriebe wiegen zusammen nur 145 Kilo). Es zeichnet sich durch kurze Gangsprünge, passende Übersetzung und leichtes Kratzen bei schnellem Schalten zwischen zweitem und drittem Gang aus.

Obwohl er bei den Fahrleistungen hinter den stärkeren Rivalen zurückbleibt, wirkt er wegen der stämmigen Elastizität nicht weniger temperamentvoll als der Audi, den der Opel Adam im Verbrauch zudem mit 6,7 l/100 km um 0,3 l unterbietet. Im Preis sind es ausstattungsbereinigt sogar fast 6.700 Euro.

Opel Adam ist 1.137 Kilo schwer

Das zeigt sich beim Opel in der einfacheren Material- und Verarbeitungsgüte oder den weniger rückenstützenden Sitzen. Mit all dem liegt der Opel Adam aber für einen Kleinwagen auf hohem Niveau, wie auch mit der Leichtigkeit der Bedienung – etwa wegen des eingängigen Touchscreen-Infotainments – und dem Fahrkomfort. Doch gegenüber Audi A1 und Mini federt der Opel Adam im Vergleichstest hoppeliger über kurze Unebenheiten, die volle Zuladung braucht die Reserven der Federung ganz auf.

Dazu verzögert der Opel Adam zögerlicher und bietet weniger Assistenzsysteme. Auch beim Handling kommt er nicht an die beiden anderen heran, was vor allem an der weniger präzisen und rückmeldungsärmeren Lenkung liegt. Sie führt den Opel Adam in Kurven normalerweise früh ins Untersteuern, doch lässt sich das Handling durch Lastwechsel agilisieren. Dann grippt der Adam in Kurven mit der Vorderachse (732 der 1.137 Kilo Gesamtgewicht lasten auf ihr), die Hinterachse hechtet darauf hinterher.

Ein fröhliches kleines Auto ist der Opel Adam dennoch geblieben. Durchaus mit Betonung auf klein. Denn während Fahrer und Beifahrer vorne bequem unterkommen, endet der Adam nach einem kurzen Fond und einem winzigen Kofferraum dahinter doch recht abrupt. Was nichts daran ändert, dass der kleinste derzeit der größte Opel ist.

Audi mit dem besten Platzangebot

Der kleinste Audi will dagegen vor allem: ein Audi sein. Und während der Mini Cooper und Opel Adam in den Preislisten mit Dachaufklebern oder Ventilkäppchen herumblödeln, experimentiert der A1 im Interieur nur mit farbigen Umrandungen für die Luftausströmer. Was eher nach einem bemühten Seriositätsausbruch aussieht als nach Vergnügen.

Aber dazu ist der A1 ja auch nicht da. Also richtet ihn Audi makellos ein, gern mit dem teuren, nicht mehr ganz topaktuellen Infotainment mit hoch positioniertem Klappmonitor. Mehr Platz als der Mini Cooper und Opel Adam bietet der Audi A1 ebenfalls, bringt vier Erwachsene bequem unter – die beiden vorn natürlich bequemer als die zwei im etwas niedrigen Fond. Den größten Kofferraum hat er ebenfalls, dazu bremst er gut, federt ohne Zuladung straff, aber bis auf Querfugen fast alle Unebenheiten sorgsam weg. Beladen dagegen rempelt er herb über kurze Stöße.

Auf der Landstraße passt es dann mit dem Set-up im Vergleichstest, da fegt der A1 schnell und sicher, aber doch seltsam unbeteiligt um Kurven. Die Lenkung gibt nie mehr Rückmeldung als nötig, das dezent regelnde ESP erlaubt keine Unklarheiten in der Sicherheit. Dabei ist der A1 durchaus eilig unterwegs mit seinem 1,4-Liter-Turbobenziner.

Im Vergleich zum Mini Cooper und Opel Adam wirkt der einzige Vierzylinder nicht kultivierter, zieht aber kraftvoll und homogen los, dreht gekonnt, bleibt leise. Es gibt keinen Grund, den A1 in seinem Streben nach Perfektion zu kritisieren, er ist ein kompetenter Kleinwagen. Aber auch beim teuren 1.4 in Ambition-Ausstattung ist "Herzklopfen" eben der Name der Sitzpolster und nichts, womit du aus dem A1 aussteigst.

Sportlicher Cooper mit neuem Motor

Wir haben ja auch einen Bildungsauftrag, also zitieren wir hier Johann Wolfgang von Goethe, um das Wesen des Mini zu beschreiben: "Alles, was imponieren soll, muss Charakter haben." An Charakter mangelt es dem dritten New Mini nicht – obwohl vieles von dem, was wir einst charakterbildend empfanden, wegoptimiert wurde. Die Bedienung größtenteils entwirrt, um eine modernere Version des brillanten iDrive erweitert, die Verarbeitung solidisiert, das Raumangebot vergrößert. Es reicht nun erstaunlich bequem für vier Erwachsene, denen der Mini nicht nur mit besseren Sitzen und einer sanfteren Fahrwerksabstimmung mehr Komfort zubilligt. Zumindest mit Zuladung – ohne Ballast rempelt der Mini weiterhin über kurze Unebenheiten.

Dafür fegt er aber auch noch immer um Kurven, wie es nur ein Mini kann, schmeißt sich mit der giftigen Präzision seiner Lenkung in Biegungen, ansatzloser, neutraler und schneller als der Audi A1 oder Opel Adam. Das Heckschwänzeln auf Lastwechsel hat er sich ebenso bewahrt wie bissige Bremsen, hohe Fahrsicherheit und das feinsinnig, aber nicht kontrollwütig regelnde ESP.

Dazu bekommt der Cooper endlich einen Motor, der mit dem Handlingtalent des Mini mithält. Statt des schnarchigen Vierzylinder-Saugers pocht nun der für einen Dreizylinder beeindruckend kultivierte 1,5-Liter-Turbo unter der Haube, trommelt ungeduldig los, zieht wuchtig, dreht flockig. Einzig die automatische Drehzahlanpassung beim Zurückschalten der präzise einrastenden sechs Gänge ist dann doch etwas obendrüber.

Das gilt ansonsten nur für den Preis des Cooper, der sich mit Assistenzsystemen noch weiter erhöhen lässt. Damit ist er nun viel alltagstauglicher, umgänglicher und moderner. Doch in seinem Wesen bleibt er ein Auto, so leichtfertig-ungestüm wie der junge Mini von 1959. In diesem Sinne und mit freundlichen Krisen.

Fazit

1. Mini Cooper
486 Punkte

Anders als noch mit Automatik setzt er sich nun gegen den A1 durch. Der hochmotivierte, kultivierte Motor, das Handling und tolle Bremsen bringen ihn nach vorn – trotz herbem Komfort und Preis.

2. Audi A1 1.4 TFSI
479 Punkte

Anders, so ganz anders, wollte der A1 nie sein, überzeugt mit Komfort, dem besten Platzangebot und feiner Verarbeitung. Doch der Vierzylinder ist kein Vorteil mehr, das Handling schüchterner.

3. Opel Adam 1.0 DI Turbo
450 Punkte

Anders als mit dem quirligen, sparsamen Dreizylinder will man den Adam gar nicht mehr fahren. Der günstige Preis relativiert Platz- und Komfortnachteile, nicht aber die schwächeren Bremsen.

Technische Daten
Mini CooperAudi A1 1.4 TFSIOpel Adam 1.0 DI Turbo
Grundpreis19.900 €20.600 €17.695 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe3821 x 1727 x 1415 mm3954 x 1740 x 1416 mm3698 x 1720 x 1484 mm
KofferraumvolumenVDA211 bis 731 L270 bis 920 L170 bis 663 L
Hubraum / Motor1499 cm³ / 3-Zylinder1390 cm³ / 4-Zylinder999 cm³ / 3-Zylinder
Leistung100 kW / 136 PS (220 Nm)90 kW / 122 PS (200 Nm)85 kW / 115 PS (170 Nm)
Höchstgeschwindigkeit210 km/h203 km/h196 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h7,9 s8,9 s9,9 s
Verbrauch4,5 L/100 km5,3 L/100 km4,8 L/100 km
Testverbrauch7,0 L/100 km
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