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Audi A3 Stufenheck und Audi A4 im Test

Kompakt- gegen Mittelklasse-Limousine

Audi A3 2.0 TDI, Audi A4 2.0 TDI, Frontansicht Foto: Arturo Rivas 34 Bilder

Mit dem Audi A3 in der neuen Stufenheckvariante verkürzen die Ingolstädter den Abstand der Kompaktklasse zum A4 der Mittelklasse. Vergleichstest beider Konzepte in der 150-PS-Dieselversion.

16.03.2014 Malte Jürgens

Während es hinter den Fleischwarentheken des Landes oft noch heißt "Darf’s ein bisschen mehr sein?", wirft der Autokauf heutzutage nicht selten die Frage auf: "Darf’s auch etwas weniger sein?" Die Kunst der Automobilhersteller besteht dabei im subtilen Abstufen der kleinen Unterschiede, was bei Audi dazu geführt hat, den kompakten Audi A3 nun auch mit dem klar gezeichneten Stufenheck in Richtung des größeren A4 auszuwalken.

Der Unterschied im absoluten Längenmaß scheint zunächst beträchtlich. Bringt der A3 mit dem Stufenheck nun 4,46 Meter auf den Zollstock, sind es beim A4 noch einmal 25 Zentimeter mehr, was im Grunde genommen dem nächsthöheren Segment entspricht.

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Audi A3 Stufenheck und Audi A4 3/4 Takt
auto motor und sport 05/2014
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Audi A4 bietet mehr Platz im Fond

Doch die Art und Weise, wie Audi den zusätzlichen Viertelmeter beim A4 aufteilt, relativiert den Vorsprung durch Länge aus Nutzersicht. Ein Drittel kommt dem leicht gestreckten Vorderwagen mit dem längs montierten Motor zugute, während er beim A3 platzsparend quer eingebaut ist, ein weiteres Drittel den Rücksitzen und das dritte Drittel dem Kofferraum. Das Extra an Beinraum im Fond des A4 reduziert das Schubbern der Knie an der Lehne der Frontsitze im Vergleich zum A3, allerdings nur um eine Nuance; ein Ballsaal vor einem Sofa mit einem halben Meter Sitztiefe ist der Rückraum im A4 nicht, obwohl die größere Karosserie mit 2,8 Metern immerhin 17 Zentimeter mehr Achsabstand als der Konkurrent offeriert. Die Rücksitzlehne ist übrigens im A3 serienmäßig geteilt umklappbar, wofür beim A4 ein Aufpreis von 290 Euro fällig wird.

Während ersterer mit 425 Litern Gepäckvolumen aufwartet (zum Vergleich: 45 Liter mehr als im A3 Sportback), sind es im größeren Bruder immerhin 480 Liter. Dies kürt den A4 klar zum Favoriten, soll es mit fünf Personen auf längere Fahrt gehen. In dieser Disziplin kann der A3 nicht verhehlen, dass er eben doch der Kleine bleibt, in dem drei Passagiere auf der Rückbank keinesfalls unter Berührungsängsten leiden sollten.

Audi A3 mit Vorteil im Verbrauch

Geht die Platz-Wertung erwartungsgemäß noch zugunsten des größeren Modells aus, nutzt der Audi A3 bei Handling und Fahrleistungen den Vorteil kompakterer Bauart. Beim Spurt von null auf 100 km/h nimmt er dem A4 eine volle Sekunde ab, wofür hauptsächlich das um drei Zentner geringere Startgewicht verantwortlich sein dürfte. Die Leichtigkeit des Seins schlägt auch beim Messen der Elastizität zu Buche: Das Beschleunigen im fünften Gang von 80 auf 120 km/h absolviert der A3 ebenfalls um eine Sekunde hurtiger als der Audi A4.
Seine etwas kleinere Stirnfläche schließlich zahlt sich auch mit der höheren Endgeschwindigkeit aus: 224 km/h zu Tempo 216. Vorteil A3 auch im Verbrauch: Das geringere Gewicht und die effizientere Aerodynamik lassen darüber hinaus einen geringeren Testverbrauch erwarten.

Mit 6,1 Litern Diesel auf 100 Kilometer gehört der A3 2.0 TDI zwar nicht zu den ausgesprochenen Abstinenzlern, liegt aber angesichts der gebotenen Fahrleistungen in einem sehr akzeptablen Bereich. Der schwerere und größere A4 genehmigt sich bei gleicher Motorisierung einen knappen halben Liter mehr, was auf die Wertung bei den Kosten und der Umweltfreundlichkeit durchschlägt.

Audi A4 ist weniger agil

Der Federung ist das Thema "Durchschlagen" hingegen unbekannt. Beladen bügelt der A4 auch dank des längeren Radstands Bodenwellen aller Art etwas besser aus als der A3, in dem der Zweiliter-Turbodiesel bei höheren Drehzahlen die Stimme wiederum etwas kräftiger erhebt. Insgesamt liegt der Komforteindruck für beide Kandidaten aber auf vergleichbarem Niveau. Kleine Unterschiede gibt es dafür im finanziellen Set-up: Im A3 kostet die Klimaautomatik 550 Euro Aufpreis.

Zum Beurteilen des Wiesel-Faktors sind weder Stadtstraßen noch Autobahnen geeignet; hier muss das Vergleichsduo beweisen, wie flink es über geschwungene und gerne auch verwinkelte Landstraßen zoomen kann. Der A3 meldet spontan zurück: Hier fühlt er sich in seinem Element. Die präzise Lenkung vermittelt einen nahezu idealen Kompromiss zwischen sensiblem Ansprechen, leichtem Einlenken und jener sportlichen Straffheit, der alles Weiche und Schwammige fremd ist. Auch in zügig absolvierten Wechselkurven bleiben Seitenkräfte und Trägheitsmomente um die Hochachse problemlos beherrschbar. Wird es dem A3 zu bunt, schiebt er gemächlich über die Vorderräder in Richtung Kurvenaußenseite, was sich durch einen Tick mehr Lenkwinkel und gleichzeitiges Gaswegnehmen gut parieren läßt.

Die Brillanz des erfreulich agilen Audi A3 gibt einen Hinweis auf die Höhenlage der Latte, an der sich der Audi A4 messen lassen muss. Das Resultat fällt nicht unerwartet aus: Der größere Audi wirkt wegen seiner zusätzlichen Pfunde und des etwas größeren Karosserievolumens eine Spur weniger munter als der kleinere Bruder. Die erwartete Tendenz zu erhöhter Wank- und Nickneigung wird dabei wirkungsvoll vom 20 Millimeter tiefergelegten Sportfahrwerk unterbunden, das im Ambition-Paket beider Limousinen serienmäßig geliefert wird.

Audi A3 bei Handling und Verbrauch besser

Noch ein Wort zu den Bremsen: Von Pedalgefühl und Druckpunkt her gleichwertig, steht der A3 aus 100 km/h ohne weitere Zuladung und mit kalten Scheiben gut 1,30 Meter früher als der A4. Der punktet hingegen beim Bremsen mit warmgefahrener Anlage und in beladenem Zustand. Die Erklärung könnte zum einen im unterschiedlichen Durchmesser der Scheiben zu suchen sein (A3 vorn 288 Millimeter, A4 314), zum anderen aber auch bei den Reifen. Während der A3 auf Dunlop vorfuhr, rollte der A4 mit Bridgestone an den Start.

Instrumentierung und Handhabung der Infotainment-Pakete liegen erwartungsgemäß auf nahezu identischem Niveau. Der im Armaturenträger des A3 vorhandene Steckplatz für den elektronischen Zündschlüssel entspricht dabei der einen Hauch besseren Lösung, da dem A4 Gleiches fehlt.

Ein Fazit ohne Wenn und Aber: Der A3 ist das agilere, sparsamere und dynamischere Auto, das zudem geringere Kosten verursacht und sich in diesem Vergleich den Sieg holt. Wer auf mehr Raum im Fond angewiesen ist und dazu etwas mehr Komfort schätzt, wird mit dem A4 gut bedient, auch wenn der 4.550 Euro teurer ist.

Fazit

1. Audi A3 2.0 TDI
515 Punkte

In Verarbeitung und Ausstattung praktisch ebenbürtig, siegt der Audi A3 mit Stufenheck durch mehr Agilität, bessere Fahrleistungen, weniger Verbrauch und niedrigere Kosten.

2. Audi A4 2.0 TDI
496 Punkte

Für die größere Limousine Audi A4 sprechen die geräumigeren Platzverhältnisse, doch neben dem Kaufpreis sind auch die Unterhaltskosten höher.

Technische Daten
Audi A4 2.0 TDIAudi A3 Limousine 2.0 TDI
Grundpreis35.300 €30.000 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4701 x 1826 x 1427 mm4456 x 1796 x 1416 mm
KofferraumvolumenVDA480 bis 962 L425 L
Hubraum / Motor1968 cm³ / 4-Zylinder1968 cm³ / 4-Zylinder
Leistung110 kW / 150 PS (320 Nm)110 kW / 150 PS (320 Nm)
Höchstgeschwindigkeit216 km/h224 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h9,2 s8,7 s
Verbrauch4,5 L/100 km4,1 L/100 km
Testverbrauch6,5 L/100 km6,1 L/100 km
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