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Audi A4, BMW 3er, Mercedes C-Klasse

Sparen in der Premium-Klasse

Foto: Hans-Dieter Seufert 30 Bilder

Sparen in der Premium-Klasse: Audi A4 2.0 TDI, BMW 318d und Mercedes C 200 CDI Blue Efficiency streiten sich um den Titel des besten Einsteiger-Dieselmodells.

31.10.2008 Alexander Bloch

Sparen in der Premium-Klasse: Audi A4 2.0 TDI, BMW 318d und Mercedes C 200 CDI Blue Efficiency streiten sich um den Titel des besten Einsteiger-Dieselmodells.
Na also, geht doch: Ein Testfeld mit drei repräsentativen Mittelklasse-Limousinen, jede über 200 km/h schnell, und alle verbrauchen weniger als sieben Liter Diesel pro 100 Kilometer. Zusammen stoßen sie laut ECE-Norm-Messung nur etwas mehr CO2 pro Kilometer aus als einPorsche Cayenne Turbo S alleine. Egal wie dieser Vergleich ausgehen mag - ökologisch gesehen sind Audi A4 2.0 TDI, BMW 318d und Mercedes C 200 CDI Blue Efficiency gut dabei. Der öffentliche Druck mobilisiert also inzwischen ungeahnte Einspar-Reserven in der deutschen Premiumklasse - schon ohne Hybrid-Technik.

Doch Sparsamkeit ist nicht das einzige Lockmittel, denn jeder der drei Kandidaten pflegt seinen markentypischen Charakter. So ist ein sportliches Fahrgefühl beimfacegelifteten 3er immer noch oberstes Gebot. Mit 143 PS werden seine 1,5 Tonnen von 23 mehr als beim A4 und sieben mehr als bei der C-Klasse angetrieben. Genug Dampf für ein flottes Vorwärtskommen und die eher symbolische Krone beim Spurt von null auf 100 km/h. Dicht in Dämmmaterial gepackt, verleugnet der bekannte Zweiliter-Turbodiesel dabei seine Selbstzündernatur mit kultiviertem Wesen und erstaunlichem Drehwillen. Und mit Freude vermeldet die rechte Hand das Fehlen der bei BMW oft bemängelten Knorpeligkeit des manuellen Sechsgang-Getriebes.

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Vergleichstest Audi A4 2.0 TDI, BMW 318d, Mercedes C 200 CDI Blue Efficiency
auto motor und sport 22/2008
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Agiles Handling

Wer agiles Handling sucht, sitzt im paritätisch gewichtsverteilten Dreier genau richtig. Lässig wuselt er über verschlungene Landstraßen, zentimetergenau dirigiert von seiner gefühlvollen, kaum stößigen Lenkung und im Grenzbereich spät, aber harmonisch kontrolliert vom ESP-System. Die sportlichere Stufe DTC ließe sogar etwas Leistungs-Übersteuern zu. Doch das ist bei einem Leistungsgewicht von immerhin 10,5 Kilogramm pro PS eher so, als erlaubte man einem Haflinger das Springen. Sein Komfort stellt inzwischen zumindest jene zufrieden, die einen BMW nicht als Sänfte missverstehen. Harte Kanten lässt er immer noch leicht gedämpft durch die seitenstabilen Sitze spüren.

Die größte Facelift-Errungenschaft steckt in der Mittelkonsole: Erfreulich mühelos ist der neue i-Drive zu bedienen und zeigt damit, wie umständlich der alte war. Objektiv viel schneller ist er nach den auto motor und sport-Messungen ebenfalls geworden. Doch je weiter man sich vom geräumigen, hochwertig verarbeiteten Cockpit nach hinten orientiert, umso mehr schwächelt der Dreier: Auf das eher knappe Raumangebot im Fond folgen der kleinste Kofferraum im Test und eine dürftig verkleidete Heckklappe.

Hartplastik-Klimaregler

Dafür leistet sich der Audi vorne mit seinen wackligen Hartplastik-Klimareglern einen kleinen Qualitäts-Fauxpas im ansonsten gewohnt detailverliebt verarbeiteten Interieur. Auch das MMI-Bediensystem verlangt mehr ablenkende Tastenblicke als die Konkurrenten. Trotzdem überzeugt sein stilvoller Innenraum am meisten: Komfortable Sport-Sessel (Serie Ambition) vorne, die bequemsten Sitze hinten, ein luftiges Raumgefühl und das größte Ladevolumen sprechen Pragmatiker an.

Doch in der Ambition-Linie nimmt es auch der Spar-A4 äußerlich betont sportlich. Als Einziger im Test steht er serienmäßig auf breiten 225er Pneus und sichert sich damit bis zu acht Meter weniger Bremsweg aus 160 km/h. Dass er der einzige Fronttriebler im Vergleich ist, lässt sich kaum erspüren. Lange neutral, geht er im Grenzbereich sehr fahrsicher und sanft ins Untersteuern über. Kaum spürbar greift in brenzligen Situationen das ESP dosiert ein. Den Hauch, der ihm im Vergleich zum BMW an querdynamischer Spritzigkeit und Lenkpräzision fehlt, macht er durch einen gelasseneren Umgang mit schlechten Straßen wieder wett. So gut wie der A4 jongliert keiner der Kontrahenten zwischen Komfort und Handling. Gekonnt überspielt der laufruhige Zweiliter-Turbodiesel auch sein deutliches Leistungsmanko.

Schließlich liegt der Common-Rail-Einspritzer bei Drehmoment (290 Nm) und damit Durchzug gleichauf mit den Konkurrenten. Nur hohe Drehzahlen mag der A4 nicht, brummelnd lahmt dann sein sonst ordentlicher Drang. Auf der Autobahn heißt das gleiten statt spurten. Doch das Trio erzieht ohnehin eher zu Gelassenheit im Verkehr. Den Sprit-Knauser-Pokal lässt sich der schwere Audi trotz Minder-PS mit 6,8 L/100 km vom BMW (6,4) mit Start-Stopp-System, aktiven Luftklappen und Bremsenergie-Rekuperation abnehmen.

Am offensivsten gegen Sportlichkeit

Der Mercedes braucht 6,9 Liter, und das, obwohl er sich am offensivsten gegen Sportlichkeit ausspricht. Seine schmalen 195er Reifen Michelin Energy Saver bieten zwar den geringsten Roll- und Luftwiderstand, aber wenn dafür der Bremsweg aus hoher Geschwindigkeit gegenüber der Konkurrenz deutlich wächst und das Handling spürbar leidet, ist das ein schlechter Tausch. In schnell gefahrenen Kurven verlangt die untersteuernde, leicht wankige C-Klasse den meisten Platz, ESP muss früh und heftig eingreifen. Weniger als 60 km/h beim 18-Meter-Slalom - da ist mancher SUV agiler. Hüpfst du schon oder gleitest du noch, ruft der leicht abgesenkte Sternträger dafür der Sport-Fraktion zu. Zart wiegend schluckt er selbst schwere Schläge. Alles bequemstens, wären da nicht die straffen, seitenhaltarmen Frontsitze sowie die harten Lehnen im Fond, der im Kopfbereich knapp geschnitten ist.

Zudem stört eine leichte Knurr-Komponente des Common-Rail-Diesels das Wohlbefinden ebenso wie die in den unteren Gängen hakelnde Schaltung. Wer sich im lang übersetzten Sechsten auf der Autobahn treiben lässt, bekommt davon aber nichts mit und erreicht - viel Anlauf vorausgesetzt - mit 220 km/h die mit Abstand höchste Geschwindigkeit. Sonst verrichtet der 2,2-Liter unauffällig seinen Dienst und beschleunigt ausreichend schnell. Unverständlich, dass es gerade für so eine Reise-Limousine keinen Abstandsregeltempomaten gibt. Zurückhaltend wirkt er auch im Interieur, obwohl es objektiv durchaus Glanzpunkte gibt: tadellose Verarbeitung, großer, gut beladbarer Kofferraum, unkomplizierte Bedienung. Seine aufpreispflichtige Sprachsteuerung hört immer noch am besten hin.

Für 393 Euro gibt es bei der C-Klasse sogar das kleine Pre-Safe-Paket mit reversiblen Gurtstraffern, Positionierungsfunktion für den Beifahrersitz und automatischem Schließen der Fenster. Schelte verdient dafür die Übersichtlichkeit. Nach auto motor und sport-Messungen verdecken seine Säulen und Kopfstützen mehr als die Konkurrenten. Besonders rückwärtiges Rangieren fällt so schwerer und verlangt nach einer aufpreispflichtigen Einparkhilfe. Apropos Aufpreise: Mercedes traut sich bei den Blue Efficiency-Modellen, ein CD-Radio mit satten 892 Euro zu berechnen. BMW verlangt dafür für eine Klimaautomatik happige 770 Euro zusätzlich. Der A4 zeigt wie es sein soll: Er liefert das alles in Serie und legt bei der getesteten Ambition-Variante sogar noch etwas schmucken Sport-Trimm obendrauf. Trotzdem bleibt er beim Grundpreis mit 31.000 Euro noch deutlich unter der bei 32.517 Euro startenden C-Klasse.

Mit 30.650 Euro macht es der 318d zwar noch einen Tick günstiger, doch mit der angebotenen Ausstattung werden sich auch asketische BMW-Fans nicht anfreunden. Diese Schwäche vereitelt zusammen mit dem hemdsärmeligeren Komfort den Sieg des fahraktiven Dreier. Den holt sich der Audi mit einer überzeugenden, weil enorm ausgewogenen Vorstellung. Die sehr komfortable C-Klasse muss sich mit dem dritten Platz zufriedengeben: Sparwillen darf eben nicht zu Lasten von Fahrsicherheit gehen.

Fazit

1. Audi A4 2.0 TDI Ambition
492 Punkte

Er gewinnt zwar nicht die Spurtwertung, glänzt aber sonst mit den ausgewogensten Fahreigenschaften und dem besten Raumangebot. Trotz der besten Ausstattung liegen seine Kosten am niedrigsten.

2. BMW 318d
476 Punkte

Auch wenn es mit seiner kargen Ausstattung und den Komfortschwächen nur zum zweiten Platz reicht: Für alle, die auf sehr agiles Handling und einen kräftigen, überaus sparsamen Motor stehen, ist er die beste Wahl.

3. Mercedes C 200 CDI Blue Efficiency
455 Punkte

Die C-Klasse bietet klassische Mercedes-Tugenden: Unkompliziertheit, gute Bedienung und ein hohes Komfortniveau. Bei Bremsen, Handling und Kosten zeigt sie aber eindeutige Schwächen.

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Technische Daten
Mercedes C 200 CDI BlueEFFICIENCYBMW 318dAudi A4 2.0 TDI
Grundpreis33.231 €31.350 €33.550 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4581 x 1770 x 1447 mm4531 x 1817 x 1421 mm4701 x 1826 x 1427 mm
KofferraumvolumenVDA475 L460 L480 bis 962 L
Hubraum / Motor2148 cm³ / 4-Zylinder1995 cm³ / 4-Zylinder1968 cm³ / 4-Zylinder
Leistung100 kW / 136 PS (270 Nm)105 kW / 143 PS (300 Nm)88 kW / 120 PS (290 Nm)
Höchstgeschwindigkeit220 km/h210 km/h205 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h10,4 s9,3 s10,5 s
Verbrauch5,1 L/100 km4,7 L/100 km4,5 L/100 km
Testverbrauch6,9 L/100 km6,4 L/100 km6,8 L/100 km
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