Eines wird auch das neue Gesicht des Omega höchstwahrscheinlich nicht ändern können: Deutschlands Establishment in der oberen Mittelklasse beschränkt sich auf drei Namen – Audi, BMW und Mercedes.
Opel gehört nicht dazu. Aber wer sagt, Opels bestes Stück könne es nicht mit den Offerten der Premiummarken aufnehmen? Mag die Reputation des Omega wegen anfänglicher Qualitätsmängel auch lädiert sein – spätestens seit dem jüngst erfolgten Facelift mit seinen flankierenden Maßnahmen reifte er zu einer Limousine, die den Vergleich mit der feinen Konkurrenz nicht scheuen muss. Man nehme einen Audi A6 2.4, BMW 523i oder Mercedes E 240 und dann den Opel Omega 2.5 V6: Da gibt es fast nichts, worauf der Omega nicht die passende Antwort parat hätte. Format, Leistung, Technik – Punkt für Punkt erfüllt er die Kriterien in der oberen Mittelklasse. Nur in einem kann er nicht mithalten: Im Preis bleibt er um Längen hinter der Konkurrenz. 55 550 Mark kostet die 2,5- Liter-Version des Omega. Dafür bekommt man bei Mercedes nicht einmal einen E 200 (61 828 Mark). Für den E 240 sind sogar 67 048 Mark fällig, aber auch BMW langt kräftig zu – 64 300 Mark für den 523i. Selbst Audi, immer etwas preisbewusster, bittet die Kundschaft stärker zur Kasse.
Einen A6 2.4 gibt es laut Preisliste nicht unter 60 310 Mark. Dabei ist schon der Basis- Opel ordentlich ausgestattet. CD-Radio mit Fernbedienung am Lenkrad, elektrische Sitzhöhenverstellung und sogar die Klimaautomatik gehören zum Lieferumfang – von einem Armutsmodell kann also nicht die Rede sein. Zur Ehrenrettung der Konkurrenten sei vermerkt, dass auch sie in den letzten Jahren ausstattungsseitig nachgerüstet haben. Die Klimaanlage ist inzwischen generell im Preis enthalten, wobei BMW und Mercedes letztere aber nur in der manuellen Ausführung aufpreisfrei anbieten. Dafür können beide seri- enmäßig ein Radio vorweisen, das bei Audi immer noch extra berechnet wird. Klar im Vorteil sind alle drei bei der Sicherheitsausstattung.
Audi und Mercedes gönnen dem Kunden serienmäßig die elektronische Fahrstabilitätsregelung ESP, die bei BMW nur gegen Aufpreis, bei Opel aber überhaupt nicht zu haben ist. Auch bei der Airbagbestückung hat der Omega das Nachsehen. Auf Kopfbags wie bei BMW (vorn) und Mercedes (vorn und hinten) hofft man im Fall des Falles vergebens, und auf die zusätzlichen Seitenairbags im Fond, die von den Konkurrenten gegen Aufpreis eingebaut werden, müssen Opel-Passagiere ebenfalls verzichten. Davon abgesehen fehlt es aber an nichts, am wenigsten an Platz. Den gibt es in Hülle und Fülle, womit der Omega den ebenfalls großräumigen Rivalen von Audi und Mercedes nicht nachsteht. Dem enger geschnittenen BMW ist er deutlich überlegen. Das Niveau der oberen Mittelklasse hat auch der voluminöse Gepäckraum (530 Liter). Durch Umklappen der Rücksitzlehnen läßt er sich noch vergrößern, was Audi und BMW extra berechnen und Mercedes nicht einmal gegen Geld bieten kann. Auch an der Zuladung sollten größere Transportvorhaben nicht scheitern.
Im Opel dürfen 503 Kilogramm verstaut werden. Nur Mercedes erlaubt mehr (527 kg), während der BMW, wie sich im Test zeigte, schon mit 415 Kilogramm an seine Grenzen kommt und in Kurven mit den Rädern an den Radkästen schleift. Ein Opel- Vorteil: Im Gegensatz zur üblichen Unterbringung des Reserverads unter dem Boden steht es bei ihm praktischerweise aufrecht im Kofferraum.




