Gong zum Prestigekampf um die Luxus-Diesel-Meisterschaften. Es verspricht ein heißer Fight zu werden. In der Ecke mit den vier Ringen: der Audi A8 4.2 TDI. Mit 4,2-Liter-V8, 326 PS stark und dank Quattro-Antrieb ein sehr effizienter Beinarbeiter. Seine Ablöse-Summe: 81 000 Euro. Unter dem weißblauen Propeller in der gegenüberliegenden Ecke wartet der BMW 745d auf seinen Auftritt. Er schöpft die Kraft für seinen 300-PSPunch aus 4,4 Liter Hubraum. Wer ihn in seinen Boxstall aufnehmen will, muss 79 000 Euro bereithalten. Beide Recken wiegen jeweils knapp über zwei Tonnen, denn zu ihren Muskelbergen gesellt sich reichlich Wohlstandsspeck. Klimaautomatik, CD-Radio, Tempomat, Licht- und Regensensor, Multifunktionslenkrad und zahllose elektrische Stellmotoren für Sitze, Fenster und Spiegel sind bei beiden Standard.
Der Audi kommt außerdem mit Luftfederung, bei BMW zählt das Xenon- Licht zur Serienausstattung. Außerdem ist im Testwagen das Fahrwerkspaket Adaptive Drive für 3200 Euro montiert, das sich automatisch um Wankausgleich und Stoßdämpferregulierung kümmert.
Haben sich die Kunden in den handbuchdicken Aufpreislisten bis zum R für Räder vorgearbeitet, sind in aller Regel schon eine Menge Kreuzchen gemacht worden. Denn selbst die Rindshäute für die Sitze und die Metallic- Lackierungen müssen extra bezahlt werden. So lässt sich der beachtliche Basispreis spielend um 10 000 Euro oder mehr in die Höhe treiben. Immerhin gehören Partikelfilter zum Standard, aber das müssen sie auch. Denn ohne die Rußfänger würden die V8-Diesel die Euro 4-Schadstoffnorm nicht erfüllen.
Von der komplexen Abgasreinigung ist im Fahrbetrieb freilich nichts zu merken, und auch beim Service muss sich darum niemand kümmern. Beide Systeme kommen ohne Additive aus und sollen deutlich über 200 000 Kilometer wirksam bleiben, bevor sie gewechselt werden müssen. Die Rußfilter sind aber auch schon das einzig Unauffällige an den Power-Dieseln. Denn ansonsten wird nicht mit Superlativen gegeizt.
Ein Beispiel gefällig? Nach nur 6,1 Sekunden schnalzt der Tacho-Zeiger über die 100-Markierung, wenn im Audi das Gaspedal beherzt in den Teppich getreten wird. 650 Newtonmeter drohen bei dieser Übung aus den Antriebswellen überdimensionale Korkenzieher zu wickeln und Reifengummi in weißen Rauch zu verwandeln.
Tatsächlich passiert nichts dergleichen, denn eine Antriebsschlupfregelung und Allrad-Antrieb schonen bei solchen Gewaltaktionen das Material. Die Mitfahrer presst es in die Leder- Fauteuils wie bei einem startenden Jet.




