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Audi Q3 und Mercedes GLA 220 Vergleichstest

Kompakt-SUV zuhause auf der Straße

Audi Q3 2.0 TDI Quattro, Mercedes GLA 220 CDI 4Matic, Frontansicht Foto: Achim Hartmann 24 Bilder

Klar, mit sportlich talentierten SUV macht sogar die Rennstrecke Spaß. Aber eigentlich sind der neue Audi Q3 2.0 TDI und der Mercedes GLA 220 CDI in anderen Gefilden zu Hause. Also: Rauf auf den alltäglichen Asphalt in Stadt und Land.

08.04.2015 Michael Harnischfeger Powered by

Mag die Autobranche auch mit immer höherer Drehzahl unterwegs sein, manche Dinge sind relativ konstant. Etwa die Modellpflege nach rund drei Jahren, die nun auch den Ende 2011 vorgestellten Audi Q3 ereilt hat.

Neben einem größeren Kühlergrill, einem neu geformten Bugstoßfänger samt angedeutetem Splitter sowie größeren Kühllufteinlässen, überarbeiteten Rückleuchten, neuen Farben und neuen Glanzapplikationen im Innenraum brachte die Aktion auch Habhaftes: Der Bremsassistent agiert auch bei Folge-Kollisionen, das Stabilitätsprogramm ist zweistufig deaktivierbar samt Offroad-Funktionalität, Bi-Xenon-Licht ist Serie, und die Kraft wird nun bei niedrigen Reibwerten noch feinfühliger auf jedes Rad verteilt. Neue Ausstattungslinien und Optionen kommen hinzu. So darf sich jeder, der das wohlklingende Bose-Surroundsystem (750 Euro) ordert, über weiße LED-Ringe um die Türlautsprecher freuen. Nun ja.

Beim vormals 177 PS starken Zweiliter-TDI fanden sich nun sieben weitere Pferdchen, die zudem nach Euro 6 gesäuberte Abgase erzeugen. Gleichstand in diesem Punkt also mit dem konstruktiv jüngeren Mercedes GLA 220 CDI, der nach wie vor 170 PS in die Waagschale wirft, dafür aber auch 70 Kilogramm weniger Gewicht. Dennoch kann er in Sachen Temperament nicht mit dem erstarkten Audi mithalten. Besänftigt von zwei Ausgleichswellen, läuft der TDI des Q3 nicht nur weicher und leiser, er hängt auch wacher am Gas, wirkt spritziger – und macht das Mehrgewicht des Q3 vergessen. Bis 100 km/h klafft schon eine Lücke von 0,7 Sekunden, danach geht es auch druckvoller weiter. Aus etwa 180 km/h heraus bis zur Spitze von knapp 220 km/h liefern sich die zwei Allradler dann ein totes Rennen, fährt niemand dem anderen auffällig weg.

So, nun hat sich doch ein wenig Rennstrecken-Romantik in diesen Text verirrt. Doch damit ist nun Schluss, für die letzten Sekundenbruchteile gibt es ja geeignetere Vehikel. Umschalten auf Alltagsbetrieb, in dem das Gaspedal weniger digital traktiert wird. Und wieder ist der Audi Q3 vorn: Denn sein Doppelkupplungsgetriebe (1.950 Euro Aufpreis, Serie beim GLA 220 CDI 4Matic)gefällt mit spontaneren Reaktionen und wischt auch schneller und früher in die oberen, den Verbrauch senkenden Gänge. Zudem ist der konventionell auf der Mittelkonsole sitzende Wählhebel des Audi beim Rangieren schneller erreicht als das kleine Hebelchen hinterm GLA-Lenkrad. Die Testverbräuche lassen den Kapitelsieg des Q3 etwas schrumpfen: Mit 7,5 Litern ist er doch durstiger als der bemerkenswert genügsame GLA (7,1 Liter), der aber wegen des kleineren Tanks trotzdem öfter an die Zapfsäule will.

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Vergleichstest Audi Q3 2.0 TDI Quattro, Mercedes GLA 220
auto motor und sport 05/2015
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Adaptive Dämpfer im Audi Q3 für 980 Euro

Dass es im Q3 leiser zugeht als im GLA, ist nicht nur dem kultivierteren Motor zu verdanken oder der Akustik-Frontscheibe des Testwagens (105 Euro). Generell sind Wind- und auch Fahrwerksgeräusche besser gedämmt, was den Audi bei höherem Tempo spürbar angenehmer klingen lässt.

Auch beim Federn zeigt sich der Audi talentierter. Dem GLA kann man keine wirklich groben Fouls ankreiden, doch mit adaptiven Dämpfern (980 Euro) geht der Audi viel gelassener über Kopfsteinpflaster, dauergewellte Landstraßen, Gullydeckel oder Querfugen hinweg. Er schwingt zudem weniger nach als der GLA, der sich voll beladen sogar Durchschlagen leistet. Die Sitze, eher klein ausgefallen und nicht so körpergerecht geformt wie die des Audi Q3, können das Gröbste mildern, kaschieren können sie diese Schwäche allerdings nicht.
Nichts anbrennen lässt der GLA dafür bei der Fahrdynamik. Wer ihn sauber fährt und nicht durch stumpfes Einlenken erst ins Untersteuern bringt, erlebt einen quicklebendigen SUV mit Sportler-Ambitionen. Der Q3 mag die einen Tick weniger direkte Lenkung haben, lässt sich aber mit weniger Auwand ebenso sicher bewegen. Das gilt übrigens auch für Ausflüge in den Grenzbereich.

Audi Q3 mit mehr Platz der bessere Allrounder

Was das reine Fahren angeht, hat der überarbeitete Audi Q3 also die besseren Karten. Beim Bremsen dürfte allerdings auch er mehr Biss zeigen.

Dass er wegen seiner höheren und breiteren Karosserie mehr Platz bietet als der Mercedes – an diesem Umstand hat sich natürlich nichts geändert. Vorn wirken die zwei ähnlich großzügig, doch in der zweiten Reihe entpuppt sich der GLA dann als das klar enger geschnittene Auto. Es sind auch der Verlauf der Seitenscheiben und die hoch gelegene Fensterbrüstung, die das Raumgefühl schmäleren. Dass die besseren Plätze bei beiden vorn sind, wird ohnehin schon beim Einsteigen klar: Die Fondtüren des GLA sind relativ niedrig, die des Q3 schmal.

Ansonsten macht der Q3 den funktionaleren Eindruck, zum Beispiel mit besser ablesbaren Instrumenten, einer verständlicheren Struktur der Bedienmenüs und mit nur einem Klick abschaltbaren Assistenzsystemen für sicheren Spurwechsel und sicheres Spurhalten. Der Mercedes punktet dafür mit dem größeren Angebot an Assistenten. Ein Abstandsregeltempomat etwa ist für den Q3 auch nach der Modellpflege nicht im Angebot.

Der GLA ist also nicht nur beim Design das modernere (oder modischere?) Auto als der im Zuschnitt konventionellere Audi. Der ist der bessere Allrounder, der GLA wiederum der auffälliger gekleidete Asphalt-Cowboy mit der jugendlicheren Note. Billig sind beide nicht, aber im wahren Wortsinn preiswert.

Fazit

1. Audi Q3 2.0 TDI Quattro
426 Punkte

Komfortabel ist der überarbeitete Audi, geräumig, praktisch und sehr gut motorisiert. Das beschert ihm den Sieg in diesem Vergleichstest gegenüber dem Mercedes GLA.

2. Mercedes GLA 220 CDI 4Matic
420 Punkte

Nach objektiven Kriterien bleibt dem sparsamen GLA nur der zweite Platz. Er ist enger, weniger komfortabel als der Q3 und in Details auch unpraktischer. Wer die Form liebt, sieht darüber gern hinweg.

Technische Daten
Mercedes GLA 220 CDI 4MaticAudi Q3 2.0 TDI Quattro
Grundpreis41.394 €40.450 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4417 x 1804 x 1494 mm4388 x 1831 x 1590 mm
KofferraumvolumenVDA421 bis 1235 L460 bis 1365 L
Hubraum / Motor2143 cm³ / 4-Zylinder1968 cm³ / 4-Zylinder
Leistung125 kW / 170 PS (350 Nm)135 kW / 184 PS (380 Nm)
Höchstgeschwindigkeit215 km/h219 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h8,3 s7,9 s
Verbrauch4,8 L/100 km5,2 L/100 km
Testverbrauch7,1 L/100 km7,5 L/100 km
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