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Audi Q5, BMW X3, Mercedes GLK im Vergleich

SUV mit Mittelklasse-Ambitionen

Audi Q5, BMW X3, Mercedes GLK, Heckansicht Foto: Hans-Dieter Seufert 42 Bilder

Wenn es dann noch mal etwas fescher sein soll als C-Klasse, 3er oder A4: GLK, X3 und Q5 kosten kaum mehr als Kombis.

25.06.2013 Sebastian Renz Powered by

SUV statt Kombi – diese Idee ist nicht die neueste und wurde auch bei den sogenannten Premium-Herstellern bereits vor Jahren etabliert – etwa als die Mercedes M-Klasse etliche Kunden des klassischen E-Klasse T-Modells zum Umstieg animierte. Dieser Trend ist längst auch eine Fahrzeugklasse darunter in den Zulassungszahlen zu erkennen. Kompakt-SUV boomen, die Mittelklasse baut ab.

Mercedes GLK mit alten Benz-Tugenden

Vielleicht kommt man dem Charakter des GLK näher, wenn man ihn als 200 CDI betrachtet. Nostalgiker fühlen sich hinter der steilen Frontscheibe im soliden, wenn auch etwas nüchternen Cockpit mit dem großen Lenkrad und den runden Lüftungsdüsen gar an den W 123 erinnert – ein Eindruck, zu dem auch die gute Rundumsicht und die hochwertige Verarbeitung beitragen.

Seine im Vergleich zu Audi und BMW kompakteren Abmessungen sorgen für geringeren Platz und weniger Standardladeraum. Gepäck und Passagiere kommen dennoch ungedrängt und bequem unter. Allerdings liegt der GLK im Federungskapitel hinter dem Q5, weil er mit seinen 19-Zöllern sämtliche Querfugen spüren lässt und beladen auf sehr schlechter Strecke durchschlägt.

Dass der Mercedes für die große Tour und nicht für flotte Landpartien abgestimmt ist, zeigt sich an der trägen Lenkung und dem besonnenen Fahrwerks-Setup. Dem mangelt es an Agilität, nicht aber an Sicherheitsreserven, wie auch die hervorragenden Verzögerungswerte zeigen. Etwas mehr Traktion allerdings könnte dem Mercedes nicht schaden. Wobei er wie der BMW am Testhügel mit 20 Prozent Steigung auf unterschiedlich griffiger Bahn (links Asphalt, rechts nasse, rutschige Fliesen) sicher anfährt.

Alle anderen Steigungen plättet der 2,1-Liter-Diesel mit seinem früh anliegenden Drehmoment. Es dominiert den Charakter des Triebwerks ebenso wie sein gurgelndes Laufgeräusch, das wie ein Echo aus den Tagen des W 123 herüberdringt. Bessere Manieren wird sich OM 651 kaum mehr zulegen, dafür überzeugt der Vierzylinder weiterhin mit günstigem Verbrauch und als Monoturbo im 200 CDI mit flottem Temperament.

Das etwas hakelige Sechsganggetriebe liefert derweil gute Argumente für den Erwerb der Automatik. Aber das kann man bei Mercedes wie den hohen Preis ja für selbstverständlich erachten – auch damit trägt der GLK das Erbe des W 123 weiter.

BMW X3 setzt auf Fahrdynamik

Wenn wir schon von Erbe sprechen, dann fällt uns auf, dass der X3 mit 4,65 Metern fast genau das Format des ersten X5 hat. Das zeigt sich positiv im üppigen Platzangebot: im mit 550 Liter größten Ladeabteil oder dem geräumigen Fond, in dem Erwachsene aber wegen der tief montierten, harten Rückbank nicht sehr kommod sitzen. Pilot & Co. dagegen beherbergt der BMW auf bequemen, optionalen Komfortsitzen im geräumigen und modern eingerichteten Cockpit. Zu dem gehört die i-Drive-Bedienung, mit der sich der Fahrer intuitiver durch die vielen Infotainmentmenüs drehdrückt als bei der Konkurrenz.

Obwohl er erst 2010 und nicht wie Q5 und GLK 2008 startete, hinkt der X3 seinen Rivalen bei der Sicherheitsausstattung hinterher, bremst nicht so vehement wie der Mercedes. Mit dem liegt er mit optionalen Adaptivdämpfern (990 Euro) beim Federungskomfort auf gleich hohem Niveau. Allerdings schlägt beladen auch seine Federung auf der Schlechtwegeprüfung durch.

Andererseits verschafft die strammere Grundabstimmung dem X3 ein agileres Handling. Wegen der hohen Sitzposition und des hohen Gewichts wirkt er für einen BMW etwas trummig, lenkt aber lockerer ein als der Mercedes und der Audi, umrundet Kurven neutraler und verkneift sich das Untersteuern.

Dass es trotz des energischen Zweiliter-Diesels und der präzisen Sechsgangbox nur zum dritten Platz für den X3 reicht, liegt neben dem höheren Verbrauch, der schlechten Rundumsicht und der geringen Zuladung auch an seinem hohen Preis und der kargen Ausstattung.

Audi Q5 als gute Kombi-Alternative

Man lernt ja nie aus. Und der Q5 lehrt: Die Bergabfahrhilfe funktioniert auch beim Rückwärtsfahren. Etwa beim 20-prozentigen Steigungshügel mit sehr geringem Reibwert auf der rechten Fahrbahnseite, an dem der Q5 beim Anfahren scheitert und rückwärts runterrollt – zumindest sicher gebremst.

Die schwache Traktion bleibt die einzige Einschränkung bei den Fahreigenschaften. Wie alle Audi fegt auch der Q5 unauffällig schnell um Kurven. Dabei mangelt es der Lenkung nicht an Präzision, aber an Rückmeldung. Hier zeigt sich, dass sie beim Fronttriebler gegen Antriebseinflüsse immunisiert werden musste. Die Vorzüge des Layouts liegen im besten Platzangebot. Hinten lässt sich so das Variabilitätsplus der verschiebbaren, bequemen Rückbank tatsächlich nutzen. Vorne beherbergt der Audi Fahrer und Beifahrer in geradezu stattlicher Raumfülle.

Stattlich fühlt sich der Q5 auch an – im Negativen wegen der mäßigen Rundumsicht, im Positiven beim Federungskomfort. Mit Standarddämpfern und -reifen federt er selbst heftige Unebenheiten locker weg, schlägt beladen auf der Schlechtwegestrecke nicht durch.

Das Durchschlagende an sich geht auch dem Motor ab, was den kultivierten Diesel in Kombination mit dem präzisen Sechsganggetriebe nicht davon abhält, den Q5 temperamentvoll anzutreiben. Unter den drei SUV ist der Audi zudem der sparsamste, selbst gegenüber einem A4 Avant beschränkt sich der Mehrverbrauch auf 0,5 L/100 km. Schon klar, dass der günstige Q5 hier gewinnt. Und wie bei BMW und Mercedes bedrängt auch er die Kombis im eigenen Haus – als neue Avant-Garde.

Fazit

1. Audi Q5 2.0 TDI
492 Punkte

Mit dem üppigsten Raumangebot, dem besten Komfort sowie dem niedrigen Verbrauch sichert sich der günstige Audi den Sieg.

2. Mercedes GLK 200 CDI
473 Punkte

Hervorragende Bremsen, reichhaltige Sicherheitsoptionen und guter Komfort bringen dem teuren und etwas trägen GLK Silber ein.

3. BMW X3 s-Drive 18d
464 Punkte

Seine nicht ganz so energischen Bremsen, mehr Verbrauch und der hohe Preis werfen den sehr agilen und angenehm komfortablen X3 zurück.

Technische Daten
Mercedes GLK 200 CDI BlueEFFICIENCYBMW X3 sDrive 18dAudi Q5 2.0 TDI
Grundpreis37.426 €36.600 €34.850 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4536 x 1840 x 1669 mm4648 x 1881 x 1675 mm4629 x 1880 x 1653 mm
KofferraumvolumenVDA450 bis 1550 L550 bis 1600 L540 bis 1560 L
Hubraum / Motor2143 cm³ / 4-Zylinder1995 cm³ / 4-Zylinder1968 cm³ / 4-Zylinder
Leistung105 kW / 143 PS (350 Nm)105 kW / 143 PS (360 Nm)105 kW / 143 PS (320 Nm)
Höchstgeschwindigkeit195 km/h195 km/h192 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h10,3 s9,9 s11,0 s
Verbrauch5,5 L/100 km5,1 L/100 km5,7 L/100 km
Testverbrauch7,7 L/100 km7,8 L/100 km7,4 L/100 km
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