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Audi S5 gegen BMW Z4 M Coupé im Vergleichstest

Unterschiedliche Temperamente aus Bayern

Audi S5, BMW Z4 M Coupé Foto: Rossen Gargolov 12 Bilder

Groß oder klein, zwei- oder (knapp) viersitzig, front-, heck- oder allradgetrieben: In der Coupé-Klasse ist alles erlaubt und alles zu haben. sport auto hat zur Klärung der Frage, was ein Coupé auszeichnet, mit dem Audi S5 und dem BMW Z4 M Coupé zwei ungleichen Vertretern der Gattung auf den Zahn gefühlt.

18.09.2007 Anja Wassertheurer Powered by

Manche Dinge werden geplant. Andere ergeben sich. So zum Beispiel der vorliegende Vergleich. Eigentlich waren sowohl das BMW Z4 M Coupé als auch der Audi S5 zu Supertest-Zwecken in die Redaktion gerollt. Doch zufällig kamen beide ungefähr zeitgleich an, und zufällig waren beide strahlend weiß. Und prompt war er da – der bei Autotestern nicht unübliche Hang zum direkten Vergleich. „Also, wenn man vom Audi in den BMW umsteigt, dann hat man irgendwie das Gefühl, ein zehn Jahre altes Auto zu bewegen“ oder „nach der Fototour mit dem Z4 mutet die Lenkung des S5 viel zu leichtgängig an.“

Zwei Coupés die unterschiedlicher kaum sein könnten

Subjektive Eindrücke, die stimmen können oder nicht, aber mit Sicherheit eines nahelegen: Die beiden bayerischen Coupés sind Vertreter gänzlich anderer Stilrichtungen, wenn nicht gar Generationen. High-Tech und verschliffene Modernität treffen auf über Baureihen und Modelljahre hin Bewährtes sowie eine knorrig-eigenwillige Formensprache. Das ist der Stoff, aus dem Geschichten sind.

Und da dankenswerterweise noch ein bereits produzierter Supertest in der Schublade ruhte, stand dem Vergleich zweier auf den ersten Blick ungleicher Coupés auch nichts Nennenswertes im Weg – vom Stirnrunzeln einzelner Leser, die in einem solchen Fall immer wieder gern den Spruch von den Äpfeln und den Birnen bemühen, einmal abgesehen. Zugegeben – die Gegenüberstellung des neuen V8-befeuerten Ingolstädters mit dem BMW 650i Coupé wäre schlüssiger gewesen.

Interessanter aber ist dies: Junger Wilder ohne Platz für Kind und Kegel trifft kultivierten Mittdreißiger mit Anspruch und Familiensinn. Ein Plot mit Spannungsbögen und Konfliktpotenzial, aufregend genug für die reizüberflutete Mediengesellschaft des 21. Jahrhunderts. Aber zurück zu den Basics. Leistungstechnisch fischen der S und der M im selben Teich. Beim Ingolstädter Allradler scharren 354 Pferdchen mit den Hufen, der Münchener Hecktriebler mobilisiert deren 343. Hohe Drehzahlen sind hier wie da gefragt.

Im Motorraum treten ein V8 und ein Reihensechszylinder zum Duell an

Auch die Grundpreise liegen den von Audi für den S5 aufgerufenen 55.900 Euro und den für den BMW Z4 M fälligen 57.900 in etwa gleichauf. Davon abgesehen überwiegen die Unterschiede. 4,2 auf acht V-förmig angeordnete Zylinder verteilte Liter Hubraum nebst Benzindirekteinspritzung (Audi) stehen sechs in Reihe geschalteten Zylindertöpfen mit 3,2 Liter Volumen gegenüber (BMW); 440 Newtonmeter maximales Drehmoment bei 3.500 Touren 365 Nm bei 4.900/min; üppige 1.718 Kilogramm Lebendgewicht schlanken 1.480.

Der Größenunterschied von 52 Zentimeter mehr Länge, 7,3 Zentimeter mehr Breite und 8,2 Zentimeter mehr Höhe zu Gunsten des S5 unterstreicht, dass Audi in diesem Fall eindeutig mehr Auto fürs Geld offeriert.

Auf Grund der hier wie dort nach oben offenen Preisskala schlagen die nahezu komplett ausgestatteten Testwagen schlussendlich allerdings mit jeweils rund 10.000 zusätzlich zu berappenden Silberlingen ins Kontor. Die Gewichtsverteilung ist bei beiden Sportlern relativ homogen ausgefallen. Beim Audi hat der Umstand, dass der voluminöse V8 im S5 ein Stück weit nach hinten gerückt ist, positive Wirkung gezeigt. Im Gegensatz zu anderen Modellen des Hauses trägt das viersitzige Coupé nur gut 57 Prozent seiner Masse auf der Vorderachse.

An der grundsätzlichen Untersteuerneigung des Ingolstädters hat dies freilich nichts geändert. Im Falle eines Falles ergreift der mit einem variablen Allradantrieb ausgerüstete Zweitürer aller hecklastigen Momentenverteilung zum Trotz noch immer die Flucht über die Vorderräder. Ein sicherheitsbetontes Setup, das fahrdynamischen Höchstleistungen im Wege steht – wie die mit 1.18,8 Minuten ordentliche, aber in dieser Leistungsklasse beileibe nicht bravouröse Rundenzeit auf dem Kleinen Kurs in Hockenheim beweist.

Im Slalom setzt sich der Ingolstädter mit 65,1 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit zwar besser in Szene, dem fahraktiven Zweisitzer aus München kann er jedoch auch hier nicht Paroli bieten. Bei deaktiviertem ESP tendiert der S5 wie schon der R8 im Supertest zum Aufschaukeln. Der gleichfalls eher über die Vorderräder schiebende, denn hinten ausbrechende Z4 M geht eine Spur zackiger und agiler ans Werk und erledigt die gleichen Übungen in der Folge in 1.17,2 Minuten respektive 9,52 Sekunden. Letztgenannter Wert entspricht in der 180 Meter langen Pylonengasse einer mittleren Geschwindigkeit von 68,1 km/h. Hier wie da mutet der BMW leichtfüßiger an als der Audi.

Da dies beim Aufeinandertreffen eines Fliegen- und eines Mittelgewichtlers im Boxsport nicht anders wäre, geht dies jedoch in Ordnung. Die anfangs etwas leichtgängig anmutende Lenkung des S5 kann dabei durchaus überzeugen. Das Maß der via Vorderachse umgesetzten Richtungswechsel entspricht exakt den am Volant vorgegebenen Lenkeinschlägen. Das Feedback der grundlegend überarbeiteten Steuereinheit ist hervorragend.

BMW Z4 M Coupé kann auch mal bockig sein

Beim BMW Z Coupé stehen derartige Überlegungen in Anbetracht der von der Servopumpe in deutlich geringerem Maße unterstützten Lenkung erst gar nicht zur Debatte. Der wulstig handfeste Volant passt zum kernigen Gesamteindruck. Dass jener sich beim kleinen M Coupé auch im Zusammenspiel von Kupplung und Gas sowie der Bedienung der manuellen Sechsgangschaltbox fortsetzt, mögen Feingeister hingegen als störend empfinden.

Der bei Gangwechseln zuweilen recht bockig agierende Z4 M lässt seinen Fahrer schon einmal als veritablen Dilettanten dastehen, der das feinfühlige Zusammenspiel von Kupplungs- und Gasfuß nur rudimentär beherrscht. Bei kaltem Motor oder gedrückter Sporttaste und in der Folge aggressiveren Gaspedalkennlinien verstärkt sich dieser Eindruck noch.

Die leicht hakelige Arbeitsweise des Getriebes dürfte sich hingegen eher dem Mann am Steuer denn der mehr oder minder charmanten Beifahrerin offenbaren. So oder so hinterlässt das nach dem Debüt des Porsche Cayman S sehr schnell auf die Räder gestellte Z4 M Coupé einen nicht ganz ausgereiften beziehungsweise etwas betagten Eindruck. Modern ist anders. Was der Stand der Technik hergibt, lässt sich am Beispiel des S5 studieren.

Zwar gerät auch im Audi Coupé der Umgang mit Gas und Kupplung nur selten wirklich geschmeidig. Das Ansprechverhalten der Drosselklappen scheint auch bei der auf 354 PS gedrosselten V8-Version etwas zu aggressiv gewählt. Andererseits flutschen die sechs Fahrstufen gleichsam von selbst in die für sie vorgesehenen Gassen.

Audi S5 bleibt unaufgeregt aber wirkt nicht langweilig

Generell gerät die Fahrt im S5 alles in allem deutlich entspannter und unaufgeregter als im Z4 M Coupé. Langweilig oder gar spießig mutet das 1,7 Tonnen schwere Schiff aus Ingolstadt deshalb freilich nicht an. Audiophile Schnellfahrer werden das fast vollständige Fehlen von Windgeräuschen ebenso goutieren wie den kehlig-grollenden, aber nie dominanten Klang des voluminösen Achtzylinders.

Hinsichtlich des Antritts- und Durchzugsvermögens überrascht der Umstand, dass die leistungsschwächere Variante des unter anderem aus dem S4 bekannten 4,2-Liter-Triebwerks den homogensten Eindruck hinterlässt. Schaltfaulem Fahren im sechsten Gang gegenüber zeigt sich der S5 viel aufgeschlossener als sein mit 420 PS nominell deutlich besser im Futter stehender Bruder RS4. Damit und mit der zwar trockenen, aber nicht unbotmäßig straff ausgefallenen Fahrwerksabstimmung gibt der S5 den perfekten GT. Langstrecken sind ihm quasi auf den schnörkellosen Leib geschnitten.

Beim raubeinigen BMW Coupé sieht die Sache anders aus: Der Z4 M ist immer dann in seinem Element, wenn es wirklich flott vorangehen soll. Sein muskulöser Körperbau, der bei voller Leistungsanforderung kräftig röhrende Reihensechszylinder und die Vehemenz, mit der sich die an der Hinterachse 255 Millimeter breiten Laufflächen der Conti SportContact3-Pneus in den Asphalt verbeißen, prädestinieren das BMW Z4 M Coupé eher zur Zeitenhatz auf abgesperrtem Terrain denn zum gemütlichen Sonntagsausflug.

Dabei herrscht bei den Fahrleistungen allen Unterschieden beim Leistungsgewicht zum Trotz erstaunliche Einigkeit zwischen dem Vier- und dem Zweisitzer. Einzig auf der Bremse zeigt der kleine dem großen Weißen dann doch, was eine Harke ist. Mit konstant über 11,0 m/s² können sich die Verzögerungswerte des BMW kalt wie warm sehen lassen. Die Audi-Bremse packt mit deutlich bescheideneren 10,2 bis 10,5 m/s² zu. In der fahrdynamisch orientierten sport auto-Wertung kostet den Audi S5 seine Beleibtheit also Punkte. Wer an einem Coupé (all-)täglich Freude haben will und Rennstreckenbesuche allenfalls als Sidestep sieht, ist mit dem überaus wertigen Ingolstädter jedoch bestens bedient.

Technische Daten
Audi S5 4.2 FSI QuattroBMW Z4 M Coupé
Grundpreis58.600 €57.900 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4635 x 1854 x 1369 mm4113 x 1781 x 1287 mm
KofferraumvolumenVDA455 L245 L
Hubraum / Motor4163 cm³ / 8-Zylinder3246 cm³ / 6-Zylinder
Leistung260 kW / 354 PS (440 Nm)252 kW / 343 PS (365 Nm)
Höchstgeschwindigkeit250 km/h250 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h5,1 s5,0 s
Verbrauch12,1 L/100 km12,1 L/100 km
Testverbrauch10,2 L/100 km13,5 L/100 km
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