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BMW 116d EDE vs. Peugeot 308 Blue HDi 120

Geringer Verbrauch macht Fahrspaß kaputt?

BMW 116d EDE, Peugeot 308 Blue HDi, Frontansicht Foto: Dino Eisele 38 Bilder

Mithilfe eines Dreizylinder-Diesel will der BMW 116d Efficient Dynamics Edition den Fahrspaß mit moderatem Verbrauch kombinieren. Ob das gelingt, klärt der Test gegen den Peugeot 308 Blue HDi, der mit seinem genügsamsten Vierzylinder-Diesel an den Start geht.

11.02.2016 Dirk Gulde

Ah, Sie haben sich das Interesse am Diesel also nicht von Skandalen und Ungereimtheiten verleiden lassen. Sonst hätten Sie kaum angefangen, den Test der Spar-Versionen von BMW Einser und Peugeot 308 zu lesen. Das freut uns - wer Spritkonsum und CO2-Ausstoß niedrig halten möchte, kommt derzeit kaum ohne Diesel aus. Wir behelligen Sie auch nicht mit realitätsfernen Norm-Angaben, sondern nur mit echten Messwerten, etwa den Verbräuchen.

Um die möglichst niedrig zu halten, haben sich die Entwickler des 116d Efficient Dynamics Edition einiges einfallen lassen: So kommt im Knauser-BMW der neue 1,5 Liter große Dreizylinder-Diesel mit 116 PS zum Einsatz, der aus dem bekannten Zweiliter-Vierzylinder der Konzernfamilie entstand. Drei Zylinder erzeugen weniger Reibung, zudem konnte der Einzelhubraum von 500 Kubikzentimetern erhalten werden, den BMW für eine optimale Verbrennung favorisiert. Um eine präzise Kraftstoffzufuhr kümmern sich Magnetventil-Injektoren, die für sehr hohe Einspritzdrücke von bis zu 2.500 bar ausgelegt sind.

BMW 116d EDE mit 4,4 l/100 km

Im Vergleich zum normalen 116d, der zum gleichen Preis angeboten wird, wollen beim BMW 116d EDE eine schaltbare Kühlmittelpumpe sowie eine verlängerte Übersetzung beim Sparen helfen. Mit Erfolg: So genehmigte sich der Einser auf der auto motor und sport-Eco-Runde nur 4,4 l/100 km - bei gemütlicher, aber nicht übertrieben lahmer Fahrweise sowie aktivierter Heizung und Klimaanlage.

Angesichts seiner Manieren verlangt der Öko-Bayer jedoch eine Portion Wohlwollen. Im Gegensatz zu dreizylindrigen Benzinern, bei denen sich mit gutem Willen durchaus ein sportlich-kerniges Klangbild heraushören lässt, rasselt der Diesel vorlaut durchs Drehzahlband. Vom Start-Stopp-System erweckt, schüttelt der 4,4 l/100 km zunächst das ganze Auto durch, um anschließend auch bei der Leistungsentfaltung zu enttäuschen: Wer zügig durchstarten möchte, sollte hochtourig einkuppeln, da die lange Übersetzung den 270 Nm Drehmoment die Arbeit schwer macht.

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Vergleichstest BMW 116d EDE, Peugeot 308 Blue HDi
auto motor und sport 02/2016
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Laufruhiger Peugeot-Diesel

Der 120 PS starke Vierzylinder im Peugeot 308 Blue HDi 120, dessen Grundkonstruktion inzwischen schon mehr als ein Jahrzehnt auf dem Buckel hat, geht da wesentlich kultivierter zur Sache: Kaum ruckelnd wuchtet sich der 1,6-Liter aus dem Drehzahlkeller, entfaltet nachdrücklich seine 300 Nm, um den 308 unaufgeregt auf knapp 200 Sachen zu beschleunigen. Und zwar ohne sich beim Verbrauch eine Blöße zu geben: Die aus Stadt-, Landstraßen- und Autobahnpassagen bestehende Eco-Runde mit mehreren Steigungen absolviert der Peugeot Blue HDi 120 mit 4,5 l/100 km und liegt damit nur ein Zehntel über dem BMW 116d EDE. 4 bis 4,5 Liter dürften ohnehin so etwas wie die natürliche Untergrenze aktueller Kompakt-Diesel im realen Verkehr darstellen.

Weitere Einsparungen sind erst mit Einführung des 48-Volt-Bordnetzes zu erwarten. Dessen bis zu 15 kW starke Startergeneratoren lassen sich zum Anfahren und Tempohalten nutzen, weshalb der Verbrenner häufig aus bleiben darf. Da wir versprochen haben, Sie nicht mit aberwitzigen Normwerten zu behelligen, erwähnen wir jetzt auch nicht die 3,1 Liter, mit denen sich der Peugeot Blue HDi 120 im NEFZ-Test auf der Rolle zufriedengegeben hat, sondern verkünden lieber, dass der Testverbrauch des Peugeot von 6,1 Litern sogar zwei Zehntel unter dem des BMW 116d EDE liegt.

Sein Sparpotenzial ruft der 1,6-Liter im Peugeot Blue HDi 120 unter anderem deshalb ab, weil ihm Peugeot einen aufwendigen SCR-Katalysator samt Harnstoff-Einspritzung zur Seite stellt. SCR-Katalysatoren kommen aus Kostengründen meist nur in größeren und teureren Fahrzeugen zum Einsatz, um die Euro-6-Grenze einzuhalten. Sie ermöglichen in leichteren Fahrzeugen jedoch eine besonders genügsame Abstimmung.

Doch der Fronttriebler fährt nicht nur sparsam, sondern auch komfortabel: Seine Federung spricht feinfühlig auf kurze Querfugen an, um selbst groben Unebenheiten den Schrecken zu nehmen. Da der Motor im Peugeot Blue HDi 120 quer zwischen den Vorderrädern sitzt, bleibt viel Platz für Gepäck und Passagiere übrig, die sich über hochwertige Materialien, einen bequemen Einstieg und viele Assistenzoptionen freuen.

Gefühlsarme Lenkung

Den Gag mit dem kleinen Lenkrad findet jedoch nicht jeder gleich lustig: Je nach Statur muss sich der Fahrer entscheiden, ob er sich das Lenkrad in den Schoß legen möchte oder ob es ihm lieber einen Teil der Instrumente verdecken soll. Hinzu kommt, dass das Fahrerlebnis kaum vom Winzsteuer profitiert: Durch die Kombination mit der spitz ansprechenden, aber gefühlsarmen Lenkung besteht die Gefahr, den Peugeot Blue HDi 120 im Eifer des Gefechts zu überlenken, der dann haltlos über die Vorderräder schiebt und sich stark zur Seite neigt, bis er vom ESP wieder auf Spur gebracht wird.

Wie es besser geht, zeigt der BMW 116d EDE: Beim letzten Hecktriebler in der Kompaktklasse bringen perfekt postierte und seitenhaltreiche Sportsitze den Fahrer in Stellung. Der freut sich über ein exakt rastendes Getriebe und eine gefühlvolle Lenkung, mit der sich der 116d präzise durch schnelle Kehren scheuchen lässt. Den agilen Eindruck unterstreicht eine ESP-Auslegung, die im Grenzbereich leichte Heckschwenks zulässt, bevor Bremseingriffe die Fuhre gerade ziehen. Obwohl er straffer abrollt als der Peugeot Blue HDi 120, federt der BMW 116d EDE seit seinem Facelift im März 2015 deutlich wohlwollender, ohne in schnellen Kurven oder unter voller Beladung mit deutlichen Karosseriebewegungen zu verschrecken.

Auch wenn der BMW 116d EDE für flottes Vorankommen absolut gesehen ausreicht, lässt der Einser durchblicken, dass er für viel mehr Kraft ausgelegt ist. Was auch beim Blick in den Motorraum auffällt, der angesichts des ebenfalls erhältlichen Reihensechsers im 135i mit dem Dreizylinder nur zur Hälfte gefüllt ist. Längs verbaute Motoren und ein voluminöser Kardantunnel kosten viel Platz, weshalb sich die Passagiere näher kommen als im Peugeot Blue HDi 120 und spürbar weniger Gepäck mitnehmen dürfen. Dafür entschädigt der Einser mit seinen optionalen, leuchtkräftigen LED-Scheinwerfern, deren Lichtkegel sich an unterschiedliche Verkehrssituationen anpassen, und einem umfangreich vernetzten sowie ablenkungsarm bedienbaren Infotainment-System.

Peugeot Blue HDi 120 mit mauer Ausstattung

Allerdings gehen die meisten Elektronik-Spezialitäten extra, obwohl der kleinste BMW als Viertürer schon beim Grundpreis ein Großer ist: Mit 26.950 Euro kostet er über 1.700 Euro mehr als der Peugeot Blue HDi 120, der als Allure bis aufs Infotainment kaum Wünsche offen lässt. Inzwischen hat Peugeot die Serienausstattung weiter verbessert: Anstatt auf 16-Zoll-Rädern wie zum Testzeitpunkt fährt der Allure jetzt sogar auf 17-Zöllern.

Ein CD-Player will jedoch nach wie vor separat bezahlt werden (150 Euro), ebenso das Navigationssystem, das beim Test mit seinen kleinen, teils verzögert ansprechenden Touch-Feldern nicht überzeugte. Immerhin kostet es mit 640 Euro nur einen Bruchteil der beiden BMW-Navis.

Obwohl der BMW 116d EDE gewinnt, will keine echte Begeisterung aufkommen. Der raue und totübersetzte Dreizylinder wirkt im ansonsten so freudigen Einser seltsam fremd.

Fazit

1. BMW 116d EDE
401 Punkte

Seit seinem Facelift überzeugt der Landstraßen- und Multimedia-König Einser auch beim Komfort. Der raue und zu lang übersetzte Dreizylinder passt jedoch nicht so recht zum Auto.

2. Peugeot 308 Blue HDi 120
394 Punkte

Der geräumige und entspannte 308 zeigt, dass auch ein kultivierter Vierzylinder-Diesel sparen kann. Sein Fahrverhalten hält jedoch nicht, was das kleine Lenkrad verspricht.

Technische Daten
BMW 116d EfficientDynamics EditionPeugeot 308 BlueHDi 120
Grundpreis27.550 €25.450 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4329 x 1765 x 1432 mm4253 x 1804 x 1457 mm
KofferraumvolumenVDA360 bis 1200 L420 bis 1228 L
Hubraum / Motor1496 cm³ / 3-Zylinder1560 cm³ / 4-Zylinder
Leistung85 kW / 116 PS (270 Nm)88 kW / 120 PS (300 Nm)
Höchstgeschwindigkeit195 km/h189 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h10,4 s10,3 s
Verbrauch3,4 L/100 km3,8 L/100 km
Testverbrauch6,3 L/100 km6,1 L/100 km
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