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BMW 1er M Coupés Schnitzer, Versus und G-Power: Tuners Über-M geben Zunder

Schnell sind alle drei - während beim Test in Hockenheim die BMW 1er M Coupés von Versus Performance und AC Schnitzer um die Krone des querdynamisch schnellsten BMW auf dem Kleinen Kurs kämpfen, faucht in Bayern ein weiterer Über-M an den Start. Als G1 V8 Hurricane RS will G-Power das schnellste 1er M Coupé der Welt bauen. sport auto fuhr exklusiv den ersten Prototypen mit V8-Kompressor.

Nur die Besten sterben jung: James Dean wurde 24 Jahre alt, Bob Marley 36, Elvis Presley immerhin 42. Ähnlich ist es scheinbar in der Automobilwelt - je kürzer und intensiver die Lebensphase, desto größer später der Heldenstatus. Der BMW M1 wurde lediglich 460 Mal produziert, von der Ikone M3 CSL kamen nur 1.634 Exemplare, während das im Sommer eingestellte 1er M Coupé immerhin rund 6.000 Mal vom Band lief. Zu viele, um Kultobjekt zu werden? Ganz und gar nicht, der kleine Kraft-Bayer verkörpert momentan als bisher letztes M-Modell noch waschechte M-Werte - leicht und agil.

BMW 1er M Coupé als begehrtes Tuning-Objekt

Zur Abschiedstournee betreten zwei getunte 1er M-Extremisten die Bühne in Hockenheim und bringen ihre guten, alten N54-Biturbos in Wallungen. Während sich die Tuningversionen von AC Schnitzer und Versus Performance warmlaufen, gurrt ein dritter Breitbacken-Einser aus der Hochgeschwindigkeitsschmiede von G-Power 300 Kilometer von Hockenheim entfernt seine Schmierstoffe auf Temperatur. Ein fettes Powerdome auf der Motorhaube des BMW 1er M Coupé verrät, dass darunter ein ganz besonderes Motorenkunstwerk schlummert.

Die Konferenzschaltung in die BMW-Liga der schnellsten Einser zappt zunächst zurück nach Hockenheim. Beide getunten BMW 1er M Coupés treffen sich bereits zum zweiten Mal hier. Aus Testarbeit wurde für den Autor interessante Entwicklungsarbeit für die BMW-Tuner, bis die beiden Testwagen in Bestform brillieren konnten.

Neuling first, zunächst darf Versus ran. Beim ersten Versuch prangten noch die Schriftzüge der Firma dieselspeed mit auf dem weißen Lack - aber die Ehe des VLN-Rennteams und des jungen BMW-Tuners Versus aus Gelsenkirchen ging vor dem Finale in die Brüche. Doch Klatsch und Tratsch interessiert bei sport auto so viel wie Kofferraumvolumen.

Interessanter war da schon die Reifenwahl beim ersten Hockenheimbesuch. Toyo R888 im 19-Zoll-Format (265/30 vorn und 295/30 hinten). Wie zu erwarten ging der Versuch nach hinten los, weil der Toyo meist nur auf extrem leichten Fahrzeugen richtig funktioniert. Mit Toyos drängte das 1.491 Kilo schwere Versus BMW 1er M Coupé bereits beim Anbremsen über die Vorderachse. Zudem lenkte er unpräzise ein. Die Rundenzeit lag daher nur wenige Zehntel unter der einst vom Serienmodell aufgestellten 1.14,1 Minuten (siehe Supertest aus Heft 7/2011).

Versus-1er mit feinsten Tuning-Zutaten

Schwamm drüber, wie alle Tuner bekommt auch Versus bei uns eine zweite Chance, schließlich ist das BMW 1er M Coupé bis auf die anfängliche Reifenwahl mit feinsten Tuning-Beilagen garniert worden. Fahrwerksseitig setzen die Gelsenkirchener auf ein zweifach in Druck- und Zugstufe verstellbares KW Clubsport-Gewindefahrwerk. Außerdem installierte Versus zur Sturzeinstellung an der Vorderachse KW-Uniballstützlager aus hochfestem Aluminium.

Lecker, lecker, schon die Achsgeometrie lässt M-Fans aufgeregt mit dem rechten Fuß zucken. Minus 3°39‘ Grad an der Vorderachse, minus 2°06‘ Grad an der Hinterachse (Serien-Sollwerte 1er M Coupé: -0°55‘ bis -1°45‘ vorn, -1°33‘ bis -1°45‘ hinten).

Neben einer Edelstahl-Abgasanlage ab Kat mit vier 85er-Endrohren kommt eine Stoptech-Bremsanlage mit größeren Bremsscheiben und Sechs-Kolben-Festsätteln vorn sowie Vier-Kolben-Feststätteln hinten zum Einsatz. Das Tuning-Programm am BMW 1er M Coupé vollenden verschiedene Karbon-Teile (Frontsplitter 1.299 Euro, Diffusor 1.199 Euro, Heckspoiler 699 Euro).

Und die finale Rad-Reifen-Kombi für die schnelle Runde? Dunlop Sport Maxx Race in der Größe 285/30 R 19 auf pulverbeschichteten Versus-MCR1-Felgen im Format 10 x 19 Zoll ET 17 rundum. Auch wenn 285er-Schlappen bei einem BMW 1er M Coupé vorn so glaubhaft klingen wie Formel 1-Reifen an einem Punto, für Rennstrecken-Besuche mit geringen Lenkwinkeln passt diese Wahl beim 1er M. Bei vollem Lenkradeinschlag knirscht es jedoch in den Radkästen - nix für die Großstadt, hier müsste der Fahrer oft zurücksetzen oder das Heck per Gasstoß nachzirkeln.

Einlenkverhalten im Versus-M mustergültig

Kein Problem im Versus-Einser - dank der VM1 EVO III genannten Leistungssteigerung soll N54 B30 T0 nun 439 PS und 697 Nm Drehmoment abpressen (Serie: 340 PS, 500 Nm). So präzise wie mit den Monster-Dunlop-Latschen und derartigem Sturz an der Vorderachse hat noch kein BMW zuvor eingelenkt. Im Verbund mit der präzisen BMW-Lenkung bekommt das getunte BMW 1er M Coupé ein summa cum laude in Sachen Einlenkverhalten.

Während das Serienmodell zu äußerst agilen Lastwechselreaktionen neigte, überzeugt der Versus-M mit ausgewogenem Fahrverhalten. Das Limit macht sich mit den Sport Maxx Race-Gummis (Warmluftdruck rundum 2,0 bar) durch ganz leichtes Schmieren bemerkbar - kein Hauch von Grenzbereichsdramatik, perfekt für Touristenfahrer und Trackdayfans. Mit 1.12,2 Minuten rennt das BMW 1er M Coupé von Versus so schnell um den Kleinen Kurs wie der jüngst getestete Alpina B3 GT3.

G-Power pflanzt neuen Verdichter und Ladeluftkühlsystem ein

G-Power bitte - das BMW-Ligaradio schaltet von Hockenheim in die bayerische 2.700 Einwohner-Gemeinde Aresing, Ortsteil Autenzell. In einer malerischen Landidylle zwischen Bauernhöfen arbeiten hier 40 Mitarbeiter an BMW-Hochgeschwindigkeitsboliden, die nicht nur in Europa sondern auch in Amerika und der arabischen Welt für Vmax-Verzückung sorgen. Nach zahlreichen Geschwindigkeitsrekorden soll nun der G-Power G1 V8 Hurricane RS zum schnellsten BMW 1er M Coupé der Welt werden. sport auto fuhr exklusiv den Prototypen des Testosteron-Einsers.

In einer viermonatigen Operation verpflanzte G-Power das Vierliter-V8-Triebwerk aus dem noch aktuellen BMW M3 samt DKG. Doch G-Power wäre nicht G-Power, wenn nicht noch ein zusätzlicher Kompressor zum Einsatz käme. Die Spezialisten passten den neuen T1-523-Radialverdichter an. Weitere Auffälligkeit im gefüllten Motorraum des BMW 1er M Coupé ist die Airbox aus Alu-Guss, die neben einem Sportluftfilter auch ein wasserdurchströmtes Ladeluft-Rückkühlsystem enthält. In Kombination mit dem Luft-Wasser-Wärmetauscher wird die Ladeluft so leistungsoptimiert runtergekühlt. Klingt nach einem Atommeiler im kompakten Einser-Motorraum? So ähnlich, die auf 30 Fahrzeuge limitierte Kleinserie soll später 600 PS und 580 Nm maximales Drehmoment leisten.

Schnitzer setzt auf extremen Sturz

AC Schnitzer ruft, zurück nach Hockenheim: Nachdem sich bereits das BMW Team Schnitzer hier zum DTM-Champion krönte, will Tuner AC Schnitzer die Krone des schnellsten Straßen-BMW auf dem kleinen Kurs in Hockenheim holen. Hierfür griffen die Aachener tief in die Tuning-Trickkiste. Das straßenzugelassene AC Schnitzer-Rennsportfahrwerk mit Sachs-Dämpfern und Eibach-Federn trimmte der BMW-Spezialist im BMW 1er M Coupé mit extremen Sturzwerten (-3°00‘ Vorderachssturz, -2°30‘ Hinterachssturz), während die Spurwerte mit +/- 0 Grad vorn und 0°18‘ Spur hinten eher auf Serienniveau blieben (Serien-Sollwerte Spur: 0°02‘ bis 0°18‘ vorn und hinten).

Dank Zusatzsteuergerät steigt die Leistung des Dreiliter-Biturbo auf 400 PS und 560 Newtonmeter maximales Drehmoment. Subjektiv gefühlt und auch objektiv mit Messwerten belegbar sprintet der Schnitzer-Einser schneller und punktet mit besserem Durchzug als das BMW 1er M Coupé aus Gelsenkirchen. Ohne Leistungsmessung kann nur folgendes Urteil gefällt werden. Entweder hat der Schnitzer mehr Muskelstränge unter der Haube als angegeben oder der Versus hat nicht die prophezeite Motorleistung.

Auftritt des Schnitzer-M Coupés beginnt nervös

Genug der Diskussionen, genießen wir lieber den Reihensechszylinder-Sound des Power-Einsers. Auch hier hat der Doppelendschalldämpfer wie bei Versus ohne dämmende Rücksitzbank leichtes Spiel und schreit dem Piloten so eindringlich ins Ohr wie Campino auf einem Livekonzert der Toten Hosen.

Auch AC Schnitzer benötigte zwei Anläufe, bis der M perfekt rannte. Schnitzer-Technikleiter Mani Wollgarten verbaute zunächst ein kürzeres Hinterachsdifferenzial (4,15 statt 3,15) mit Drexler-Sperre. Auf dem Kleinen Kurs fräste das BMW 1er M Coupé aus Aachen zunächst fast ausschließlich mit den Gängen vier, fünf und sechs herum. Doch in dieser Konfiguration zuckte der Einser nervös mit dem Heck, an eine Topzeit war zunächst nicht zu denken.

Die AC-Schnitzer-Strategen brüteten noch einmal über der Abstimmung und gingen wieder auf Achsübersetzung und Sperre des Serienmodells zurück. Außerdem wurde der von AC Schnitzer eingesetzte verstellbare Stabilisator an der Vorderachse wieder in Richtung härter justiert.

Nach Modifikationen an Fahrwerk und Reifen zum Sieg

Neuer Versuch: 1,9 bar Warmluftdruck der 265er-Dunlop Direzza 03G Semislicks auf neun und zehn Zoll breiten 18-Zoll-Rädern - es ist angerichtet. Das Einlenkverhalten des Schnitzer BMW 1er M Coupés ist ähnlich knackig wie bei der Tuning-Konkurrenz aus Gelsenkirchen. Im Vergleich zum Versus-BMW funktioniert aber die mit Pagid RS gelb bestückte Schnitzer-Bremsanlage etwas besser als das in weiten Zügen baugleiche Modell bei Versus mit EBC Orange Stuff-Belägen. Dadurch kann der Fahrer im Schnitzer einen Hauch später bremsen und dank der nun insgesamt neutraleren Fahrwerksabstimmung wieder etwas früher ans Gas gehen.

Das Schnitzer-Heck reagiert auf Lastwechsel genau mit dem richtigen Maß Agilität. Im Vergleich der beiden Dunlop-Semislicks tritt der Direzza etwas spitzer, rennreifenähnlicher auf als der Sport Maxx Race mit seinem etwas sanfteren Übergang von Haft- zu Gleitreibung. Insgesamt bieten beide Dunlop-Semislicks aber ein ähnlich hohes Maß an Gripniveau. Siegt nach der DTM-Truppe nun auch das Tuning-BMW 1er M Coupé mit dem Namen Schnitzer?

Ja, mit 1.11,7 Minuten entreißt das BMW 1er M Coupé von AC Schnitzer dem G-Power-BMW M3 GTS (Test im Heft 6/2011: 1.11,8 min) den Titel des schnellsten BMW-Straßenfahrzeugs auf dem Kleinen Kurs von Hockenheim.

G-Power Prototyp rennt aus dem Stand 314 km/h

Zischen, pfeifen, fauchen - während die beiden Renn-Einser mit StVZO-Diplom in Hockenheim zurück in die Boxengasse traben, will der G1 V8 Hurricane RS die G-Power-Ehre im BMW 1er M Coupé zumindest längsdynamisch wieder herstellen - Vollgas vom Start weg. Kurzhubig statt kurzatmig reißt der V8 seine acht Einzeldrosselklappen auf und schreit seine Kraft durch die extra angefertigte Edelstahl-Abgasanlage ins Freie.

Kein Biturbo-Punch, sondern Kompressor-Druck schiebt den ersten Prototypen des BMW 1er M Coupés mit gleichmäßig-infernalischer Leistungsentfaltung aus dem Drehzahlkeller vorwärts. Dass der G-Power-Einser durch den Motorumbau etwas kopflastiger ist, fällt im Alltagsbetrieb kaum auf. Dennoch will das Gaspedal bei Sprintversuchen aus dem Stand sensibel dosiert werden, ansonsten entströmt schnell weißes Michelin-Pilot-Super-Sport-Aroma der 295er-Walzen aus den hinteren Radkästen.

Rein ins G-Power-Revier „German Autobahn“. Noch ist das KW-Fahrwerk des G1 an der Hinterachse etwas zu hart gedämpft, was sich in Highspeedkurven bemerkbar macht. Ansonsten ist die Fahrwerksabstimmung wie bei einem Dragster perfekt für den Geradeauslauf gelungen. Spurrillen sorgen keinesfalls für feuchte Handrücken. 280, 290, 300 - bei Tempo 314 endet der erste Ausflug im G1 V8 Hurricane RS.

"Wir sind noch in der Testphase, der Prototyp hat noch nicht die Leistung der 600-PS-Stufe. Später werden wir einen kleinen und einen großen V8-Kit anbieten", erklärt G-Power-Chef Zoran Zorneke. Mit 600 PS soll der G1 schließlich zum Über-Einser mutieren, in 12,7 Sekunden auf Tempo 200 sprinten und eine Vmax von 330 km/h erreichen. Grund genug, nochmals das auszusprechen, worauf viele MW-Jünger warten - eine sport auto-Einladung des G1 V8 Hurricane RS zu einem umfassenden längsdynamischen Test inklusive 0-300-km/h-Messung und einer Leistungsmessung auf dem von sport auto genutzten Maha-Rollenprüfstand.

Christian Gebhardt

Foto

Rossen Gargolov

Datum

25. März 2013
Dieser Artikel stammt aus Heft sport auto 12/2012.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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