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BMW 340i und Mercedes C400 4Matic im Vergleich

Neuauflage im ewigen Duell

BMW 340i, Mercedes C400 4Matic, Frontansicht Foto: Achim Hartmann 34 Bilder

Ein Duell mit Tradition: Bereits 32 Mal trafen BMW 3er und Mercedes C-Klasse in auto motor und sport-Vergleichstests aufeinander. Dieser 33. Vergleich ist ein sehr besonderer: 16 Chefredakteure aus 15 Ländern fanden beim International Test Drive heraus, wie gut sich der neue 3er gegen die Mercedes C-Klasse schlägt.

21.09.2015 Heinrich Lingner

Wie so oft hilft es, ein wenig in der Historie zu blättern. 1983 trafen der BMW 3er, damals die Generation E30, und die Mercedes-Mittelklasse, damals der 190 E W201, in einem Doppeltest in auto motor und sport aufeinander. Kommt etwas auf den Standpunkt an, aber: erster Vergleich plus 32 weitere seither macht 33. Damit wäre der aktuelle der 34., und nicht wie im Vorspann und am Schluss angegeben der 33. Oder es waren nur 31 weitere seither. Vergleiche zwischen den Mittelklasse-Modellen von BMW und Mercedes gab es seither, nun stellt sich der frisch geliftete BMW 3er zum ersten Vergleichstest mit der C-Klasse. Die Gegner kann der 3er sich ja nicht aussuchen, das sind hierzulande die Mittelklasse-Limousinen der anderen Premium-Marken, der Audi A4 und die Mercedes C-Klasse. Da der Audi zur IAA in komplett neuer Form erscheint, nimmt es der 3er nur mit dem Mercedes auf.

Der BMW kommt als 340i zu diesem Duell, ein Testwagen mit kleinerem Motor steht noch nicht zur Verfügung. Als Vergleichskandidat bietet sich da der Mercedes C 400 an, welcher allerdings nur mit Allradantrieb lieferbar ist. Ab Werk kostet der C 400 so mindestens 52.390 Euro, einschließlich 4Matic und 7G-Tronic-Getriebe. Der Testwagen hat zusätzlich das Exclusive-Paket für 1.488 Euro an Bord, das jedoch wenig dringend Notwendiges enthält – abgesehen vom Mercedes-Stern, denn den gibt es nur beim Exclusive in der traditionellen, aufrecht über der Kühlermaske schwebenden Form.

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Vergleichstest BMW 340i, Mercedes C400 4Matic
auto motor und sport 17/2015
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BMW 340i Sport Line mit Automatik ab 50.650 Euro

Ähnlich ist es beim BMW 340i, der kommt als Sport Line, das macht 2.550 Aufpreis gegenüber der Advantage-Ausstattung aus und ist bis auf die darin enthaltene 2-Zonen-Klimaautomatik ebenfalls nicht zwingend notwendig. Viel preiswerter ist der BMW also nicht, denn er ist einschließlich der Achtstufenautomatik und als Sport Line nicht unter 50.650 Euro zu haben. Als Sechsgang-Schalter gibt es den BMW 340i für mindestens 45.950 Euro, so als kleiner Tipp für Sparfüchse.

Da fällt es also gar nicht so leicht, die beiden Premium-Limousinen der Mittelklasse zuzuordnen, zumal beide Testwagen mit den umfangreichen Optionen locker die 60.000-Euro-Hürde nehmen, ohne dabei mit überflüssigem Luxus zu prunken. Großes Navi, die üblichen Assistenzpakete und Leder-Tapezierungen im Interieur, so weit, so gut. Denn die Prunkstücke der beiden Limousinen sind unter den vorderen Hauben zu finden: Sechszylinder-Turbos mit rund 330 PS (genau 326 beim BMW und 333 beim Mercedes) heben 340i und C 400 aus dem Einerlei heraus.

Neuer Sechszylinder im BMW

Seit dem Facelift ist der neue B58-Reihensechszylinder im Einsatz, ebenfalls mit Biturbo-Aufladung. Er ist ein Abkömmling des neuen Motorenbaukastens, der bereits als Drei- und Vierzylinder-Reihenmotor (B38 und B48) in anderen Konzernmodellen verbaut wird. Ein völlig neuer Reihensechser also, was ja für BMW-Freunde immer ein Grund ist, ganz genau hinzuschauen. Sorgen, so viel ist nach diesem Test klar, müssen sie sich keine machen.

Der Turbo-Sechser legt heftig los, bereits nach 5,1 Sekunden ist der BMW 340i 100 km/h schnell, womit er den C 400 um zwei Zehntel abhängt. Gefühlt ist der Unterschied größer. Mühelos und blitzschnell dreht der BMW-Motor hoch, bleibt stets seidig und locker, tönt sonor und unangestrengt. Die Achtstufenautomatik hilft ihm dabei, sich lässig in Szene zu setzen, wechselt fast unmerkbar die Übersetzungsstufen. Mit einer Ausnahme: Unter Volllast im manuellen Modus spielt das Wandlergetriebe mit knalligen Gangwechseln ein wenig Sportwagen.

Mercedes C 400 4Matic fühlt sich verhaltener an als der BMW

Verglichen damit gibt sich das Mercedes-Triebwerk unauffällig, ohne dass der C 400 wesentlich langsamer ist. Bei den Durchzugsmessungen zwischen 60 und 120 km/h bleiben die Unterschiede im Bereich der Messtoleranz, dennoch fühlt sich der Mercedes etwas verhaltener und zögerlicher an. Was auch an seiner 7G-Tronic liegt, die spürbar langsamer die Gänge wechselt. Zudem konsumiert der Mercedes-V6 etwas mehr Treibstoff. Bei beiden, auch das sei gesagt, kostet es keine Überwindung, mit rund zehn Litern je 100 Kilometer auszukommen. Da ist man flott unterwegs, nur bei sehr schnellen Autobahnetappen wird es merklich mehr. Und bei betont sparsamer Fahrweise kann auch mal eine Sieben vor dem Komma stehen.

Da kann man angesichts der Fahrleistungen nicht meckern, immerhin hat man es mit rund 1,7 Tonnen schweren, 250 km/h schnellen Limousinen zu tun. Apropos Gewicht: So groß wie vermutet zeigt sich der Gewichtsunterschied auf der Waage nicht. Trotz des Allradantriebs wiegt der Mercedes nur 35 kg mehr als der BMW 340i, zudem verträgt er eine 75 kg höhere Zuladung (BMW 451 kg, Mercedes 526 kg). Dennoch wirkt die C-Klasse beim Fahrvergleich gewichtiger. Sie lenkt nicht so spontan ein, zeigt in Kurven deutlichere Karosseriebewegungen und verlangt nach größeren Lenkwinkeln.

BMW 3er nach dem Facelift mit strafferer Abstimmung

Das alles geht im BMW 340i spürbar zackiger. Im Übrigen auch zackiger als vor dem Facelift der Baureihe. Das Fahrwerk hat jetzt eine etwas straffere Grundabstimmung, was in Verbindung mit der variablen Sportlenkung mit Servotronic (250 Euro Aufpreis) sowie dem Adaptivfahrwerk (1.100 Euro) für ein sehr agiles, berechenbares und extrem vergnügliches Fahrverhalten sorgt.Wobei jedoch keineswegs verheimlicht werden soll, dass die C-Klasse ebenfalls das eine oder andere besser kann als der BMW: federn beispielsweise. Das gelingt ihr mit dem Airmatic-Fahrwerk eine Spur geschmeidiger, sie gleicht große und kleine Unebenheiten gefühlvoller aus und gewänne das Komfortkapitel noch etwas deutlicher, wenn nicht der BMW die besseren Sitze aufführte.

Mehr Platz für Insassen hat der Mercedes C 400 4Matic übrigens nicht. Denn anders als womöglich vermutet, bietet das Interieur des 3er einen ähnlich großen Lebensraum für Passagiere. Raumriesen sind beide Limousinen dennoch nicht. Das war vor über 30 Jahren, als der BMW 320 und der Mercedes 190 E zum ersten Mal aufeinandertrafen, nicht so viel anders. Und falls Sie es nicht ohnehin bereits vermuten: Anders als in Heft 7 von 1983 gewinnt diesen 33. Vergleich der BMW 3er.

Chefredakteure aus der ganzen Welt testen gemeinsam in Rom

Einmal im Jahr treffen sich die Chefredakteure der auto motor und sport-Familie aus aller Welt auf dem Testgelände von Bridgestone in der Nähe von Rom, um gemeinsam neue Autos zu bewerten. Diesmal mit dabei: Kollegen aus China, Brasilien, Mexiko, Spanien, Italien, Portugal, Rumänien, Bulgarien, Kroatien, Schweden, Slowenien, Ungarn, Tschechien, Deutschland und der Türkei. In diesem Jahr standen drei Vergleichstests auf dem Programm. Neben Prüfungen auf dem Handlingkurs und im Highspeed-Oval absolvierten wir Testfahrten auf römischen Landstraßen. Deren Zustand ist so bescheiden, dass sich der Fahrkomfort gut beurteilen ließ. Menschen und Maschinen haben das Testwochenende trotz 37 Grad Außentemperatur unbeschadet überstanden.

Fazit

1. BMW 340i Sport Line
441 Punkte

Mit seiner harmonischen, kraftvollen und sparsamen Antriebseinheit sowie dem agilen, schnellen und sicheren Handling gewinnt der frisch geliftete 340i diesen Vergleich deutlich. Auch mit den sehr guten Bremsen kassiert der 3er viele Punkte.

2. Mercedes C400 4Matic Exclusive
421 Punkte

In vielen Disziplinen sind es nur Nuancen, welche die C-Klasse vom 3er trennen. Dennoch summieren sie sich hier zu einem erklecklichen Punkterückstand. Der Fahrkomfort des Airmatic-Fahrwerks im C 400 ist in dieser Klasse Benchmark.

Technische Daten
Mercedes C 400 4MaticBMW 340i
Grundpreis53.967 €51.350 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4686 x 1810 x 1442 mm4633 x 1811 x 1441 mm
KofferraumvolumenVDA480 L480 L
Hubraum / Motor2996 cm³ / 6-Zylinder2998 cm³ / 6-Zylinder
Leistung245 kW / 333 PS (480 Nm)240 kW / 326 PS (450 Nm)
Höchstgeschwindigkeit250 km/h250 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h4,9 s5,1 s
Verbrauch7,6 L/100 km6,5 L/100 km
Testverbrauch10,3 L/100 km9,6 L/100 km
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