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BMW 520d, Mercedes E 220 CDI und Audi A6 2.7 TDI im Test

Gehobene Mittelklasse mit Diesel-Motoren im Vergleichstest

BMW 520d, Mercedes E 220 CDI, Audi A6 2.7 TDI Foto: Hans-Dieter Seufert 29 Bilder

Neuzugang im automobilen Oberhaus: Die von Grund auf renovierte Mercedes E-Klasse will der neue Maßstab sein. Im ersten Vergleich mit ihren beiden wichtigsten Konkurrenten stehen sich Diesel mit Automatikgetrieben gegenüber: Audi A6 2.7 TDI gegen BMW 520d und Mercedes E 220 CDI.

24.04.2009 Christian Bangemann

Fünf Sterne im auto motor und sport-Test, 5.000 Probefahrten mit Interessenten, 50.000 Bestellungen bei den Händlern - die neue Mercedes E-Klasse hat offenbar einiges zu bieten. Mercedes nennt sie sogar das Herz der Marke und glaubt in der Oberklasse einmal mehr die Maßstäbe zu setzen. Sehen die beiden Rivalen Audi A6 und BMW 5er nun alt aus?

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Vergleichstest Audi A6, BMW Fünfer, Mercedes E-Klasse
auto motor und sport 09/2009
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Mercedes E-Klasse - Technik 2:41 Min.

BMW 520d ist am günstigsten

Um diese Frage zu klären, sind neben dem Mercedes E 220 CDI, ein BMW 520d und ein Audi A6 2.7 TDI vorgefahren. Beim A6 bekommt man für 42.800 Euro den Sechszylinder-Diesel mit siebenstufigem CVT-Getriebe, während Mercedes für 43.792 Euro lediglich einen Vierzylinder mit Fünfstufen-Automatik paart. Am günstigsten ist der BMW 5er: Mit Zweiliter-Diesel und Sechsstufen-Automat kostet er 40.890 Euro. Er liegt mit seinen 177 PS zwischen dem 190 PS starken Audi A6-V6 und dem 2,1-Liter-Vierzylinder des Mercedes mit 170 PS. Der entstammt der neuen OM 651-Motorengeneration, die zeitgemäß die Euro 5-Abgasnorm erfüllt, aber das schaffen die Konkurrenz-Triebwerke auch.

Und überragend sparsam ist der neue Mercedes-Diesel auch nicht. Nur wer das Gaspedal streichelt statt tritt, wird den Verbrauch unter die Sechs-Liter-Marke drücken. Das ist für ein 1,7-Tonnen-Auto zwar nicht schlecht, aber der BMW 5er kommt mit weniger aus. Der Konsum des Audi-V6 liegt einen halben Liter über dem Mercedes-Triebwerk. Dabei haben die Mercedes E-Klasse-Techniker die Gänge der Fünfstufen-Automatik zur Verbrauchssenkung relativ lang übersetzt. Dennoch überzeugt die Automatik nur mit ihrem Schaltkomfort. Schließlich macht sie aus dem laut Datenblatt 400 Nm starken Diesel einen Papiertiger. Er wirkt angestrengt, und der Fahrer fragt sich, wo die Drehmomentwoge bleibt, auf die er wartet. Dazu kommt, dass der Motor auch akustisch kerniger auftritt als die Triebwerke der anderen. Wie gut ein relativ kleiner Diesel in die Oberklasse passen kann, zeigt BMW.

Audi A6 gewinnt im Vergleichstest beim Antrieb

Motor und Automatik arbeiten im BMW 520d sehr harmonisch zusammen, und die fehlenden 50 Nm auf den Mercedes E-Klasse-Motor mag man kaum glauben - es stellt sich eher der umgekehrte Eindruck ein. Für einen Vierzylinder-Diesel ist die Laufkultur überraschend gut, akustisch gibt es kaum etwas zu kritisieren, und drehfreudig ist der Motor außerdem. Dennoch kann der Audi das Antriebskapitel knapp für sich entscheiden. Mehr Kraft und Antriebskomfort sind im Vergleich stets spürbar, und weil die mit sieben Stufen versehene CVT-Automatik treffsicher die richtige Übersetzung wählt, nimmt man den Mehrverbrauch gegenüber den Vierzylindern gern hin.

Allerdings verschießt der Audi A6 sein Pulver auch weitgehend im Antriebskapitel. Denn er kann sich nicht recht entscheiden, ob er komfortabel oder sportlich sein möchte. Der Testwagen hatte die adaptive Luftfederung für 1.950 Euro an Bord, die auch in der Preisbewertung ihren Niederschlag gefunden hat. Sie bietet die Möglichkeit, unterschiedliche Dämpferkennlinien anzuwählen, und so wurden die fahrdynamischen Tests in Stellung Dynamik, alles weitere aber im Komfort-Modus bewertet. Wobei es auf der Landstraße keine Rolle spielt, was eingeschaltet ist: Der BMW 5er ist fahrdynamisch überlegen, der Mercedes dagegen beim Federungskomfort - obwohl in der Mercedes E-Klasse das Standardfahrwerk mit Stahlfedern montiert war. Der Audi A6 schluckt vor allem kurze Wellen etwas unwilliger und lässt sich durch schnelle Kurven nicht ganz so präzise führen wie der BMW 5er.

Mercedes E-Klasse mit hohem Komfort

Auch eine leichte Untersteuer-Tendenz ist dem Fronttriebler Audi A6 erhalten geblieben. Schlecht macht der Audi A6 seine Sache allerdings nicht, nur eben nicht ganz so gut wie die Konkurrenten. Die bessere Sportlimousine ist in diesem Fall deshalb der sehr neutral liegende BMW 5er. Abgesehen von dem wurstigen Lenkrad ist seiner Lenkung nichts vorzuwerfen, nicht zuletzt, weil es bei ihm als Hecktriebler keine Antriebseinflüsse gibt. Er eilt durch enge Wechselkurven, dass es nur so ein Freude ist, ohne allzu starke Komforteinbußen zu fordern. Im Komfortkapitel spielt dagegen die Mercedes E-Klasse ihren größten Trumpf aus. So wie sie Bodenunebenheiten schluckt, düpiert sie manches Modell der Luxusklasse. Erfreulicherweise hat sich Mercedes darauf besonnen, dass die Kundschaft sehr guten Komfort klar über das letzte Quäntchen Dynamik stellt. Und genau das bekommen die Herrschaften hier.

Dabei kann man die Mercedes E-Klasse auch flott über kurvige Strecken bewegen, ohne dass dabei die Fahrsicherheit leiden würde. Allein die Aufbaubewegungen nehmen zu, ein Gefühl der Unsicherheit bleibt aus. Im Gegenteil, man fühlt sich stets behütet in diesem Mercedes, selbst wenn man nicht an die Phalanx der aktiven Schutzsysteme denkt. Was zugegebenermaßen schwerfällt, schon weil sich Pre-Safe bei jedem Motorstart mit einem Zupfer am Gurt ins Gedächtnis bringt. Ein weniger feiner Zug ist die Aufpreispolitik der Marke.

Denn wer den ACC-Tempomaten will, der den Abstand zum Vordermann konstant hält, muss happige 2.589 Euro zahlen, weil es ihn nur im Paket mit Spurhalte-, Notbrems- und Toter- Winkel-Assistent gibt. Bei der Konkurrenz sind diese Systeme separat bestellbar, ACC kostet weniger als 1.600 Euro. Wer in den Limousinen Platz nimmt, vergisst seinen Ärger über die hohen Aufpreise jedoch schnell, weil Verarbeitungsqualität und Platzangebot milde stimmen. Allenfalls die Audi-Fondpassagiere werden über zu wenig Kopffreiheit klagen, die Hinterbänkler im Mercedes verwundert die stark geneigte Rückenlehne zur Kenntnis nehmen. Echte Fünfsitzer sind sie nicht, aber vorne sitzt man nahezu perfekt auf großzügigen Sesseln, umfächelt von den serienmäßigen Klimaautomaten.

Die Augen ruhen auf klassischen Rundinstrumenten; hier sind die Unterschiede marginal und eher Geschmacksache. Müssen Tacho und Drehzahlmesser gleich groß sein wie beim Audi A6 und BMW 5er, oder darf der Tourenzähler etwas kleiner ausfallen und dafür einer größeren Uhr Platz machen wie in der Mercedes E-Klasse? Egal, solange die Ablesbarkeit nicht leidet, und die ist unisono sehr gut. Was auch für die Bedienung der zahllosen Funktionen über Dreh-Drück-Steller gilt. Der Audi A6 mit seinen weiter verstreuten Tasten rund um den zentralen Knopf ist allerdings etwas unübersichtlicher. Minimal schlechter ist auch seine Bremse, die nicht so vehement verzögert wie die der Konkurrenz, auf unterschiedlich griffigem Untergrund gegenüber der BMW 5er-Anlage aber Vorteile bringt.

Dennoch wird der Audi mit seiner dürftigen Leistung im Sicherheitskapitel nur Dritter. Die Mercedes E-Klasse holt sich mit herausragendem Komfort die Eigenschaftswertung, während der BMW 5er als Preis-Leistungs-Sieger auch die Nummer eins dieses Vergleichstests ist.

Die IAA in Frankfurt findet 2009 vom 17. bis 27. September statt:

Audi auf der IAA 2009

BMW auf der IAA 2009

Fazit

1. BMW 520d
517 Punkte

Besonders Antrieb, Handling und Kosten des BMW 520d sind immer noch sehr konkurrenzfähig, nur beim Fahrkomfort sind Einschränkungen erforderlich. Mit dem kleinen Diesel lässt sich ausgesprochen gut leben.

2. Mercedes E 220 CDI
511 Punkte

Auch wenn es nur zum zweiten Platz gereicht hat: Die Mercedes E-Klasse ist ein großer Wurf, der Komfort bestechend, die Sicherheits-Ausstattung umfangreich. Einstiegsdiesel und Fünfstufenautomat überzeugen weniger und verhindern eine bessere Platzierung.

3. Audi A6 2.7 TDI
489 Punkte

Trotz kraftvollem Sechszylinder zum moderaten Aufpreis und jüngstem Facelift wird der Audi A6 nur Dritter. Auch luftgefedert kann er beim Komfort nicht mit dem Mercedes mithalten und bleibt fahrdynamisch hinter dem BMW zurück.

Technische Daten
Mercedes E 220 CDI BlueEFFICIENCYBMW 520dAudi A6 2.7 TDI
Grundpreis46.815 €40.890 €43.800 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4868 x 1854 x 1464 mm4841 x 1846 x 1468 mm4927 x 1855 x 1459 mm
KofferraumvolumenVDA540 L520 L546 L
Hubraum / Motor2143 cm³ / 4-Zylinder1995 cm³ / 4-Zylinder2698 cm³ / 6-Zylinder
Leistung125 kW / 170 PS (400 Nm)130 kW / 177 PS (350 Nm)140 kW / 190 PS (450 Nm)
Höchstgeschwindigkeit229 km/h229 km/h227 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h8,0 s8,4 s7,9 s
Verbrauch5,8 L/100 km5,7 L/100 km6,4 L/100 km
Testverbrauch8,3 L/100 km8,0 L/100 km8,8 L/100 km
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