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BMW X1 (2015) gegen VW Tiguan (2016)

Die neuen Kompakt-SUV im ersten Vergleich

BMW X1 2015, VW Tiguan 2016 Foto: Stefan Baldauf 28 Bilder

BMW und VW zeigen auf der IAA ihre neuen Kompakt-SUV. Technisch rücken beide näher zusammen. Und sonst? Wir saßen Probe und vergleichen.

20.09.2015 Thomas Gerhardt Powered by

Bei der Geburt getrennt? Nein, so zynisch sollte man das nicht formulieren. Fakt ist aber: Die neuen Generationen von VW Tiguan und BMW X1 sind sich konzeptionell viel ähnlicher, als das bislang der Fall war: Der Tiguan basiert als erster VW-SUV auf dem Modularen Querbaukasten (MQB), wird also nach wie vor von quer eingebauten Motoren in der Basis an den Vorderrädern angetrieben. Der neue BMW X1 wechselt auf die Plattform des Mini (UKL) auf der schon die beiden Vans 2er Active Tourer und Gran Tourer stehen. Den BMW X1 treiben demnach nun ebenfalls quer eingebaute Motoren an der Vorderachse an.

Mit dem Wechsel von Heck- auf Frontantrieb gibt BMW ein Alleinstellungsmerkmal im Segment der Kompakt-SUV auf. Rational betrachtet ein wenig bedauernswerter Umstand, denn neben einem geringeren Gewicht bietet der neue X1 deutlich bessere Platzverhältnisse im Innenraum. Und wer sich mit dem Frontantrieb so gar nicht anfreunden will, greift zum BMW-typisch hecklastig ausgelegten Allradantrieb x-Drive, der aktuell noch bei fast allen Motorisierungen dabei ist - mit Ausnahme des X1 18d.

IAA 2015, VW Tiguan R-LineFoto: Stefan Baldauf / Guido ten Brink
Ungewöhnlich von VW: Der Tiguan hat sich mit dem Generationswechsel stark verändert.

BMW X1 mit überraschend viel Platz im Innenraum

Auf die neuen Plattformen bauen beide Hersteller sportlicher gestylte Karosserien. Vor allem beim Tiguan hat sich optisch einiges getan: Er wirkt deutlich kantiger und bulliger als sein Vorgänger. Das Design des X1 hat BMW eher in Details verfeinert. Da er ohnehin den Sportler unter den Kompakt-SUV gab, sind die beiden Modelle nun auch von außen näher beisammen.

Kleinere Unterschiede ergeben sich bei den Abmessungen. Der neue Tiguan wächst in der Länge um sechs Zentimeter auf 4,49 Meter. Der neue X1 verliert 15 mm und ist damit fünf Zentimeter kürzer als sein Konkurrent. Der Radstand des Tiguan (2,68 Meter) überragt den des X1 um einen Zentimeter, bei der Höhe sind es mit 1,63 Metern zwei Zentimeter. Wer in beiden Modellen Platz nimmt, wird allerdings kaum einen Unterschied ausmachen können, dürfte vom jetzt größeren Raumangebot des X1 aber überrascht sein.

Besonders die Fondpassagiere profitieren von den Veränderungen und genießen im X1 ausreichend Kopf- und Beinfreiheit – sogar wenn das optionale Panorama-Glasdach verbaut ist. Gleiches gilt für den Tiguan-Fond. Den BMW kann der Wolfsburger lediglich beim Kofferraum ausstechen. Mit 615 Litern bietet das Heckabteil gut 100 Liter mehr Volumen. Der Größenunterschied zum BMW macht sich außerdem mit mehr Stehhöhe unter der aufgeklappten Heckklappe bemerkbar.

IAA 2015, BMW X1, Sitzprobe, 09/15Foto: Stefan Baldauf / Guido ten Brink
Bieten beide Modelle: Geteilt klappbare und verschiebbare Rücksitzbank, ebene Ladefläche.

VW Tiguan mit volldigitalen Instrumenten

Bei der Variabilität sind beide SUV nun gleich gut aufgestellt. Eine geteilte Rücksitzbank, die bei Bedarf um einige Zentimeter nach vorne rückt und dessen Lehnen jeweils per Schalter im Kofferraum zur ebenen Ladefläche wegklappen, haben beide. Unter den Ladeböden gibt es jeweils zusätzlichen Stauraum.

Klare Differenzen gibt es beim Cockpit und der Bedienung. Während das Infotainmentsystem des VW Tiguan weitestgehend über den aus Golf und Co. bekannten, zentral im Armaturenträger angeordneten Touchscreen gesteuert wird, greifen BMW-Fahrer zum i-Drive-Controller in der Mittelkonsole und blicken auf einen Bildschirm auf dem Armaturenträger. Ganz neu im Tiguan sind die aus dem Passat bekannten, volldigitalen Instrumente. Sie bieten dem Fahrer den Vorteil mehr Informationen, zum Beispiel eine detaillierte Navigationskarte, in seinem direkten Blickfeld darzustellen. Im BMW projiziert dafür ein neues Head-up-Display seine Informationen direkt auf die Frontscheibe. Wie es mit Smartphone-Anbindung und Vernetzung der beiden bestellt ist, ließ sich auf der Messe leider noch nicht ausreichend testen. Verarbeitung und Materialauswahl sind in beiden Fahrzeugen auf hohem Niveau.

VW Tiguan GTE ConceptFoto: VW
Auf der IAA noch als Studie zu sehen: Plug-in-Hybrid Tiguan GTE mit rein elektrischer Reichweite von 50 km.

VW Tiguan kommt erst 2016

Und wie sieht es bei den Motoren aus? VW wird den Tiguan mit vier Benzinmotoren (125 PS bis 220 PS) und vier Dieselmotoren mit einem Leistungsspektrum von 115 PS bis 240 PS anbieten. Die Basismotorisierungen sind immer mit einem Frontantrieb verbunden, alle anderen Versionen haben den Allradantrieb entweder optional oder serienmäßig an Bord. Mit dem Plug-in-Hybrid GTE folgt im weiteren Verlauf eine besonders sparsame Variante, die bis zu einer Reichweite von 50 km rein elektrisch unterwegs ist. Außerdem gibt es den Tiguan weiterhin als Onroad- oder höhergelegten Offroad-Variante sowie mit der sportlichen R-Line. In den Handel geht der Tiguan im April 2016. Preise hat VW noch nicht genannt. Bislang startet der Tiguan bei knapp 26.000 Euro.

Den BMW wird es zum Marktstart im Oktober mit zwei Benzinmotoren (192 PS, 231 PS) und drei Dieselaggregaten (150 PS, 190 PS, 231 PS) geben: Der sDrive 18d mit Zweiliter-Diesel, Vorderradantrieb und Sechsgang-Schaltgetriebe ist anfangs mit 32.900 Euro die günstigste Variante. Alle anderen Versionen sind serienmäßig mit Allradantrieb und Achtgangautomatik ausgestattet und daher deutlich teurer. Erst mit Einführung der beiden Dreizylinder zum Jahresende sinkt der Grundpreis unter 30.000 Euro. Analog zur R-Line des Tiguan bietet BMW für den X1 ein M-Paket an.

Fazit

VW macht den Tiguan zumindest optisch sportlicher, BMW seinen X1 praktischer. Beide Modelle sind sich daher nun deutlich ähnlicher als bisher. Für Käufer in diesem Segment macht das die Entscheidung nicht leicht. Nach wie vor mit dem Tiguan besser beraten sind jene, die über den Kaufpreis wählen. Spielt der nicht die größte Rolle, entscheidet eben einfach der persönliche Geschmack und die Eindrücke nach einer hoffentlich aufschlussreichen Probefahrt.

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