BMW Z3 1.8, Fiat Barchetta 1.8 16V, Mazda MX-5 1.9, MG TF 1.8

Es kommt Leben in die Klasse der kleinen, erschwinglichen Roadster. Jetzt streiten sich schon vier um ein Marktsegment, das die Japaner vor sieben Jahren mit dem Mazda MX-5 wiederentdeckt haben.

Sportwagen, zumal offene, sind das Gegenteil von Vernunft. Sie dienen allein der Freude am Fahren, und wer beispielsweise in den Fiat Barchetta verknallt ist, wird sich weder für Geld noch gute Worte in einen BMW Z3, einen Mazda MX-5 oder einen MGF zwingen lassen. Schließlich wäre es ja auch vergebliche Liebesmühe, jemandem den Julia Roberts- Charme einreden zu wollen, der partout auf die rundliche Fülle einer Bette Midler steht. Die pralle Schönheit mit dem bayerischen Charme? Die sportliche Britin mit der üppigen Figur? Die temperamentvolle Italienerin, die zu allem Überfluss auch noch kochen kann? Oder die zierliche Japanerin, die mit einem Augenzwinkern verkündet, dass sie das Verwöhn-Aroma schon lange vor den anderen verbreitet hat? Es bleibt Geschmacksache, wobei Roadster den entscheidenden Nachteil haben, dass sie sich gegen eine buchhalterische Punktwertung nicht wehren können.

Ein ansprechendes Äußeres zeichnet alle vier der zum Vergleich angetretenen Roadster aus. Auch der Mazda als ältester hat kaum etwas von seinem formalen Reiz verloren, und er beweist ebenso wie der BMW, dass die traditionelle Lösung mit längs eingebautem Frontmotor und Kardanwelle zur Hinterachse nach wie vor die besten Voraussetzungen bietet für das klassische sportliche Erscheinungsbild mit langer Motorhaube und kurzem Stummelheck. Der MG mit seinem Mittelmotor und der kurzen vorderen Haube wirkt dagegen betont gedrungen, der Fiat trägt eine sehr lange Nase vor sich her, die sich beim gegebenen Konzept – Quermotor und Frontantrieb – nicht vermeiden ließ. Beim Fiat sind es vor allem die liebevoll gestalteten Details wie die ausklappenden Türgriffe und die lackierten Flächen im Innenraum, die für ein besonderes Flair sorgen. Auch der Mazda bemüht sich mit seinen chromgeränderten Instrumenten um einen Schluss nostalgischer Sportlichkeit. BMW und MGF präsentieren ein eher nüchternes Plastikambiente, doch gibt es auch bei ihnen an der Funktionalität des Interieurs nichts auszusetzen. Mit geöffnetem Verdeck sorgen alle für eine gleichwertige Frischluftbehandlung, denn es ist keiner dabei, der seine Insassen hinter einer übertrieben großen Windschutzscheibe versteckt.

Besonders ausgeprägt ist das Roadster-Feeling im BMW mit seiner niedrigen Gürtellinie, während die hohen Seitenwände des MGF mehr das Gefühl intimer Zweisamkeit im Cockpit betonen. Offengelegt sind alle sehr schnell, aber der Fiat Barchetta verdient ein sattes Plus für seine aufwendige Verdeckkonstruktion, bei der das zusammengefaltete Dach im Handumdrehen unter einer festen Klappe verschwindet. Die anderen sind auf eine Persenning angewiesen, die beim BMW reichlich sperrig ausgefallen ist, aber dafür nur vier Druckknöpfe zur Arretierung benötigt. Die Mazda-Hülle verursacht etwas mehr Arbeit, schmiegt sich aber immer noch müheloser an als die MGPersenning, die mit einigem Kraftaufwand in die richtige Position gezerrt werden muss. Abgesehen davon kann sich die Karosseriequalität des Briten-Roadsters sehen lassen Sein Aufbau zeigt eine klapperfreie Stabilität, die ihn ganz in die Nähe des Mazda rückt. Für den sprechen im Qualitätsbereich zwei überzeugende Argumente:

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Götz Leyrer

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