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BMW Z4 28i gegen Mercedes SLK 250 im Test

Turbo-Vierer für zwei

BMW Z4 28i, Mercedes SLK 250 Foto: Hans-Dieter Seufert 30 Bilder

Mercedes SLK und BMW Z4 bewegen sich mit ihren Vierzylinder-Triebwerken historisch betrachtet auf der sicheren Seite. Und moderne Turbotechnik schadet weder dem Fahrspaß noch der Effizienz, oder?

16.01.2012 Jens Dralle

Trommelwirbel, Tusch – die deutsche Sprache ist um ein Verb reicher. Der Schüler von heute schreibt Hausaufgaben nicht einfach ab, er guttenbergt. Tja, Karl-Theodor, das ist doch was, so ein eigenes Verb. Guttenbergt die Autoindustrie auch? BMW beispielsweise verpasste dem Z4 ein Metallklappdach und einen Zweiliter-Vierzylinder mit Turboaufladung. Alter Hut: Mercedes lässt schon länger aufgeladene Benziner im Mercedes SLK werkeln, und das versenkbare Hardtop gibt es bei den Schwaben bereits seit 1996. Doch da wurde nicht kopiert, sondern schlicht auf die Wünsche der Kunden geachtet.

Und worin unterscheiden sich Z4 und Mercedes SLK, bitte schön? Tür auf beim BMW. Scheinbar nur eine Handbreit über dem Boden nimmt der Fahrer auf den dünn, aber bequem gepolsterten Sitzen Platz. Im Gegensatz zu den aufpreispflichtigen Sportsitzen fehlt es ihnen jedoch an Seitenhalt. Beim Blick nach vorne schwappt die scheinbar endlose Motorhaube mit ihrem markanten Wellenprofil durch das Blickfeld, wobei das Auge bald an den schnörkellosen Beinahe-Rundinstrumenten hängen bleibt. Natürlich gibt es noch eindeutigere Skalen, doch Bahnhofsuhren wünscht sich nun wirklich niemand in einem Roadster-Cockpit. Dafür aber vielleicht griffgünstigere Tasten für die Dachbedienung. Und vielleicht doch ein paar wirklich nützliche Ablagen.

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Vergleichstest BMW Z4 28i und Mercedes SLK 250 Vier können alles
auto motor und sport 02/2012
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Mercedes SLK 2:02 Min.

Kerniger Vierzylinder im BMW Z4

Zu viel Zeit sollte man in dieser Fahrzeuggattung nicht für praktische Nebensächlichkeiten verschwenden und stattdessen lieber den Startknopf drücken. Kernig unterbricht der Vierzylinder des BMW Z4 die Stille. Klang der identische Motor im 528i nicht gerade noch etwas brummig und lustlos? Schön, dass der Direkteinspritzer auch anders kann. Oder besser gesagt: darf. Seine Stimme bleibt über das gesamte nutzbare Drehzahlband präsent, ohne anstrengend zu werden. Da stört schon eher die etwas raue Art, die das Triebwerk vom Leerlauf bis weit über die 6.500/min-Marke einfach nicht ablegen mag. Doch die Freude über das flockige Drehvermögen überwiegt.

Turbos sind faule Hunde? Von wegen! Und ganz nebenbei zaubert das Leichtmetall-Aggregat ein großes Drehmoment-Paket aus seinen Brennräumen, stattliche 350 Newtonmeter groß und bereits bei 1.250/min ausgepackt. In der Theorie bedeutet das: letzten oder höchsten Gang einlegen – und fertig. In der Praxis kommt jedoch schnell der Verdacht auf, dass BMW den Turbomotor nur deshalb so wild das Drehzahlband hinauftoben lässt, um genügend Gründe für zahlreiche Gangwechsel zu liefern. Präzise und auf kurzen Wegen rasten die sechs Stufen ein, ihre Übersetzungen nutzen das Potenzial des Antriebs geschickt.

Ungeachtet des gegenüber seinem Vorgänger mit Dreiliter-Sechszylinder deutlich höheren Gewichts verbraucht der BMW Z4 im Testdurchschnitt mit zehn Liter/100 km über einen Liter weniger und beschleunigt ebenfalls in 6,1 Sekunden von null auf 100 km/h.

Unter der Haube lacht also die Sonne, jetzt kommt es auf das Fahrwerk an. Die adaptiv arbeitenden Dämpfer lassen selbst in der Grundeinstellung kaum mehr als eine Ahnung von Komfort zu und beschäftigen sich viel lieber damit, Wankbewegungen erfolgreich zu minimieren und das Eigenlenkverhalten zu neutralisieren. Im Sport-Modus verhärten die Dämpfer unnötig und geben das – zumindest aus dynamischer Sicht – ausgewogene Fahrverhalten auf. Einen Minuspunkt handelt sich die Lenkung ein, da sie zwar vorzügliche Rückmeldung bietet, für einen Sportwagen jedoch einen Tick zu zögerlich reagiert. Hier erweist sich der Mercedes SLK 250 als harmonischer – und nicht nur dort.

Mercedes SLK mit serienmäßig optimal konturierten Sitzen

Er mag nicht als weichgekochte Komfort-Schaukel irgendwelche Klischees bedienen. Nein, so einfach will sich der Mercedes SLK nicht mehr in eine Schublade stecken lassen. Zugegeben, bereits die etwas höhere Sitzposition ließe eine solche Ausrichtung vermuten, geht aber noch als sportwagenkompatibel durch. Dazu liefert Mercedes bereits serienmäßig optimal konturierte Sitze, wie sie BMW-Kunden nur in der Aufpreisliste finden. Große Rundinstrumente informieren präzise wie eine Nachrichtenagentur über die relevanten Fahrdaten, alles Übrige muss dagegen mit etwas mehr Konzentration aus dem Comand-System herausgefischt werden.

Ganz einfach dagegen: das Motorstarten per Zündschlüssel. Im Gegensatz zum Z4 verzichtet der Vierzylinder im Mercedes SLK 250 nicht nur auf ein Senfglas Hubraum, sondern auch auf einen inspirierenden Klang. Zudem bleibt er mit 204 PS deutlich hinter dem BMW zurück. Skandal! Na ja, beide Kontrahenten treibt nun mal der jeweils stärkste Motor diesseits der Sechszylinder-Knaller mit über 300 PS an – und das im Falle des vermeintlich unterlegenen Mercedes SLK 250 nicht einmal so viel schlechter.

Okay, bei der Sprintwertung sieht der Mercedes SLK mit sieben Sekunden kein Land, in der Elastizitätsmessung hilft ihm allerdings die kürzere Übersetzung, um nicht den Anschluss an den Bayern zu verlieren. Die sechs Gänge lassen sich zwar leicht wechseln, leisten sich allerdings längere und weniger eindeutige Wege. Also den Schalthebel rechts liegen lassen? Mit 310 Newtonmetern bietet der 1,8-Liter ebenfalls eine ordentliche Portion Drehmoment, serviert sie jedoch erst bei 2.000 Umdrehungen.

Sehr gut: Der Mercedes SLK 250 muss sich nicht erst mühsam aus einem Turboloch hangeln, sondern gibt seine Leistung harmonisch und mit einem weniger rebellischen Unterton ab, was speziell auf langen Strecken durchaus als angenehm empfunden wird. Dennoch: Akustik, Drehvermögen, Schaltwege – hier dürfen die Schwaben gerne ein bisschen nachwürzen. Oder einfach mal bei BMW spicken.

Komfortablerer Mercedes SLK 250

Das Fahrwerk des Mercedes SLK 250 muss dagegen nicht zum Nachsitzen. Ebenfalls mit adaptiven Dämpfern, jedoch mit optionalen 18-Zoll-Rädern (BMW: 17 Zoll) ausgerüstet, detektiert der Mercedes SLK Bodenunebenheiten gezielter und federt ordentlich darüber hinweg. Bei längeren Wellen weisen jedoch auffällige Vertikalbewegungen an der mit geschmiedeten Alu-Radträgern ausgerüsteten Raumlenker-Hinterachse auf eine mögliche Unterdämpfung hin. Das Gegenmittel: einfach die Sport-Taste betätigen. Klar federt der Zweisitzer nun insgesamt etwas straffer, kann Komfort allerdings noch immer fehlerfrei buchstabieren und zeigt ein äußerst ausgewogenes Fahrverhalten, das ihm selbst in Extremsituationen nicht abhandenkommt.

Um die Harmonie nicht zu zerstören, zappelt die Lenkung nicht angeberisch herum, sondern setzt Kursänderungswünsche angemessen direkt um. Das geht besser? Schwer vorstellbar. Wunderbar agil steppt der Mercedes SLK 250 so lässig über sich windende Landstraßen, flüchtet sich nur bei härtester Provokation in dröges Untersteuern, das bis dahin von einer intelligenten ESP-Steuerung unterbunden wurde. Allzu weit her ist es mit dem Dynamik-Vorsprung der Konkurrenz aus Bayern also nicht mehr.

Beide Roadster ködern potenzielle Interessenten mit einem nahezu identischen Platzangebot und einer dem sportlichen Preisniveau angemessenen, hochwertigen Materialauswahl und Verarbeitungsqualität. Und bei beiden müssen die Käufer nochmals tiefer in die Tasche greifen, wenn sie die spürbaren Vorzüge der aufwendigen Adaptiv-Fahrwerke genießen möchten. Die Abstimmung arbeitet im Mercedes SLK 250 überzeugender, der zudem mit einer umfangreicheren Sicherheitsausstattung und etwas besseren Bremsen weitere Punkte sammelt – hier darf BMW gerne noch ein bisschen guttenbergen.

Fazit

1. Mercedes SLK 250
498 Punkte

Das Leistungsmanko gegenüber dem BMW schnupft der SLK mit Hilfe der kürzeren Übersetzung auf, fegt engagiert um die Ecken und federt bei Bedarf ordentlich. Was fehlt? Objektiv: eine einfachere Bedienung und eine knackigere Schaltung.

2. BMW Z4 28i
473 Punkte

Im Z4 hinterlässt der drehfreudige Zweiliter-Turbo bislang den stimmigsten Eindruck, das grundsätzlich straffere Fahrwerk ermöglicht zudem eine höhere Agilität. Da der BMW aber eigentlich alles können will, kostet ihn vor allem das Komfort-Defi zit den Sieg.

Fazit

Jens Dralle verzichtet im Roadster gerne auf zwei Zylinder "Lässig bummeln und ordentlich feuern – die aufgeladenen Vierzylinder beherrschen beide Disziplinen."

Technische Daten
Mercedes SLK 250 BlueEFFICIENCYBMW Z4 sDrive28i
Grundpreis42.513 €43.950 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4134 x 1810 x 1301 mm4239 x 1790 x 1291 mm
KofferraumvolumenVDA225 L180 L
Hubraum / Motor1796 cm³ / 4-Zylinder1997 cm³ / 4-Zylinder
Leistung150 kW / 204 PS (310 Nm)180 kW / 245 PS (350 Nm)
Höchstgeschwindigkeit244 km/h250 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h6,5 s5,7 s
Verbrauch6,9 L/100 km6,8 L/100 km
Testverbrauch10,1 L/100 km10,0 L/100 km
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