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BMW Z4 gegen Hyundai Genesis Coupé und Nissan 370Z

Welches Coupé gewinnt den Vergleichstest?

BMW Z4 sDrive 35is, Hyundai Genesis Coupé, Nissan 370Z Foto: Rossen Gargolov 40 Bilder

Mit einem Leistungsgewicht von je 4,7 kg/PS spielen der Nissan 370Z, das Hyundai Genesis Coupé 3.8 V6 und der BMW Z4 sDrive 35is in der gleichen Liga. Beim Preis sieht’s anders aus: Kann der Z4 beim Vergleichstest seinen Aufpreis gegenüber den Asien-Schnäppchen vertreten?

21.09.2013 Christian Gebhardt Powered by

Facelift könnte auch ein Fremdwort für Hoffnung sein. Zum Beispiel die Hoffnung der BMW-Fans, dass der Z4 nach der jüngsten Modellpflege nicht nur als GT3-Rennwagen, sondern auch als Straßenmodell seinen Konkurrenten bald um die Ohren fährt.

Selten war der Unterschied zwischen einem Rennableger und der Straßenvariante so eklatant wie beim BMW Z4 der Baureihe E89. Hier der Regenheld des 24h-Rennens, dort der elegante Klappdach-Roadster, der bisher mehr durch sein Design als durch sportliches Talent auffiel. Eines vorweg: Der hoffnungsvolle Wunsch, BMW werde nach dem Rennwagen endlich auch eine Coupé-Version mit 4,4-Liter-V8 für die Straße bringen, wird auch mit der aktuellen Modellpflege nicht in Erfüllung gehen.

Hyundai als BMW-Schreck

7.59 Uhr, Hockenheimring, Frühsport: Der aufgefrischte BMW Z4 sDrive 35is trifft auf die ebenfalls einem Facelift unterzogenen Nissan 370Z und Hyundai Genesis Coupé 3.8 V6. Hyundai? Da werden für BMW Z4-Fans schmerz-hafte Erinnerungen wach. Die Schmach aus dem Vergleichstest Audi TTS, BMW Z4 und Hyundai Genesis sitzt immer noch tief. Damals war der kleinere 306-PS-Bruder Z4 sDrive 35i (1.17,6 min) im sport auto-Vergleichstest in Hockenheim nicht nur langsamer als der Audi TTS (1.15,2 min), sondern auch als das koreanischen V6-Coupé (1.16,3 min). Wurde der Warnschuss in der BMW-Firmenzentrale gehört?

Neu gestaltete Xenon-Scheinwerfer, neue Kiemenelemente an den Seitenflanken, neue Lackierungen und eine neue Ausstattungslinie namens Design Pure Traction – die optischen Modifikationen fallen nur eingefleischten Z4-Anhängern sofort auf, alle anderen brauchen dafür eine Lupe. Die Spurensuche nach Modifikationen unter sportlichen Gesichtspunkten verläuft beim Durchforsten der Pressemappe erfolglos. Antriebsseitig kann lediglich eine neue Einstiegsmotorisierung vermeldet werden (sDrive 18i mit 156 PS), aber diese macht allenfalls Spritsparer, und nicht Sportfahrer glücklich.
 
Statt Slogans wie „Umfangreiche Ausstattung für mehr Komfort“ fehlen uns Sätze wie „Gewichtseinsparung von 163 Kilogramm dank neuer Leichtbaustruktur“ im Pressetext. Dann nämlich wäre der aktuelle BMW Z4-Testwagen so leicht wie einst der 2006 getestete Z4 M-Roadster der Vorgängergeneration E 85.

BMW Z4 ist 163 Kilo schwerer

Bei 1.607 Kilo ahnen wir nichts Gutes. Doch bevor wir uns an diesem perfekten Dienstagmorgen (Luft: 12 Grad, Asphalt: 12 Grad) schon wieder über den schleichenden Verlust der einst so geliebten, sportlichen BMW-Werte aufregen, legen wir statt mit dem Z4 doch lieber mit dem Nissan 370Z los. Zum Saisonstart 2013 haben die Japaner den seit 2008 gebauten Zweisitzer ebenfalls einer leichten Schönheits-OP unterzogen. Neben einem neuen Frontstoßfänger mit vertikalen LED-Tagfahrleuchten trägt der Z jetzt auch einen anderen Lufteinlass an der Front.
 
Doch was wirklich zählt: der Nissan 370Z tritt weiterhin mit seinem bekannten 3,7-Liter-V6 mit 328 PS an. Nach ganz so viel Leistung fühlt sich der etwas zäh hochdrehende Saugmotor zwar nicht an, dennoch rennt der 370Z in 5,9 Sekunden aus dem Stand über die 100 km/h-Marke. Ein akzeptabler Wert, schließlich ist auch das japanische Coupé mit 1.543 Kilogramm alles andere als ein Leichtbaukandidat.

Kurven-Samurai auf der Rennstrecke

Ungeachtet dessen begeistert er als Kurven-Samurai auf der Rennstrecke. Der Hecktriebler punktet mit kernigen Merkmalen, die auch dem Z4 gut stehen würden. Mit einer sehr guten Balance zwischen Vorder- und Hinterachse eilt der 370Z weitgehend neutral um den Kleinen Kurs in Hockenheim, lenkt dabei munter ein und drückt unter Last leicht mit seinem breiten Heck gen Kurvenausgang.
 
Sportfahrer werden die etwas schwergängige und stößige, aber insgesamt erfrischend direkte Lenkung lieben. Ausufernde Komfort-Vorgaben standen sicherlich nicht im 370Z-Lastenheft, und das ist gut so.
 
Die Bremsanlage passt mit ihrem starken Druckpunkt ebenfalls in das kernige Nissan-Konstrukt. Mit 34,7 Metern verzögert das Japan-Coupé aus Tempo 100 wesentlich besser als der BMW und der Hyundai (beide 37,2 Meter). Nicht nur die Bremswertung, sondern auch die Fahrdynamikdisziplinen „Rundenzeit Kleiner Kurs“ und „18-Meter-Slalom“ gewinnt der Nissan 370Z überlegen.

Hyundai hat sein Coupé gestärkt

Anders als Nissan und BMW beschränkt sich das Facelift des Hyundai Genesis nicht nur auf optische Retuschen. Die Motorleistung des 3.8-Liter-V6, der ab sofort über Benzindirekteinspritzung verfügt, steigt von 303 auf 347 PS. Trotzdem kann das gestärkte Coupé die Fahrleistung des Vorfaceliftmodells nicht unterbieten. Für die Beschleunigung auf 100 km/h nimmt sich die aktuelle Version trotz PS-Plus eine halbe Sekunde länger Zeit. Im Vergleich zum Vorgänger wiegt der aktuelle Testwagen dank umfangreicher Ausstattung, verschiedenen Karosseriemodifikationen, größeren Hinterachsbremsen und einem neuen Achtgang- statt Sechsgang-Automatikgetriebe nun 56 Kilo mehr.
 
Neben dem mäßigeren Durchzug schlägt auch dieser Entwicklungsspeck auf die Performance: Mit einer Rundenzeit von 1.17,5 Minuten bleibt das neue Genesis Coupé zwar 1,2 Sekunden hinter seiner bisherigen Bestzeit zurück, sorgt aber mit seiner sportlichen Fahrwerksabstimmung für Fahrfreude.
 
Während der Genesis angenehm präzise einlenkt, stört die zum einen etwas taub wirkende, bei schnellen Richtungswechseln aber auch um die Mittellage verhärtende Lenkung. Auch das Bremspedal neigt im Regelbereich zum Verhärten und lässt sich nur mittelmäßig gut dosieren.

In die falsche Richtung entwickelt

Jetzt hetzen wir den BMW Z4 über die Strecke. Mit einer Rundenzeit von 1.17,3 Minuten ist der 340 PS starke Z4 sDrive 35is nicht nur über eine Sekunde langsamer als der schwächer motorisierte Nissan, sondern nur zwei Zehntelsekunden schneller als der Hyundai Genesis. Das Klappdach-Coupé bleibt auch hinter seiner eigenen Bestzeit deutlich zurück. Noch schlimmer: Der 343 PS starke BMW Z4 M Roadster der Vorgänger-Baureihe umrundete den Kleinen Kurs vor sieben Jahren schon 0,6 Sekunden schneller als das heutige Topmodell der Z4-Baureihe. Klarer Fall von: In die falsche Richtung entwickelt.
 
Auch wenn die Entwicklungsabteilung im Rahmen der Modellpflege angeblich nichts an der Abstimmung des serienmäßig mit adaptiven Dämpfern und M-Sportfahrwerks ausgestatteten 35is verändert haben will, fühlt sich der Roadster noch weicher als zuvor an. Was von Komfort liebenden Schönwetter-Cruisern vielleicht als Pluspunkt gewertet wird, stößt bei Sportfahrern noch unangenehmer auf als bisher.

BMW Z4 ist kein M-Botschafter

Selbst im Sport-Plus-Modus mit gestrafften Kennlinien (Dämpfer, Lenkung) schwankt der 35is mit extremer Seitenneigung wie ein Schiff in Seenot. Im Grenzbereich untersteuert der Z4 noch extremer als zuvor. Das bei angeblich deaktiviertem DSC trotzdem auf der schnellen Runde unterschwellig reinregelnde ESP passt in das traurige Gesamtbild. Die sportliche Laune erreicht hier definitiv den Nullpunkt – Gott sei Dank geht es nach drei Pflichtrunden wieder zurück in die Box.
 
Am liebsten würde man hier zu Schraubenschlüssel und Flaschenzug greifen, um den sowohl in Sound als auch Antritt grandios aufspielenden Dreiliter-Biturbo aus diesem unsportlichen Fahrzeug zu hieven. Der N54-Reihensechszylinder hat genauso wie die M-Logos auf Lenkrad, Fußstütze und Einstiegsleisten eine passendere Heimat verdient. Mit dem BMW Z4 sDrive 35is hat sich die M GmbH einen alles andere als adäquaten Markenbotschafter gesucht.

Technische Daten
Nissan 370ZBMW Z4 sDrive35isHyundai Genesis Coupé 3.8 V6
Grundpreis33.600 €57.900 €41.600 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4250 x 1845 x 1310 mm4244 x 1790 x 1284 mm4630 x 1865 x 1385 mm
KofferraumvolumenVDA235 L180 L332 L
Hubraum / Motor3696 cm³ / 6-Zylinder2979 cm³ / 6-Zylinder3778 cm³ / 6-Zylinder
Leistung241 kW / 328 PS (363 Nm)250 kW / 340 PS (500 Nm)255 kW / 347 PS (400 Nm)
Höchstgeschwindigkeit250 km/h250 km/h260 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h5,3 s4,8 s5,9 s
Verbrauch10,6 L/100 km9,1 L/100 km10,0 L/100 km
Testverbrauch15,6 L/100 km17,7 L/100 km
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