BMW Z8 und Ferrari 360 im Test: Doppeltest der Sportwagen

BMW Z8 gegen Ferrari 360 Spider

schöner und aufregender kann man die Cabrio-Saison nicht eröffnen: Sonne, blauer Himmel und zwei offene Sportwagen allerfeinster Herkunft. BMW Z8 und Ferrari 360 Spider wetteifern um die Krone unter den luftigen Zweisitzern.

Mit zwei Sitzplätzen unter freiem Himmel und mit betörenden Formen sind die Gemeinsamkeiten der beiden Rothäute noch lange nicht erschöpft. Aluminium als Werkstoff für Space Frame und Karosserie, V8-Motoren mit 400 PS, Anschaffungspreise von weit über 200 000 Mark und ein hohes Maß an Exklusivität durch die geringe Produktionszahl von nur rund 2000 Exemplaren pro Jahr sichern dem BMW wie dem Ferrari eine Spitzenposition auf der Begehrlichkeitsskala.

Ansonsten aber sind Z8 und 360 Spider grundverschieden, was sie auch durch ihren Auftritt unterstreichen. Hier der dicht über der Straße kauernde, 1,92 Meter breite Ferrari, der mit erotischem Hüftschwung, markigen Nüstern in der Frontpartie und lang-
gestrecktem Rücken perfekt den reinrassigen Mittelmotor-Sportwagen verkörpert.

Dort der BMW. Nicht mit den Überrollbügeln, wohl aber mit langer Schnauze, kurzem Heck und hoher Kapuze weckt er Erinnerungen an die Klas-
siker BMW 507 und Jaguar
E-Type. Der Z8 kommt vergleichsweise aufrecht daher wie ein Gentleman alter Schule. Sein Konzept mit dem hinter der Vorderachse eingebauten Frontmotor ist klassisch.

Der BMW macht überhaupt kein Hehl daraus, dass er den Großen der fünfziger und sechziger Jahre nachempfunden ist: Lackierte Flächen im Cockpit, feine Blenden und Schalter aus Aluminium, unglücklich in Wagenmitte platzierte Instrumente, der sepa-rate Starterknopf sowie als Overgag das filigrane Draht-speichenlenkrad sind untrüg-liche Indizien dafür.

Unbeleuchtete Schalter (Klimatisierung) gab es auch früher schon, allerdings keine mit doppelter Belegung. Man muss sich also ein wenig einleben im reichhaltig ausge-
statteten Z8, wozu auch der stolze Reigen serienmäßiger High-Tech-Extras beiträgt. Da-zu gehören Navigationssys-tem, Alarmanlage, Tempomat und Handy mit Freisprecheinrichtung. Manchem Tester wäre es aber lieber gewesen, er hätte bequemere Sitze mit längerer Sitzfläche und besserem Seitenhalt vorgefunden.

In diesem Punkt verwöhnt der Ferrari mit knapp 6500 Mark teuren, dünn gepolsterten Kevlar-Schalen, die es in drei Größen gibt. Sie halten Becken und Rücken eisern umklammert und sind sogar auf langen Strecken bequemer, als man beim ersten Kontakt vermutet. Ohnehin ist im 360 alles dem Thema Fahren untergeordnet: Das zeigen eine tiefe, dank höhen- und längsverstellbarem Lenkrad exzellente Sitzposition, übersichtlich angeordnete Instrumente mit großem Drehzahlmesser und günstig platzierte Schalter.

Für die einwöchige Tour zu zweit in den Süden sind beide Sportwagen gut gerüstet: mit über 200 Liter großen Kofferräumen – im Z8 sehr gut zugänglich im Heck, im 360 als tiefe Höhle unter der Fronthaube –, mit ausreichenden Ablagen im Cockpit und vor allem mit schnellen Verdecken zur Nutzung kurzer Sonnenphasen. Die Eröffnungszeremonie dauert dank elektrischer Helfer jeweils rund 20 Sekunden.

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Werner Schruf

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