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Ford Mondeo 2.0 TDCi, Mercedes C 200 CDI

Mitte zum Zweck

Foto: Achim Hartmann 43 Bilder

Stufenheck-Limousinen mit Dieselmotoren um 140 PS gehören zur gutbürgerlichen Mittelklasse. Hier konkurrieren so unterschiedliche Modelle wie der Mercedes C 200 CDI und der Ford Mondeo 2.0 TDCi.

28.09.2007 Hermann-Josef Stappen

Im politischen, wirtschaftlichen und auch im privaten Leben spielen Etats eine große Rolle. Meist ist das Gesamtbudget begrenzt und muss auf einzelne Ressorts aufgeteilt werden. So konkurrieren in der großen Politik etwa die Bildungs-Ausgaben mit denen für den Straßenbau und in Privathaushalten der nächste Familienurlaub mit dem Kauf des neuen Autos.
Oft sieht der Haushaltsplan eine klassische Stufenheck-Limousine vor – am liebsten mit Dieselmotor. Denn ein solcher bietet selbst in der bürgerlichen Leistungsklasse um 140 PS aufgrund seines üppigen Drehmoments schon komfortable Kraftreserven. Zudem ist ein Selbstzünder sparsamer und belastet somit das Sprit-Budget weit weniger als ein ähnlich potenter Benzinmotor.

Weitere Mittel für die Urlaubskasse werden frei, wenn man das Limit von beispielsweise rund 35 000 Euro nicht voll ausschöpft und sich für einen Ford Mondeo statt für eine Mercedes C-Klasse entscheidet. Als viertürige Limousine kostet der Mondeo 2.0 TDCi mit 140 PS in der getesteten, besonders gut ausstaffierten Ghia X-Ausstattung 31 365 Euro, wobei 965 Euro auf das optionale IVDC-Fahrwerk mit elektronisch geregelten Dämpfern entfallen.
Für den Mercedes C 200 CDI Avantgarde mit dem neuen, 136 PS starken, 2,2 Liter großen Basis-Dieseltriebwerk werden indes 34 010 Euro fällig. Dabei ist vieles, was der Ford serienmäßig bietet, beim Mercedes nicht an Bord. Teils saftige Aufpreise treiben seinen Preis noch weiter nach oben.
Posten wie Lederausstattung, umklappbare Rücksitzlehnen, Regensensor, Tempomat, Sitzheizung vorne und einiges mehr addieren sich zu einem Ausstattungs-Plus von über 4500 Euro zugunsten des Mondeo. Eine Sitzheizung für die Fondpassagiere und eine radarbasierte Abstandsregelung stehen hingegen nur beim Ford auf der Options-Liste, nicht aber beim Mercedes.
Einen Teil der verlorenen Punkte macht die C-Klasse allerdings durch die umfangreichere Sicherheitsausstattung wieder gut. 

Der Mondeo bietet für weniger Geld aber nicht nur mehr Ausstattung, sondern auch mehr Auto.

Mit stattlichen 4,84 Metern ist die Limousine 26 Zentimeter länger als die C-Klasse und damit fast genauso lang wie eine E-Klasse. Das sorgt für ein deutliches Plus bei Raumgefühl und Platzangebot, das im Mondeo-Fond bei Bein-, Kopf- und Schulterfreiheit beinahe Oberklasse-Format erreicht. Zudem sitzen alle Passagiere im Ford auf voluminöseren, körpergerechter ausgeformten und damit bequemeren Polstern.
Durch kleinere Türausschnitte und Öffnungswinkel der hinteren Türen gestaltet sich außerdem der Einstieg in den Mercedes-Fond weniger komfortabel. Viel Platz bietet der Mondeo auch für umfangreiches Urlaubsgepäck. Bis zu 550 Liter fasst der Kofferraum, die jedoch – wie beim Mercedes – durch eine vergleichsweise kleine Öffnung eingeladen werden müssen.
Doch auch die 475 Liter des Mercedes dürften in den meisten Fällen ausreichend sein. Nicht aber die mickrige Zuladung von lediglich 435 Kilogramm. Fast 100 Kilogramm mehr bietet der Ford.

Sehr ähnlich sind dagegen die Fahrleistungen. Kein Wunder, denn Gewicht und Motorleistung liegen auf demselben Niveau.

Beide sprinten in knapp unter elf Sekunden auf 100 km/h und passieren die 400-Meter-Marke fast zeitgleich. Lediglich bei der Elastizitätsmessung von 80 auf 120 km/h im sechsten Gang hat der Mondeo seine markante Nase leicht vorn. Hier profitiert der Ford von seinem um 50 Newtonmeter höheren Drehmoment und beschleunigt trotz deutlich längerer Getriebeübersetzung bei höherem Tempo druckvoller als die C-Klasse.
Störend ist allerdings die ausgeprägte Drehmomentschwäche des Ford-Vierzylinders unter 1500 Touren, die etwa in engen Kehren zum Runterschalten zwingt, wo der Mercedes noch locker aus dem Drehzahlkeller herausbeschleunigt. Auch das verzögerte Ansprechen nach dem Hochschalten zeugt von einer weniger gelungenen Abstimmung des Turboladers.
Der CDI-Motor entfaltet seine Leistung harmonischer und steht höheren Drehzahlen nicht so unwillig gegenüber wie das Mondeo- Triebwerk. Nicht Mercedes-like ist jedoch die Laufkultur des 2,2-Liter-Aggregates, das vor allem beim Beschleunigen härter klingt und akustisch stets präsenter ist als der laufruhigere Ford-Motor.
Bei höherem Tempo verursacht der Mondeo jedoch mehr Windgeräusche.
Das ändert aber nichts daran, dass Mondeo-Passagiere lange Strecken auf- grund des ausgewogeneren Federungskomforts entspannter zurücklegen als jene in der recht straff abgestimmten C-Klasse. Besonders auf kurze Unebenheiten sprechen die Federelemente nur unwillig an, was sich auch mit zunehmender Geschwindigkeit kaum bessert. Querfugen auf der Autobahn dringen so beinahe ungefiltert – manchmal sogar polternd – zu den Insassen durch.

Lange Bodenwellen absorbiert das Mercedes-Fahrwerk genau wie das des Mondeo hingegen klaglos. Dabei reicht es, wenn die elektronischen Dämpfer beim Ford in der „Normal“-Stellung arbeiten, die für alle Lebenslagen den besten Kompromiss bietet. „Komfort“- und „Sport“-Modus dienen allenfalls zur Befriedigung des Spieltriebes. Zumal der Mondeo in Sachen Fahrdynamik trotz seines Formats auf demselben hohen Niveau agiert wie der kompaktere Mercedes, der lediglich einen Tick agiler einlenkt.Ansonsten bieten beide ein überraschend leichtfüßiges, sehr sicheres und absolut neutrales Fahrverhalten.

Beim Bremsen kann die C-Klasse den Mondeo jedoch klar auf Distanz halten.

Mit kalten Stoppern kommt sie nach nur 36 Metern aus 100 km/h zum Stillstand – drei Meter früher als der Ford. Und auf μ-split – rechts und links unterschiedlich griffiger Fahrbahn – verliert der Mondeo sogar 18 Meter auf den Mercedes.

Das reicht aber nicht mehr, um dem Ford auf den letzten Metern den Sieg noch streitig machen zu können. Er ist geräumiger, besser ausgestattet und sogar komfortabler als der Mercedes. Und: Wer den Mondeo wählt, hat mehr Geld für den Trip in den Süden.

Fazit

1. Ford Mondeo 2.0 TDCi Ghia X
494 Punkte

Die Stärken des Mondeo sind sein großzügiges Raumangebot, der ausgewogene Fahrkomfort und die üppige Ausstattung zu einem günstigen Preis.

2. Mercedes C 200 CDI Avantgarde
461 Punkte

Die C-Klasse ist deutlich knapper geschnitten und bietet weniger Komfort. Motor und Fahreigenschaften sind harmonisch, die Kosten fallen sehr hoch aus.

Technische Daten
Ford Mondeo 2.0 TDCiMercedes C 200 CDI
Grundpreis31.000 €35.777 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4844 x 1886 x 1500 mm4581 x 1770 x 1447 mm
KofferraumvolumenVDA550 L475 L
Hubraum / Motor1997 cm³ / 4-Zylinder2148 cm³ / 4-Zylinder
Leistung103 kW / 140 PS (320 Nm)100 kW / 136 PS (270 Nm)
Höchstgeschwindigkeit210 km/h215 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h9,5 s10,4 s
Verbrauch5,9 L/100 km5,7 L/100 km
Testverbrauch8,4 L/100 km8,6 L/100 km
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