Chevrolet Blazer LT 4x4, Ford Explorer 4.0, Jeep Grand Cherokee 4.0

Chevrolet Blazer, Ford Explorer und Jeep Grand Cherokee heißen die Bestseller auf dem größten Geländewagenmarkt der Welt, den USA. Was das hubraumstarke Erfolgstrio aus der neuen Welt außer hubraumstarken Sechszylindern europäischen Kunden noch zu bieten hat, untersucht ein Vergleichstest.

Die drei Amerikaner teilen sich den Löwenanteil des größten Geländewagenmarkts der Welt. Mit klarem Preisvorteil entschieden sie ihr Heimspiel in den USA gegen die japanischen Konkurrenten. Zusammen gewinnen die drei daheim in USA jedes Jahr über 600 000 Kunden. Der Jeep Grand Cherokee führte in den Charts von 1994 mit 238 512 verkauften Exemplaren, der Chevrolet Blazer und sein GMC-Pendant Jimmy lagen mit 199 302 auf Platz zwei vor dem Ford Explorer, der 192 699 Kunden fand. Ihre Heimstärke verdanken die drei Allradler aus der neuen Welt einigen guterhaltenen amerikanischen Charakterzügen, die eine Fan-Gemeinde in Europa nicht minder ehrfürchtig respektiert. Was da vor allem zählt, ist das gänzlich gußeiserne amerikanische Herz, der gute alte, einfache Motor, der seine Leistung aus großem Hubraum schöpft und eine Drehmomentkurve vorweisen kann, die der Rückenlinie des Büffels folgt.

Mit aller weiteren Antriebstechnik vertreten die drei den American Way of Drive entschlossen unterschiedlich. Blazer und Explorer folgen dem klassischen Baustil mit separatem Chassis und zuschaltbarem Allradantrieb. Der Grand Cherokee strebt mit selbsttragender Karosserie nach moderner Leichtigkeit und deutet den Stand der Technik mit permanentem Allradantrieb. Die traditionelle Bauweise beschert Blazer und Explorer offensichtlich Preisvorteile. Sie sind in schlichterer Version schon unter 60 000 Mark zu haben und kosten, wie die Tabelle auf Seite 69 zeigt, bei üppiger Ausstattung etwa so viel wie ein sparsamer bestückter Grand Cherokee Laredo. Im Zuge zeitgenössischer Bescheidenheit wird von amerikanischen Off-road-Bestsellern nur eine Größe zwischen 4,50 und 4,80 Metern vorgeführt. Dieses Mittelklasse-Maß läßt inwendig zwar keine wirkliche Enge aufkommen, aber der Kompromiß ist offensichtlich. Wer vorn sitzt, darf herrschaftliche Weite voll genießen. Die Rücksitzbank ist hingegen so knapp bemessen, daß sich dort nur Halbwüchsige wohlfühlen können. Die Machart der Sitze zählt zu den unverwechselbaren amerikanischen Merkmalen.

Die Polsterung ist von bequemer Nachgiebigkeit, aber der hierzulande geschätzte Seitenhalt ist offenbar kein Thema. Das glatte und gründlich versiegelte Leder in Blazer und Explorer beschleunigt noch die Rutschpartie. Die Bank im Fond ist jeweils knapp bemessen. Bei Blazer und Explorer ist sie viel zu tief, um auch bequem zu sein. Dem teuren Chevy mangelt es an hinteren Kopfstützen. Im Fond des Jeep gibt’s wenig Kniefreiheit, aber wenigstens ist die Rückbank hoch genug. Alle hinteren Sitzgelegenheiten lassen sich ganz oder teilweise umlegen, das in jedem Fall reichliche Gepäckvolumen findet so großzügige Erweiterung. Allein der Grand Cherokee trägt sein Reserverad im Kofferraum. Das schmale Notrad nimmt da zwar nicht sehr viel nutzbaren Raum weg, aber ein Notrad ist wirklich nur bei solchen Geländewagen angebracht, die nie in das Gelände fahren. Des Kunden Wunsch nach passiver Sicherheit wird von allen dreien, Chevrolet, Ford und Jeep, mit einem Fahrer- Airbag erfüllt. Der Beifahrer bekommt den Beutel vorerst nur im Explorer, bei Blazer und Grand Cherokee ist allerdings zum Modelljahr 96 damit zu rechnen.

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Clauspeter Becker

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