Citroën C2 gegen Lancia Ypsilon und Nissan Micra

Kleines Auto, kleiner Preis, kleines Vergnügen? Die Kleinen mit Basismotor und landestypischer Note versuchen, den Gegenbeweis anzutreten.

Ist ein Smart wirklich smart? Sein Design wohl kaum, die Federung noch weniger und der Preis schon gar nicht. Denn mit ein paar Extras überspringt selbst der Basis-Fortwo schnell die 10 000-Euro-Hürde, und dafür kaufen smart buyer lieber einen vollwertigen Vierstatt des kargen Zweisitzers – selbst wenn sie damit an manchen Parklücken vorbeifahren müssen, in die der 2,5-Meter- Winzling hineinpasst. Aber mit 3,67 bis 3,78 Meter Länge haben die schicken Kleinen von Citroën, Lancia und Nissan immer noch ein stadttaugliches Format und dazu jenen Raumvorteil, der sie auch als Erst- oder Reisewagen qualifiziert.

Auf den vorderen Plätzen fühlen sich sogar groß Gewachsene nicht beengt, während es hinten besonders im kürzeren C2 etwas kneift. Ähnlich knapp sind Gepäckabteil und Zuladung bemessen, doch dafür lassen sich die beiden Rücksitze ab SX-Ausstattung einzeln umklappen und verschieben. Ansonsten dürfen die Ansprüche naturgemäß nicht allzu hoch sein. Die Türen scheppern beim Schließen, die Kunststoffe zeigen noppige Gänsehaut, und die Instrumente liefern nur ein Minimum an Informationen. Auch brauchbare Ablagen sind Mangelware, doch am ärgsten setzen den Insassen die scheinbar willkürlich geformten Schaumstoffsitze mit grobrastiger Verstellung zu, von denen weder Körperunterstützung noch Seitenhalt zu erwarten ist. Da fühlt man sich auf den dicken Velourspolstern des Ypsilon schon besser aufgehoben, nur die Position stimmt – trotz vieler Justiermöglichkeiten von Lenkrad und Fahrersitz – nicht ganz. Zudem müssen Kopfstützen im Fond und die Teilung der Bank selbst in der 1000 Euro teureren Argento-Version extra bezahlt werden.

Serienmäßig gibt es hingegen eine Klimaanlage und einen Hauch von Noblesse, wenngleich die nostalgischen Zentralinstrumente mit weißen Zifferblättern schlecht ablesbar sind und spiegeln. In funktionaler Hinsicht hat der Micra jedenfalls mehr zu bieten, schon weil es hier ganz einfach und übersichtlich zugeht. Bis auf die überladenen Lenkradhebel sowie die tief im Fußraum versteckten Tasten für Tankklappen- und Haubenentriegelung erschließt sich die Bedienung auf Anhieb, es hapert weder an Staufächern und Taschenhaken noch am QualitaÃ…Ntsgefühl. Nur das stellenweise schlecht entgratete Plastik wirkt steril und abwaschbar. Abgesehen davon fordert der niedrigste Grundpreis wenig Zugeständnisse. Servolenkung und ABS sind bei allen ebenso serienmäßig wie elektrische Fensterheber und Zentralverriegelung, seitliche Kopfairbags eine preiswerte Option (Lancia: Standard). 

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Bernd Stegemann

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