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Schirra-Mini VLN vs Mini JCW Challenge

Der ultimative Mini-Vergleichstest, Teil 3

Schäfer-Mini Cooper S Clubsport, Schäfer-Mini John Cooper Works, AC Schnitzer-Mini Cooper S Cabrio, Arden-Mini AM1 Equipe, Schirra-Mini VLN, Mini JCW Challenge Foto: Rossen Gargolov 47 Bilder

Sechs Mini aus dem Stall von Schäfer Clubsport, AC Schnitzer, Arden, Schirra Motoring und aus der Mini Challenge zeigen, was auf Basis des kultigen Kleinwagens von 215 bis 300 PS alles möglich ist. Teil 3 des Vergleichstests.

06.12.2011 Christian Gebhardt Powered by

Während die Lifestyle-Kontrahenten gemütlich zurücktraben, rascheln in der Boxengasse Klettverschlüsse von Heizdecken, und Luftdruckprüfer zischeln aufgeregt wie eine Meute Klapperschlangen. Vorbereitungen für den großen Rennsport-Showdown.

Markenpokal-Mini vs. Langstrecken-Mini

Am Start stehen zwei professionelle Fahrdynamik-Koryphäen, für die Querbeschleunigung Lebenselixier und Alltag zugleich ist. Neben dem Mini John Cooper Works Challenge aus der 2010 bereits im siebten Jahr erfolgreich ausgetragenen Markenpokal-Rennserie Mini Challenge will ein besonderer Ehrengast sein Kurventalent in Hockenheim darbieten: der Langstrecken-Mini von Schirra Motoring aus der VLN Langstrecken-Meisterschaft Nürburgring. Beide tragen, wie es sich für Rennfahrzeuge gehört, profillose Rennreifen.

Unter dem knallroten Kleid mit den weißen Rennstreifen faucht der auch im Straßen-JCW eingesetzte Reihenvierzylinder-Turbo mit 211 PS. Bis zu 30 identische Renn-Mini gehen bei 15 Wertungsläufen an den Start und liefern auch für die Serienentwicklung fundamentale Rückschlüsse. Mit einem vorgeschriebenen Startgewicht von mindestens 1.170 Kilogramm einschließlich Fahrer ist das ausgeräumte Renngefährt mit eingeschweißtem Überrollkäfig und Recaro-Rennschalensitz nur minimal leichter als das Straßenauto.

Challenge-Mini mit 1.13,9 Minuten in Hockenheim

Genug der Worte, lassen wir das Aggregat kernig durch die Rennsport-Abgasanlage röcheln. Je nach Rennstrecke können Spur und Sturz, Bodenfreiheit und Dämpfer (Zug- und Druckstufe) des Rennsportfahrwerks modifiziert werden. Die aktuelle Konfiguration stammt vom letzten Lauf in Oschersleben. Das Setup passt auch gut für die Streckencharakteristik des Kleinen Kurses in Hockenheim. Der Challenge-Mini rennt vergnügt über die Piste und verhält sich weitgehend neutral. Nur unter Last könnte die Traktion besser sein.

Die Differenzialsperre wird ihrer Aufgabe in engen Ecken nur bedingt gerecht, und der Fahrer lässt hier einige Zehntel liegen, da er erst spät wieder voll aufs Gas gehen kann. Mit gut aufgewärmten Reifen bleibt das Heck stabil und reagiert nur auf extreme Lastwechsel-Provokationen. Und die Rundenzeit? Mit 1.13,9 Minuten knackt der Challenge-Mini mit Dunlop-Slicks deutlich stärkere Serienfahrzeuge mit Straßenreifen wie einen Audi TT RS oder einen Porsche Cayman S (sport auto 4/10).

Schirra Mini Top15-Kandidat in VLN

Boxenampel grün - Bühne frei für den letzten Testkandidaten mit der Startnummer 411. Die Heizdecken haben die Michelin-Slicks des Schirra-Rennwagens auf 80 Grad temperiert. Mini Rennwagen, aber maximale Attacke. Das maßgeblich von Unternehmer und Rennfahrer Friedrich von Bohlen sowie Teamchef und Ex-Renault 5-Pokal-Fahrer Joachim Schirra initiierte Mini-Projekt läuft 2010 bereits in der dritten Saison.

Ohne jegliche Werksunterstützung, aber mit viel technischem Geschick und Herzblut entwickelte sich der in Eigenregie auf einer Rohkarosse aufgebaute Renn-Mini zu einem Top 15-Kandidaten unter den zum Teil deutlich stärkeren VLN-Teilnehmern. Mit kompletter Kohlefaser-Karosserie (außer der Dachpartie), Drexler-Sperre, Sachs-Fahrwerk mit Uniball-Gelenken, einem sequenziellen, über Schaltwippen gesteuerten Sechsgang-Getriebe und nicht zuletzt dem rund 300 PS starken Motor beherrscht Schirra das Einmaleins des Rennwagenbaus. Das Ergebnis ist ein Leichtgewicht: Mit 20 Litern im Tank wiegt der Schirra-Mini nur 989 Kilogramm.

Traktions-Orden für den Schirra-Mini

Trotz Nordschleifen-Abstimmung des Fahrwerks und langer Getriebeübersetzung fühlt sich der Power-Mini auf dem Kleinen Kurs sofort heimisch. Mit 3,5 Grad Negativ-Sturz an der Vorderachse lenkt er ultradirekt und punktgenau ein. Die Drexler-Sperre in Kombination mit den warmen Michelin-Slicks verleihen dem Langstrecken-Mini einen Traktions-Orden. Fast sofort nach dem Einlenken und noch deutlich vor dem Scheitelpunkt kann der Pilot wieder aufs Gas steigen. In engen Ecken untersteuert der Wagen selbst unter Last nur minimal gen Kurvenausgang. Bei gewollten Lastwechseln oder kräftigen Bremsimpulsen knickt das Heck leicht ein, lenkt aber produktiv mit.

Das 2D-Messgerät vermeldet auch Fabelzeiten gewohnt trocken. Mit 1.07,1 Minuten katapultiert sich der Schirra-Mini in einen höchst elitären Kreis. Hinter dem Donkervoort D8 RS (1.04,8 min) und vor dem Gumpert Apollo (1.07,2 min) ist der Schirra-Mini das zweitschnellste je von sport auto gemessene Fahrzeug. Den Rundenzeiten-Pokal für den zweiten Platz darf er, trotz beeindruckender Querbeschleunigungswerte von bis zu 1,65 g, wegen seiner profillosen Renn-Bereifung nicht behalten. Offiziell werden nur Fahrzeuge mit straßenzugelassenen Reifen in das sport auto-Ranking aufgenommen. Offiziell oder inoffiziell - die Mini-Fangemeinde und der Testredakteur verneigen sich tief. Chapeau, Schirra-Mini.

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