Diesel-Kombis: Mazda 6, Renault Laguna, VW Passat

Mittelklasse-Kombis mit Zweiliter-Dieselmotoren sind wie Schweizer Taschenmesser - mit Mazda 6 Sport Kombi, Renault Laguna Grandtour und VW Passat Variant hat man für fast alle Alltagsaufgaben das passende Werkzeug parat.

Wenn das Heck eines Kombis seine Schokoladenseite ist, treffen in diesem Vergleich drei ganz unterschiedliche Sorten aufeinander: Der VW Passat ist wie die Tafel Vollmilch, die beinahe jedem schmeckt. Der Mazda 6 besitzt jenen Schuss Extravaganz, der zart-herbe Sorten auszeichnet, ohne die Geschmacksnerven überzustrapazieren. Und genau wie hochprozentige Bitterschokolade spricht der Renault Laguna mit seiner eher design- als raumorientierten Heckpartie besonders Individualisten an.

Eine dicke Füllung stand bei der Gestaltung des Grandtour-Heckabteils offenbar nicht ganz oben im Lastenheft. Unter das leicht zu bedienende Laderaumrollo passt zwar ähnlich viel Gepäck wie beim Mazda 6, doch bei sperrigen Gütern muss der Renault wegen seiner stärker geneigten Heckscheibe eher passen. Auch die mickrige Zuladung von nur 430 Kilogramm ist eines ausgewachsenen Mittelklassekombis unwürdig. Da ist es nur ein schwacher Trost, dass die Ladekante sehr niedrig liegt und sich die geteilte Lehne der Rücksitzbank mit nur einem Handgriff vom Kofferraum aus umklappen lässt.

Nervenaufreibend bei artgerechter Nutzung

Diese Disziplin beherrscht Mazdas Sport Kombi ebenfalls. Überaus praktisch sind dabei die in die Rücksitzlehnen integrierten Gurte. Das kann man von der Laderaumabdeckung nicht behaupten - im Gegenteil: Aus- und Einbau des sperrigen Sichtschutzes mit integriertem, ausziehbarem Windschutz, der die Fondpassagiere bei offener Klappe vor Zugluft bewahren soll, gestaltet sich sehr fummelig. Wer seinen Kombi des Öfteren artgerecht nutzt, wird das Teil deshalb wohl entnervt auf Dauer im speziellen Fach unter dem Ladeboden verstauen. Als Einziger bietet der Mazda 6 jedoch serienmäßig ein stabiles Trennnetz, das hinter den Rück- oder Vordersitzen aufgespannt wird.

Viel Liebe zum Detail

Der Passat Variant ist zwar Deutschlands beliebtester Kombi, doch auch hier gibt es noch Verbesserungspotenzial. Nicht in Sachen Volumen oder Zuladung, die mit 1.731 Liter beziehungsweise 577 Kilogramm sehr üppig ausfallen, sondern bei der Handhabung. Denn zum Umklappen der Rückbank müssen zuerst die Sitzkissen aufrecht gestellt und die Kopfstützen ausgebaut werden. Zumindest fliegen die nicht haltlos umher, sondern finden in speziellen Aufnahmen Platz. Ein Vorteil dieser Anordnung: Die Rückseite der Vordersitze ist vor Beschädigungen durch nach vorn rutschendes Ladegut geschützt. Viel Liebe zum Detail beweisen zudem die oberen Verzurrösen, deren untere Hälfte herausgeklappt als Gepäckhaken geformt ist und zum Aufhängen von Einkaufstaschen genutzt werden kann.

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Hermann-Josef Stappen

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