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Dodge Nitro und Nissan Pathfinder im Vergleichstest

Im Vergleichstest treffen Dodge Nitro und Nissan Pathfinder aufeinander

25 Bilder

Was steckt unter der coolen Hülle des Dodge Nitro? Wir schicken ihn zum Armdrücken mit dem Nissan Pathfinder.

28.05.2008 Powered by

Wenn es bei Autos zwei Geschlechter gäbe – diese beiden Typen wären eindeutig männlich. Mächtige Schnauze, steile ­Flanke – wohin das Auge blickt nur Ecken und Kanten. Dodge Nitro und Nissan Pathfinder sind weit entfernt von weichgespülter Wind­kanal-Optik à la VW ­Tiguan oder Toyota RAV4 . Davon werden Kunden aber nicht abgeschreckt. Fans mit Mut zur Kante scheint es genug zu geben. Der neue ­Nitro verkaufte sich in der zweiten Jahreshälfte 2007 fast 1400 Mal in Deutschland.

So oft wie der Pathfinder im ganzen Jahr. Wer einmal mit dem Dodge ­unterwegs war, wird sich nicht wundern, dass er seit seiner Einführung im Sommer 2007 die Verkaufscharts nach oben wandert. Jugendliche, ­Geschäftsleute und sogar Passat-Limousi­nenfahrer verrenken sich regelmäßig die Hälse, wenn der Ami-Rocker mit der Silhouette eines Panzerspähwagens an ­ihnen ­vorbeirollt. Seine Optik polarisiert ohne Frage, man liebt oder hasst sie. Der Nissan Path­finder wirkt ­dagegen vertrauter, ja, irgendwie anständiger. Wobei sich die ­beiden äußerlich durchaus ­ähneln.

Wer vermutet, die 16 Zentimeter längere Karosserie des Japaners biete wesentlich mehr Platz im Innenraum, täuscht sich. Nur der Kofferraum profitiert von den stattlicheren Ausmaßen. Der
ist länger, etwas breiter und versteckt ab der teureren SE-Ausstattung zwei zusätzliche Sitze im Boden. Dann passen übrigens 515 Liter Gepäck in das Nissan-Heck. Der Dodge verliert durch die aus ziehbare Lade fläche (siehe Bild) wertvollen Stauraum und hat deshalb nur 389 Liter zu bieten.

Ansonsten haben beide Autos für fünf Passagiere etwa gleich viel Platz. Die zweite Sitzreihe ist im Nitro allerdings viel geräumiger als im Pathfinder . Mehr Kopf freiheit sowie die angenehmere Sitzposition werden selbst auf langen Strecken keine Klagen von hinten aufkommen lassen. Im Nissan dagegen schon. Hier kauern die Mitfahrer auf den Plätzen drei bis fünf mit stark ­angewinkelten Beinen, rätselnd, wohin sie ihre Füße stellen sollen.

In der ersten Reihe gibt sich der Pathfinder dagegen herrschaftlich: ein hochwertig verarbeitetes Cockpit, ordentliche Materialien und – in der teureren LE-Ausstat tung – mit Leder, Sitzheizung sowie Drei-Zonen-Klimaautomatik für vorn und hinten. Wer befürchtet, im Nitro auf das abschreckende Plastik des kleine ren Dodge Caliber zu treffen, kann aufatmen. Der Chrysler-Ableger trägt das Interieur des neuen Jeep Cherokee. Das ist zwar nicht so hochwertig wie im Nissan, aber es erweist sich als funktional und leicht zu reinigen. In der SXT-Variante sind die Nitro-Sitze sogar mit Leder bezogen und vorn beheizt. Weil wir gerade bei der Ausstattung sind: Für 2.070 Euro bietet Dodge ein sehr empfehlenswertes Festplatten-Navi mit Berührungsbildschirm, üppigem Soundsystem und Subwoofer an. Und wer für innen noch eins draufsetzen will, kann sich im Zubehörhandel Türaufsätze aus Leder besorgen. Für 809 Euro droht dann von jeder Seite ein großer, grauer Widderkopf. Reine Geschmacksache.
Nicht so das Tempo. Auf der Straße fährt der Dodge dem Nissan auf und davon. Motor
und Antriebsstrang im Nitro stammen vom Jeep Cherokee . Chryslers 2,8-Liter-Turbodiesel mit 177 PS schiebt aus dem Stand heraus mächtig an. Bei 2000 Umdrehungen stemmt er seine vollen 460 Newtonmeter auf die Kurbelwelle. Wer bei Nässe nur mit Heckantrieb unterwegs ist, wird daher entweder viel Spaß oder viel Angst haben. Denn die starre Hinterachse hat alle Mühe, den kräftigen Vorwärtsdrang auf die Straße zu bringen. Und das träge ESP tut sich schwer, den Zweitonner auf Kurs zu halten. Spürbar ruckelig regelt es ein Rad nach dem anderen – das kann die Konkurrenz besser.

Das trifft auch auf die Geräuschdämmung zu. Was man bei niedrigen Drehzahlen noch als bäriges Knurren hinnimmt, verwandelt sich obenherum in nerviges Nageln. Gut, dass die fünf Stufen der Automatik lang ausgelegt sind und der Nitro niedertourig bewegt werden kann. Das spart zudem Kraftstoff. Im Schnitt waren es 10,5 Liter Diesel auf 100 Kilometer – immerhin ein Liter weniger als beim Pathfinder. Der ist mit dem 2,5-Liter-Turbodiesel und 171 PS ähnlich stark motorisiert, doch fehlen ihm ­gegenüber dem Kraftprotz aus dem Chrysler-Lager fast 60 Newtonmeter Drehmoment. Zudem muss er von Haus aus fast 200 Kilogramm mehr Gewicht schleppen. Die größere Karosserie und der schwere Leiterrahmen fordern eben ihren Tribut. Das Ergebnis lässt sich an den Fahrleistungen ablesen. 1,7 Sekunden verliert der Japaner an den Ami beim Sprint auf Tempo 100. Bei der Beschleunigung von 80 auf 120 km/h ist der Nitro gar drei Sekunden schneller. ­Dafür nimmt der robuste Pathfinder bis zu drei Tonnen an den Haken,
500 Kilo mehr als der Kontrahent.

Ob Heck- oder Vierradantrieb – gewählt wird bei beiden per Dreh schalter. Die Allradtechnik des Cherokee wurde für den Dodge abgespeckt. Geblieben ist ein simpler Zuschalt-Allrad – mit allen systembedingten Nachteilen wie der sehr starken Verspannung bei Kurvenfahrt. Das reduziert das Einsatzgebiet auf losen Unter grund. Im Straßenbetrieb oder als Traktionshilfe im Winter lässt sich der Dodge-Allrad leider nur äußerst begrenzt nutzen. Beim All-Mode-4x4 des Nissan wird die Vorderachse per Lamellenkupplung automatisch zuge schaltet, sobald die Hinterachse um Traktion ringt. Blitzschnell gehen so bis zu 50 Prozent der Antriebskraft an die vorderen Räder. Steht der Drehschalter auf Vierradantrieb (4H), ist die Kupplung geschlossen, und die Kraft wird starr 50:50 verteilt. Mit der zuschaltbaren Unter setzung (2,60:1) lässt sich dann sogar schweres Gelände locker angehen. Nissan spendiert obendrein noch eine sehr gut funktionierende Bergabfahrhilfe, die auf Knopfdruck aktiviert wird. Nebenbei macht die Elek -t­ronik durch Halten der Bremse auch das Anfahren am Hang zum Kinderspiel. Mit dem Pathfinder ist man sicher unterwegs. Trak tionsprobleme gibt es fast nie, und das Fahrwerk ist angenehm komfortabel. Nur kurze Stöße und Querrillen bringen den 2200-Kilo-Brocken aus der Ruhe. Sportliche Fahrer werden sich aber an der etwas schwammigen Lenkung und der zögerlich reagierenden Automatik stören.

Anders beim Dodge. Strafferes, etwas bockiges Fahrwerk, direkte Lenkung und eine schneller ­ansprechende Automatik – von amerikanischer Cruiser-Lässigkeit ist hier nichts zu merken.
Erschreckend sind die langen Bremswege. Der Nitro kommt erst nach mehr als 45 Metern zum Stehen – eine Autolänge später als der Pathfinder.

Auch beim Preis gehen die beiden getrennte Wege. Sind für den Dodge Nitro mit Allrad mindestens 28.890 Euro zu überweisen (2WD: 27.390 Euro), gibt Nissan den Pathfinder nicht ­unter 36.240 Euro her. Extro ver tierter Straßenprotz oder nützliches Arbeitstier – ein Unterschied von immerhin 7.350 Euro.

Fazit

Der klare Sieger heißt Nissan Pathfinder. Er ist besser verarbeitet, bremst nicht so schlecht und ist voll offroadtauglich. Der Dodge Nitro ist zwar ein ganzes Stück günstiger, bleibt dafür aber immer noch ein recht teures Showcar.

Technische Daten
Dodge Nitro 2.8 CRD
Grundpreis34.890 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4584 x 1856 x 1755 mm
KofferraumvolumenVDA389 bis 1994 L
Hubraum / Motor2777 cm³ / 4-Zylinder
Leistung130 kW / 177 PS (460 Nm)
Höchstgeschwindigkeit182 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h10,5 s
Verbrauch9,4 L/100 km
Testverbrauch12,6 L/100 km
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